Aktien Schweiz Eröffnung: SMI zeitweise unter 8'500 Punkten

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Mittwoch mit leichten Verlusten in den Handel gestartet. Der Leitindex SMI fiel dabei zeitweise unter die psychologisch und charttechnisch wichtige Marke von 8'500 Punkten, nachdem er schon am Vortag um fast 1,2% oder rund 100 Zähler abgerutscht war. Laut Analysten scheuen die Investoren wegen der diversen politischen Unwägbarkeiten die Risiken und nehmen Gewinne mit. Am Vorabend und in der Nacht war dies auch an der Wall Street und an asiatischen Handelsplätzen zu spüren.
19.04.2017 10:20

Zu den politischen Risiken zählen nebst den überraschend angekündigten Neuwahlen in Grossbritannien, dem Streit zwischen den USA und Russland zu Syrien sowie dem Atomstreit mit Nordkorea insbesondere die Präsidentschaftswahlen in Frankreich vom Wochenende. So machen derzeit Berichte über die möglichen Folgen eines Wahlsiegs von Marine Le Pen die Runde. Ein Analyst schätzt zum Beispiel, dass der EUR/CHF-Wechselkurs in einem solchen Fall zwischenzeitlich unter die Parität fallen würde.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 09.30 Uhr 0,33% tiefer bei 8'501,18 Punkten, das Tagestief war bei 8'498,73 Zähler markiert worden. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 0,18% auf 1'356,04 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,17% auf 9'586,33 Stellen nach. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 17 im Minus, sieben im Plus und sechs unverändert.

Die mit Abstand grössten Verluste verzeichnen ABB (-1,8%, 0,41 CHF), die am Berichtstag jedoch Ex-Dividende (0,76 CHF) gehandelt werden. Abgesehen davon halten sich die Ausschläge bei den Blue Chips mit -0,7% bis +0,5% in Grenzen.

Die grössten Einbussen hinter ABB erleiden aktuell Nestlé (-0,7%). Einen Tag vor der Publikation von Q1-Zahlen kehren offenbar viele Investoren dem Nahrungsmittelmulti den Rücken zu.

Mit Novartis (-0,5%) und Roche (-0,1%) geben auch die anderen beiden Schwergewichte nach. Bei Roche federn positive Nachrichten zum Mittel Ocrevus die Verluste immerhin etwas ab. So will das Unternehmen am Fachkongress der American Academy of Neurology neue Daten zu seinem kürzlich zugelassenen Mittel vorstellen. Diese würden die Wirksamkeit und Sicherheit des Mittels in der Behandlung von multipler Sklerose nochmals untermauern, teilte die Gesellschaft mit.

Klar im Minus sind auch Swisscom (-0,4%). Der Telekomkonzern sieht sich einmal mehr mit einer negativen Analysteneinschätzung konfrontiert. So hat Barclays das Kursziel deutlich gesenkt und die Einstufung 'Underweight' bestätigt. Der Analyst ist bei den anstehenden Quartalszahlen vor allem auf den Ausblick gespannt, der gemäss seiner Einschätzung den diversen Produktaktionen der Konkurrenz Rechnung tragen müsste.

Überdurchschnittliche Verluste weisen ausserdem noch Dufry (-0,5%), Sika und Geberit (-0,4%) aus.

Auf der anderen Seite halten sich die Grossbankenpapiere von UBS (+0,5%) und CS (+0,3%) relativ gut, nachdem diese am Vortag zu den grössten Verlierern gezählt hatten. Sie litten dabei unter anderem unter den überraschend schwachen Quartalszahlen von Goldman Sachs. Die CS bleibt zudem wegen der anstehenden Generalversammlung im Gespräch. Am Vorabend hatte der einflussreiche Stimmrechtsberater ISS seine Empfehlungen dazu leicht angepasst: So lehnt er den Vergütungsbericht als Ganzes nach wie vor ab, stimmt aber einzelnen Vergütungstraktanden nun zu.

Bei den wenigen Gewinnern sind ausserdem Zykliker wie Adecco und LafargeHolcim (je +0,4%) sowie Schindler (+0,2%) anzutreffen.

Am breiten Markt hat die Jungfraubahn (+1,6%) den Jahresabschluss 2016 vorgelegt. Positiv überrascht haben jedoch vor allem Angaben zum laufenden Geschäftsjahr, in welches das Unternehmen gut gestartet ist.

Auffällig im Plus sind ausserdem GAM (+1,7%), die am Vortag noch deutliche Verluste erlitten hatten. Nun liegt ein positiver Analystenkommentar vor. Auf der anderen Seite geben Barry Callebaut (-1,4%) nach einer negativen Experteneinschätzung relativ stark nach.

rw/tp

(AWP)