Aktien Schweiz Eröffnung: SMI tendiert leicht höher - Impulse fehlen

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Freitag zunächst mit einer etwas schwächeren Tendenz in Angriff genommen, steht aber nun mit der Unterstützung des Index-Schwergewichts Novartis im Plus. Die Aufwärtsbewegung im Leitindex SMI hält sich am Tag des Optionsverfalls allerdings in Grenzen. Es fehle an richtungsweisenden Impulsen, meinen Händler. Am Nachmittag könnten allenfalls Daten zum US-Immobilienmarkt das Geschäft etwas bewegen.
17.11.2017 10:38

Vorerst überwiegt an den Finanzmärkten die Unsicherheit, wohin die Reise in den kommenden Tagen gehen könnte. Einerseits sei der Risikoappetit nach mehreren rückläufigen Handelstagen zurückgekehrt, meinen Händler. Andererseits belaste nach wie vor die Angst vor grösseren Kurskorrekturen die Stimmung. Etwas Rückenwind geben positiven Konjunkturnews und Fortschritte bei der von vielen Marktteilnehmern sehnlichst erwarteten US-Steuerreform. Das US-Repräsentantenhaus verabschiedete einen Gesetzesentwurf dazu. Im Senat dürfte es jedoch grösseren Widerstand geben.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt bis um 09.30 Uhr 0,22% auf 9'166,50 Punkten und steht somit seit letzter Woche mit 0,4% im Plus. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) rückt am Freitag um 0,16% auf 1'483,69 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,20% auf 10'520,04 Punkte vor. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren zwölf im Minus, 13 im Plus und fünf unverändert.

Unter den Blue Chips fallen die Kursgewinne des Schwergewichts Novartis (+0,6%) ins Gewicht, während Roche und Nestlé um je 0,1% zulegen. Roche kündigte die Übernahme des kleinen Laboranalytikunternehmens Viewics an und erhielt für zwei Medikamente in den USA Marktzulassungen. Die News überraschten nicht, seien aber dennoch leicht positiv zu werten, meinen Analysten.

So hat Roche für Hemlibra die US-Zulassung zur Behandlung der Bluterkrankheit Hämophilie erhalten. Hemlibra sei in den USA für die routinemässige Prophylaxe zugelassen, um Blutungen vorzubeugen oder deren Häufigkeit zu verringern, dies bei Personen mit Hämophilie A mit "Faktor VIII"-Inhibitoren, hiess es. Ausserdem wurde Gazyva für die Behandlung von zuvor unbehandeltem Lymphdrüsenkrebs (follikuläres Lymphom) zugelassen.

Finanzaktien wie Julius Bär (+0,9%) oder Swiss Re (+0,4%) legen überdurchschnittlich zu. Für die Aktien des Rückversicherers hat die Bank Bernstein das Kursziel erhöht. Und auch Zurich Insurance (+0,4%) ziehen an, nachdem Jefferies das Rating auf "Hold" erhöht hat. Die Analysten verweisen auf die "bemerkenswerte" Erholung der Kapitalposition und die Aussicht auf höhere Dividenden.

Auf der Verliererseite stehen Richemont (-0,3%), Vifor, Lonza oder Givaudan (je -0,2%) am Ende der SMI/SLI-Tabelle, wobei sich die Abgaben in Grenzen halten. Die genannten Papiere gehörten am Donnerstag zu den grössten Gewinnern und geben einen kleinen Teil der Avancen nun ab.

Auch Dufry (unv.) erholten sich am Donnerstag. Dem Reise-Detailhändler gelang es nun, die Refinanzierung des Hauptteils seiner Bankkredite im Wert von 3,4 Mrd CHF erfolgreich abzuschliessen. Die neue Finanzierungsstruktur führe zu jährlichen Zinseinsparungen und erhöhe die finanzielle Flexibilität, so Dufry.

Am breiten Markt setzen Poenina (+2,9%) am zweiten Tag an der Schweizer Börse die Aufwärtsbewegung fort, nachdem sie am gestrigen Börsendebut den Ausgabepreis von 46 CHF am Ende um rund 11% übertroffen hatten. Stark in die Höhe klettern auch Zehnder (+4,2%). Die Papiere profitieren vom Einstieg von Veraison. Die als aktivistischer Investor geltende Beteiligungsgesellschaft könnte ihre Beteiligung wohl noch ausbauen, heisst es am Markt.

Derweil hat Schaffner (-0,4%) mit Blick auf die Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2016/17 vom 7. Dezember eigentlich positive Angaben gemacht. Der Elektrokomponentenhersteller rechnet mit einem Umsatzwachstum von 5,5% und einer Ergebnissteigerung auf 7 bis 9 Mio CHF nachdem im Jahr davor nur ein kleiner Gewinn herausgeschaut hatte. Aevis Victoria (-0,2%) meldete ein kräftiges Umsatzwachstum für die ersten neun Monate, wobei die Integration der Genfer Privatklink Générale-Beaulieu das Wachstum befeuerte.

mk/cp

(AWP)