Aktien Schweiz Eröffnung: SMI wenig verändert - Nestlé stützt ab

Der Schweizer Aktienmarkt ist zur Wochenmitte kaum verändert in den Handel gestartet. Nestlé stehen dabei den dritten Tag in Folge im Rampenlicht. Sie legen nach dem am Vorabend überraschend veröffentlichten Strategie-Papier deutlich zu und stützen damit auch den Leitindex SMI nach unten ab. Denn ansonsten ist die Marktstimmung eher verhalten.
28.06.2017 10:15

Das liegt nicht zuletzt an den Vorgaben aus Übersee. An der Wall Street hatten verschiedene Faktoren wie durchwachsene Daten und gesenkte Wachstumsprognosen des IWF belastet. Auch die verschobene Senatsabstimmung über die Krankenversicherung Obamacare sorgte für Abgaben, heisst es im Handel. Gleichzeitig habe die US-Notenbankchefin Janet Yellen deutlich gemacht, dass sie an dem aktuellen Kurs weiter festhalten werde. In Asien folgten die Märkte den verhaltenen US-Vorgaben. Im Handelsverlauf stehen vor allem Konjunkturdaten auf der Agenda.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 09.30 Uhr unverändert bei 9'072,95 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,33% auf 1'418,31 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,11% auf 10'287,08 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 25 im Minus, drei im Plus und UBS und Swiss Life sind unverändert.

Bewegt ist am Morgen auch der Devisenmarkt. Während Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi vom Vortag den Euro zum US-Dollar auf Jahreshoch hieven, steht auch der Franken zum US-Dollar so hoch wie zuletzt im August 2016.

Das Hauptaugenmerk gilt aber ohne Frage erneut dem Nahrungsmittelkonzern Nestlé (+1,3%). Am Dienstag nach Börsenschluss hatte der Konzern sein Strategie-Papier veröffentlicht. Demnach soll ein Aktienrückkaufprogramm kommende Woche starten. Ein grosser Teil der Transaktionen dürfte allerdings auf die Jahre 2019 und 2020 fallen. Damit wolle der Konzern genügend Geld frei halten für mögliche Zukäufe.

Analysten zeigen sich in ihren ersten Kommentaren vor allem überrascht. Grundsätzlich seien die Pläne zwar zu begrüssen, den meisten Experten fehlt jedoch eine Aussage über die Zukunft der L'Oréal-Beteiligung. Der Verkauf der Beteiligung ist eine zentrale Forderung des aktivistischen Investors Daniel Loeb, der am Wochenende überraschend den Einstieg seines Hedge Fonds bei Nestlé gemeldet hatte. Analysten halten das Strategie-Papier derweil nicht für eine direkte Antwort auf Loeb, sondern sehen diese zeitnahe Ankündigung vielmehr als eine unglückliche Überschneidung.

Unter den Blue Chips gewinnen neben Nestlé nur noch Aryzta und Swatch (beide +0,2%). Die Aktien der UBS (unv.) bewegen sich in etwa mit dem SMI. Sie können sich damit besser als Konkurrent Credit Suisse (-0,4%) halten. Die Staatsrettung zweier italienischer Regionalbanken hatte den Sektor europaweit an den vergangenen beiden Handelstagen gestützt.

Die anderen beiden Schwergewichte, Novartis (-0,3%) und Roche (-0,2%) erweisen sich eher als Hemmschuhe für den Markt.

Besonders deutliche Abgaben verzeichnen vor allem Zykliker wie ABB (-1,6%), LafargeHolcim (-1,1%) und Sika (-1,0%). Überdurchschnittlich schwächer präsentieren sich auch erneut die Aktien des Duftstoff- und Aromenherstellers Givaudan (-0,8%). Am Morgen hatte Goldman Sachs nun das Kursziel gesenkt, nachdem am Dienstag bereits die Deutsche Bank ihr Ziel gekappt hatte.

Im breiten Markt geht es vor allem für GAM-Aktien abwärts (-4,8% auf 12,95 CHF). Im Handel heisst es, bei dem Unternehmen sei ein Aktionär ausgestiegen und das Paket von etwa 3% sei zu einem Preis von 13,15 CHF platziert worden.

Überdurchschnittlich stark fallen zudem Aktien aus dem Gesundheitswesen wie HBM Healthcare (-4,8%), Evolva (-2,4%) und Straumann (-2,2%).

Die Kursverluste bei AMS (-2,7%) dürften nicht zuletzt mit der schwachen Entwicklung der US-Techwerte zu erklären sein.

(AWP)