Aktien Schweiz Eröffnung: SMI verliert weiter an Wert - Adecco brechen ein

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag mit tieferen Notierungen eröffnet. Damit startet die Börse schwächer in den neu angelaufenen Monat März, nachdem der Leitindex SMI zuvor den Februar mit einem Minus von 4,6% tiefrot abgeschlossen hatte. Unverändert bereitet die Aussicht auf steigende Zinsen den Anlegern Sorge. Dies hatte am Vorabend die Wall Street bis zum Handelsende zunehmend unter Druck gesetzt. Hierzulande büssen Adecco nach Zahlen markant an Wert ein.
01.03.2018 10:15

Angesichts steigender Zinsen machten sich Investoren verstärkt Gedanken über die angemessene Bewertung von Aktien, heisst es im Handel. So hält sich etwa die Rendite zehnjähriger US-Anleihen seit Wochen hartnäckig knapp unter drei Prozent und bei den Aktien werden weiter Gewinne realisiert. Auf der politischen Bühne beschäftigt die Anleger das Seilziehen um eine Lösung zum Brexit, während in Italien die anstehenden Parlamentswahlen für Unsicherheit sorgen. In den USA hat zudem mit Kommunikationschefin Hope Hicks eine wichtige Mitarbeiterin der Trump-Administration das Weisse Haus verlassen.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.30 Uhr 0,44% tiefer bei 8'866,78 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) büsst 0,66% auf 1'459,56 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,43% auf 10'214,77 Stellen ein. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 28 im Minus und zwei im Plus. Die Volatilität nimmt derweil gemessen am VSMI nach dem Anstieg vom Vortag um weitere 2% zu.

Bei den Blue Chips ziehen Adecco die Blicke nach der Vorlage der Geschäftszahlen auf sich. Die Anleger scheinen keinen Gefallen daran zu finden und die Aktie gibt um 6,9% nach. Der Personalvermittler ist im vierten Quartal 2017 zwar etwas schneller gewachsen als noch im dritten, doch erfüllten die Gewinnzahlen die Erwartungen nicht. Zu Beginn des neuen Jahres zeichnet sich zudem wieder ein etwas schwächeres Wachstum ab. Die Dividende soll leicht erhöht werden.

Unter erhöhtem Abgabedruck stehen auch Kühne+Nagel (-1,5%), nachdem die Titel am Vortag wegen enttäuschender Geschäftszahlen um 5% zurückgenommen wurden. Am Donnerstag belasten Kurszielsenkungen von Goldman Sachs, Morgan Stanley und Berenberg zusätzlich. Die Goldman-Analysten etwa gehen weiterhin von Preisdruck im Logistikgeschäft aus, worunter auch Kühne+Nagel leiden dürfte. Erneut werden am breiten Markt auch die Konkurrenzpapiere von Panalpina (-1,3%) in Sippenhaft genommen.

Ansonsten büssen im SMI/SLI Aktien wie jene von Vifor Pharma (-1,6%), Aryzta nach einer Kurszielsenkung (-1,4%) oder einen Tag vor Zahlenpublikation LafargeHolcim (-0,9%) an Wert ein. Und auch die Grossbanken UBS (-1,0%) und Credit Suisse (-0,9%) verlieren klar.

Bei den Börsenschwergewichten fallen Novartis um 0,7% zurück, während Nestlé (+0,3%) und Roche (+0,4%) dem Gesamtmarkt etwas Halt geben. Am Vortag waren die Roche-Genussscheine mit einem Abschlag von 1,8% einer der Hauptgründe, weshalb der SMI beinahe 1% verloren hatte.

Am breiten Markt hat am Berichtstag eine Reihe von Unternehmen mit der Vorlage von Geschäftszahlen auf sich aufmerksam gemacht. Ascom (Aktie: -2,7%) enttäuscht die Anleger mit einer Kürzung der Dividende, nachdem dem Technologiekonzern im vergangenen Jahr die Rückkehr in die Gewinnzone gelang.

Sinkende Kurse sind nach Zahlen auch bei VZ Holding (-3,2%), SPS (-1,2%) und Kardex (-1,0%) trotz Aussicht auf höhere Dividendenzahlungen auszumachen.

Der Vermögensverwalter GAM schlug sich derweil besser als am Markt erwartet und liegt an der Börse mit 0,2% im Plus. Und auch der Baukonzern Implenia (+1,2%) übertraf die Erwartungen der Analysten. Der Basler Kantonalbank steigerte die Gewinnzahlen klar und gewinnt an der Börse 0,3%.

Orior (-0,2%) und Sunrise (+0,1%) bewegen sich kaum vom Fleck. Der Nahrungsmittel-Hersteller Orior gab nebst den Geschäftszahlen auch noch die Übernahme des Biotta-Herstellers Thurella bekannt. Und Newron dämmte die Verluste im Jahr 2017 ein und rückt leicht um 0,2% vor.

Der Batterienhersteller Leclanché, dessen Aktien am Vortag mit der Befürchtung auf eine Überschuldung eingebrochen waren, sieht sich zumindest bis ins zweite Quartal 2019 ausreichend finanziert. Die Aktien rutschen dennoch um weitere 1,1% ab.

mk/cf

(AWP)

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