Aktien Schweiz Eröffnung: SMI unter Druck - Richemont und UBS im Fokus

Der Schweizer Aktienmarkt startet am Freitag mit Verlusten in den Handel. Nach der Erleichterung über den Ausgang der US-Kongresswahlen kehren die Befürchtungen um eine Verschärfung im Handelsstreit zwischen den USA und China zurück. An der Schweizer Börse stehen Richemont nach Zahlen und die UBS wegen möglicher Milliardenbussen in Frankreich und USA im Fokus.
09.11.2018 09:30

Die Stimmung an den Börsen in den USA und in Asien ist nach dem Zwischenhoch bereits wieder gekippt. So schloss der Dow Jones nur knapp im Plus. In Asien dagegen gaben sowohl Nikkei wie auch Hang Seng deutlich nach. Auf die Stimmung drücken gemäss Marktbeobachter einerseits die wieder aufflammende Sorge um eine Verschärfung des Handelsstreits zwischen den USA und China. Die versöhnlichen Töne vor den US-Wahlen von Präsident Trump könnten Wahltaktik gewesen sein, ist eine Vermutung.

Zudem drücken auch die Aussichten auf weitere Zinserhöhung und damit auf einen Bremseffekt in der US-Wirtschaft auf die Stimmung. Die US-Notenbank liess zwar die Leitzinsen unverändert. Mit dem Verweis auf das hohe Wachstumstempo liess die Fed die Tür für eine vierte Zinserhöhung in diesem Jahr aber offen.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert gegen 09.15 Uhr 0,44 Prozent auf 9'054,66 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gibt um 0,77 Prozent auf 1'417,55 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,42 Prozent auf 10'650,84 Zähler nach. Von den 30 Titeln im SLI notieren nur acht im Plus.

Mit einem Minus von 5,6% besonders stark unter Druck sind Richemont. Der Schmuck- und Uhrenkonzern hat am Morgen die Halbjahreszahlen präsentiert. Umsatz und Gewinn sind zwar in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2018/19 kräftig gestiegen. Der Betriebsgewinn jedoch ist tiefer ausgefallen. Die Marge ist unter Druck. Darunter leiden auch die Titel des zweiten Uhrenkonzern im SMI: Swatch notieren 4,7% tiefer.

Deutliche Abgaben im frühen Handel verzeichnen zudem UBS (-2,9%). Die Aktien leiden darunter, dass der Grossbank gleich in zwei Ländern hohe Bussen drohen. So hat die französische Staatsanwaltschaft am Donnerstagabend im Prozess in Paris eine Strafzahlung von 3,7 Milliarden Euro gefordert. In der Nacht auf Freitag gab das US-Justizministerium bekannt, dass sie gegen die UBS einen Klage wegen angeblich fauler Hypothekengeschäfte vor der US-Immobilienkrise einreicht.

Im Plus dagegen notieren Lafargeholcim (+0,4%) nachdem JPMorgan die Aktie von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft hat. Auch die Versicherungswerte Swiss Life (+0,3%) und Zurich (+0,1%) sind entgegen dem Markttrend im Aufwind. Am Freitagmorgen vermeldete der deutsche Versicherer Allianz einen überraschenden deutlichen Gewinnsprung.

lie/tp

(AWP)