Aktien Schweiz Eröffnung: SMI steigt auf knapp 8'900 Punkte

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Mittwoch mit leichten Gewinnen in den Handelstag gestartet. Der SMI näherte sich dabei bis auf wenige Stellen der 8'900-Punkte-Marke. Er machte damit den "Technologie-Einbruch" vom Montag definitiv vergessen, als er unter die 8'800-Zähler-Marke und damit auf ein Mehrwochentief gefallen war. Gestützt wird der Markt von positiven US-Vorgaben, nachdem der Dow Jones Industrial am Vorabend eine weitere Rekordmarke gesetzt hat.
14.06.2017 10:15

Generell erwarten Händler einen eher ruhigen Handelstag. Im Vorfeld des US-Zinsentscheids am heutigen Abend (nach Handelsschluss in Europa) würden sich viele Investoren zurückhalten, vermuten sie. Ökonomen rechnen mit einer zweiten Zinserhöhung in diesem Jahr. Von noch grösserem Interesse ist jedoch die Prognose für die nächsten Zinsschritte. Von Unternehmensseite liegen hierzulande derweil nur wenige Nachrichten vor.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt bis um 09.30 Uhr 0,32% auf 8'895,67 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt um 0,43% auf 1'411,89 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,34% auf 10'137,69 Stellen zu. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 28 im Plus und zwei im Minus.

Die deutlichsten Gewinne unter den Blue Chips verzeichnen Clariant (+1,8%). Die Titel dürften von einem Kommentar der Vontobel-Analysten profitieren, welche ihre 'Buy'-Einstufung bestätigen und das Kursziel leicht erhöhen. Begründet wird dies mit dem geplanten Zusammenschluss mit Huntsman, der für die Clariant-Aktionäre wegen der regionalen Aufstellung und der diversifizierteren Kundenbasis positiv sei.

Deutlich im Plus sind ausserdem Vifor Pharma (+1,5%), die damit einen Teil der aufgelaufenen Verluste sei Anfang Jahr wettmachen.

Gut halten sich dahinter die Luxusgüterpapiere von Richemont (+1,1%) und Swatch (+1,0%). Die Investoren interpretieren neuste Zahlen zur Wirtschaftsentwicklung in China offensichtlich nicht allzu negativ. Das Land ist für beide Unternehmen ein Schlüsselmarkt.

Abgesehen davon zählen nur noch Sika (+1,0%) zum Kreis der Titel mit Avancen von mindestens 1%.

Personalien bei Schindler (+0,5%) und bei Adecco (+0,3%) sorgen für keine grossen Bewegungen.

Leicht unterdurchschnittlich ist die Entwicklung der Pharmaschwergewichte von Novartis und Roche (je +0,2%). Dazu dürfte auch eine Analystenstudie von Liberum beitragen, in welcher der europäische Pharmasektor auf "Neutral" gesenkt wird. Dabei wird auch das Kursziel für die Roche-Papiere leicht reduziert, wobei die 'Hold'-Einstufung unverändert gilt. Für Novartis sind die zuständigen Experten hingegen vergleichsweise optimistisch und bestätigen ihr 'Buy'-Rating: Die Investoren unterschätzten das zukünftige Gewinnwachstum sowie das Potenzial von Novartis' Forschung- und Entwicklungsabteilung, heisst es dazu.

Das dritte Schwergewicht Nestlé notiert ebenfalls 0,2% höher.

Leichte Verluste erleiden einzig Sonova (-0,1%) und Lonza (-0,3%). Letztere waren jedoch kurz nach der Eröffnung vorübergehend um über 4% abgerutscht. Das Unternehmen hatte am Dienstag mitgeteilt, dass eine gleichentags aufgenommene Anleihe für die Refinanzierung der Capsugel-Akquisition verwendet werden soll.

Am breiten Markt ist relativ viel los. So werden Actelion (-2,8% oder -7,75 CHF) heute ohne die Sachdividende für die Idorsia-Abspaltung gehandelt. Laut Analysten gilt dies als eine Indikation, welchen Wert der Markt dem neuen Unternehmen beimisst, das voraussichtlich am Freitag an die Börse kommt.

Deutlich im Plus sind auf der anderen Seite Bossard (+7,2%), nachdem der Schraubenhändler am Vorabend eine positive Gewinnwarnung veröffentlicht hat. Die Geschäftsentwicklung liege deutlich über den Erwartungen von Anfang Jahr, hiess es. Stark zulegen können ausserdem Züblin (+2,2%) nach dem Verkauf des deutschen Portfolios.

Gut kommen bei den Investoren auch der neue Kreditvertrag bei Feintool (+1,3%), eine Vertriebsvereinbarung für Basilea (+1,1%) sowie die neusten Geschäftszahlen des Flughafens Zürich (+1,1%) an. Eine Minderheitsbeteiligung von Straumann (+0,5%) an einem deutschen 3D-Drucker-Produzenten wirft dagegen keine hohen Wellen.

rw/ys

(AWP)