Aktien Schweiz Eröffnung: SMI verliert erneut - Fällt unter 9'000 Punkte

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag an die schwache Vortagesentwicklung angeknüpft und ist mit erneuten Verlusten in den Handel gestartet. Allerdings hat sich das Abwärtstempo gegenüber Mittwoch klar abgeschwächt. Die Märkte stünden nach wie vor im Zeichen des Politchaos im Weissen Haus, heisst es im Handel. Entsprechend schwach die Vorgabe der Wall Street, wo der Dow Jones Industrial den grössten prozentualen Tagesverlust seit September vergangenen Jahres verzeichnet hatte. In Asien fallen die Abschläge dank guter Daten aus Japan moderater aus.
18.05.2017 10:15

Seit Wochenbeginn haben die politischen Unsicherheiten in den USA rund um Präsident Donald Trump an Fahrt gewonnen und zur Wochenmitte zu einem breit angelegten Ausverkauf an den Finanzmärkten geführt. Die Geduld der Marktteilnehmer schwinde zunehmend, heisst es von Marktteilnehmern. Dies mische sich mit der Sorge, dass bei all den politischen Turbulenzen die gross angekündigten Reformen ins Stocken geraten könnten. In einem solchen Umfeld sei die Tatsache, dass viele Indizes zuletzt auf Rekordständen notierten, eher ein weiterer Grund, bisher eingefahrene Gewinne zu realisieren, was den Abwärtseffekt nochmals verstärken könnte.

Der Swiss Market Index (SMI) fällt bis um 09.30 Uhr 0,54% auf 8'953,27 Punkte zurück. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,52% auf 1'405,28 Punkte ein und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,51% auf 10'157,62 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen zur Berichtszeit 23 im Minus und sieben im Plus.

Wie hoch die Unsicherheit derzeit ist, zeigt auch ein Blick auf den Schweizer Volatilitätsindex. Nachdem dieser am Mittwoch bereits um 14% hochgeschnellt war, legt er am Donnerstagmorgen nochmals um gute 5% zu. Der Index gilt als eine Art Angstbarometer.

Die Risikoscheu hat sich zuletzt aber auch am Devisen- und Bondmarkt bemerkbar gemacht. Hier sprechen Marktteilnehmer vor allem von einer Flucht aus dem Dollar. So notiert das USD/CHF-Währungspaar aktuell bei 0,9791 und damit so tief wie zur Wahl von Donald Trump Anfang November 2016.

Wie bereits am Vortag, verzeichnen Finanztitel und Zykliker die grössten Verluste. Dabei könnte die ausserordentliche Generalversammlung der Credit Suisse zur geplanten Kapitalerhöhung eines der spannendsten Themen am hiesigen Markt sein. Die CS-Aktien (-2,1%) verlieren zusammen mit der UBS (-1,1%) am deutlichsten. Julius Bär halten sich mit -0,5% etwas besser.

Zu dem erneut schwächeren Markt tragen die Kursverluste der beiden Pharma-Schwergewichte Novartis (-0,8%) und Roche (-0,7%) massgeblich bei. Roche hatte am Morgen zwar für den Fachkongress ASCO Anfang Juni neue Daten zu einem neuen Krebs-Wirkstoff angekündigt, insgesamt herrsche vor den detaillierten Daten zu der wichtigen Aphinity-Studie aber eher Zurückhaltung, heisst es im Handel.

Das dritte Schwergewicht, Nestlé, hält sich mit -0,1% etwas besser als der Markt.

Bei den Zyklikern geht es für die Papiere von LafargeHolcim (-1,4%), Dufry (-1,0%) und Lonza (-0,8%) besonders deutlich abwärts. Damit trifft es im Fall von Dufry und Lonza Werte, die seit Jahresbeginn stark zugelegt haben.

Das Gegenstück zu den zahlreichen Verlieren bilden allen voran die Aktien des Hörsystem-Spezialisten Sonova (+0,9%). Hier gab es am Morgen von Morgan Stanley noch einen positiven Kommentar zu den Zahlen zu Wochenbeginn.

Aber auch die beiden Uhrenhersteller Richemont (+0,2%) und Swatch (+0,1%) können leicht zulegen, nachdem sie am Vortag noch grössere Abschläge verzeichnet hatten.

Im breiten Markt gewinnen die Aktien des Immobilienunternehmens Züblin (+4,0%) nach Zahlen deutlich hinzu.

hr/tp

(AWP)