Aktien Schweiz Eröffnung: SMI startet wenig verändert - positives Halbjahr

Der Schweizer Aktienmarkt ist wenig verändert in die letzte Sitzung des ersten Halbjahres 2017 gestartet. Mit den gestrigen Abgaben hatte sich der Leitindex SMI bereit klar vom erst am Dienstag markierten Jahreshoch bei 9'146 Punkten entfernt. Am positiven ersten Semester ist aber kaum noch zu rütteln. Zum gestrigen Schlussstand beträgt das SMI-Plus seit Jahresbeginn 8,8%.
30.06.2017 10:15

Es gebe derzeit keine fundamentalen Gründe, um auf einen weiteren Anstieg zu setzen, heisst es von Marktteilnehmern. Zinsen, Öl und Währungen würden derzeit für Unsicherheit sorgen. Der Ausverkauf an den Bondmärkten deute auf ein Ende der ultralockeren Zinspolitik hin, lauten Kommentare. Die Vorgaben aus den USA und Asien waren verhalten. Am Morgen kamen gute Zahlen vom deutschen Einzelhandel und am Vormittag folgen noch die Verbraucherpreise aus der Eurozone. Am Nachmittag wird der PMI Chicago aus den USA im Fokus stehen.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 09.35 Uhr 0,09% tiefer bei 8'935,62 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,08% auf 1'406,17 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) büsst 0,11% ein auf 10'139,73 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 16 im Plus, 13 im Minus und einer (Vifor) unverändert.

Richtungsgebend sind erneut die Schwergewichte, die den SMI bereits am Vortag deutlich belastet hatten. Roche (GS -0,5%, 245,70 CHF) werden durch eine Ratingsenkung belastet. Der Analyst der Société Générale hat am Vorabend die Bewertung auf Hold und das Kursziel um deutliche 55 CHF auf 275 CHF gesenkt. Aufgrund des erwarteten Gegenwindes bei den Biosimilars habe er seine Gewinnerwartungen klar zurückgenommen. Das Risiko-Gewinn-Verhältnis sei bei anderen Werten des Sektors besser.

Auf der Nachrichtenseite meldet Roche Erfolge, so wurde dem Krebsmedikament Polatuzumab Vedotin in Europa der Prime-Status für ein beschleunigtes Zulassungsverfahren erteilt. Zudem hat der Konzern eine App für digitales Diabetesmanagement gekauft.

Der zweite Pharmariese Novartis (-0,1%) gibt ebenfalls leicht ab. Die Titel des Lebensmittelkonzerns Nestlé (+0,3%) können dagegen leicht zulegen. Hier rückt einmal mehr die Frage um einen möglichen Verkauf der L'Oréal-Beteiligung durch einen Medienbericht in den Fokus. Die Financial Times verweist darauf, dass der französische Kosmetikkonzern nach dem Verkauf von Bodyshop genügend Mittel für einen Rückkauf der Anteile habe.

Das gute Sentiment für die Finanzwerte hat sich offenbar wieder abgeschwächt. Der Ausgang des Bankenstresstests in den USA hatte am Vortag den gesamten Sektor und auch die Schweizer Grossbanken beflügelt. UBS (-0,1%) und CS (-0,4%) zeigen sich nun etwas tiefer. Schwächer tendieren auch die Papiere der Privatbank Julius Bär (-0,4%).

Für Swatch (+0,4%) hat die CS das Kursziel erhöht, stuft die Titel aber weiter mit Underperform ein. Ebenso wie Richemont (+0,3%) hatten auch Swatch am Vortag unter dem schwachen Dollar zum Franken gelitten.

Weitere Gewinner sind Adecco (+0,5%), Dufry oder LafargeHolcim (je +0,4%). Sonova (-0,4%, 157,10 CHF) werden von einem Analystenkommentar gestützt. Goldman Sachs hat das Kursziel auf 150 von 137 CHF angehoben und bewertet weiter mit Neutral. In der Branchenstudie wird die Lage der Medtech-Unternehmen insgesamt als weiterhin sehr gut eingeschätzt. Die Aktien des Hörgeräteherstellers sind zudem seit Jahresbeginn stärkster SMI/SLI-Wert mit einem Plus von 27,8%.

Als weitere Sieger unter den Blue Chips steuern Sika (+25,6% seit Jahresbeginn), Lonza (+25,3%), Partners Group (+24,5%) und Dufry (+24,0%) auf ein positives Semester zu. Bestes Schwergewicht auf Halbjahressicht sind Nestlé mit +14,5%. Die Verliererliste umfasst bislang nur vier Titel. Angeführt wird sie mit deutlichem Abstand von Aryzta (-30,4%), gefolgt von Swiss Re (-9,0%), Vifor Pharma (-8,4%) und Zurich (-1,5%).

Im breiten Markt reagieren Straumann (+0,4%, 544 CHF) positiv auf die Medtech-Studie von Goldman Sachs. Das Kursziel für den Zahnimplantatehersteller wurde zwar auf 435 von 320 CHF nachgezogen, das Votum lautet aber weiter Sell. Auffällig sind bei den Gewinnern Leclanché (+4,1%), sowie einmal mehr der Börsenneuling Idorsia (+2,4%). GAM (+1,6%) können sich von den deutlichen Verlusten am Vortag etwas erholen.

yr/tp

(AWP)