Aktien Schweiz Eröffnung: Stabilisierung nach Rückschlag vom Vortag

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Freitag wenig verändert gestartet. Nach den relativ ausgeprägten Verlusten vom Vortag deutet sich damit eine Stabilisierung an. Die Stimmung unter den Investoren wird in Händlerkreisen als weiterhin zuversichtlich beschrieben. Nach dem starken Lauf der Dividendenpapiere ist von "gesunden" Korrekturen die Rede. Es bestehe jedenfalls kein Grund zur Panik. So hat das Anlagekomitee der Credit Suisse ihre positive Einschätzung gegenüber Aktien aufgrund starker Konjunkturdynamik und positiver Gewinnentwicklung bekräftigt.
10.11.2017 10:15

Die Vorgaben aus Übersee fallen allerdings verhalten aus. An der Wall Street habe die Verzögerung der US-Steuerreform auf die Stimmung gedrückt, hiess es. Da sich nun abzeichne, dass die vollmundigen Versprechen von US-Präsident Trump eventuell nur in abgespeckter Form umgesetzt werden könnten, gehe man an den heiss gelaufenen Börsen lieber auf Nummer sicher, heisst es in einem Kommentar von Axitrader. Am Nachmittag könnten die Daten zum Konsumentenvertrauen von der Uni Michigan Impulse bereithalten. Hierzulande stehen Richemont nach der Zahlenvorlage im Blick der Anleger.

Der Swiss Market Index (SMI) steht gegen 09.30 Uhr 0,06% höher bei 9'183,38 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) legt 0,13% auf 1'493,10 zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,05% auf 10'529,68 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 16 im Plus und acht im Minus. Entsprechend notieren sechs Aktien unverändert, darunter die schwerkapitalisierten Nestlé, Novartis und Roche.

Richemont (-0,3%) zeigen sich unauffällig. Der Luxusgüterkonzern hat im per Ende September abgeschlossenen Erstsemester 2017/18 wie erwartet den Umsatz und die Ergebnisse gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert. Die Resultate liegen im Rahmen der Markterwartungen, was nach der positiven Gewinnwarnung von Mitte Oktober aber nicht überrascht. Überraschungen blieben auch beim Ausblick aus. Die Titel der Rivalin Swatch (+0,2%) sind dagegen gesucht.

Grösste Gewinner sind mit +1,0% die Aktien der UBS. Die Aktien der Grossbank profitieren von einer Kaufempfehlung aus dem Hause Merrill Lynch. Stärkere Märkte in den USA sowie dem Asia-Pazifik-Raum zusammen mit einem schwächeren Franken dürften dafür sorgen, dass die verwalteten Vermögen auch im vierten Quartal weiter ansteigen, betonen die Experten. Es könne über höhere Dividenden nachgedacht werden, heisst es ausserdem in der Studie.

Auf den Plätzen zwei und drei in der Blue Chip-Liga stehen Clariant (+0,9%) und Dufry (+0,6%). Bei der Aktie des Reisedetailhändlers Dufry sorge die Beteiligungsaufstockung durch Richemont auf 7,5% für Anschlusskäufe, hiess es im Handel.

Nennenswerte Aufschläge verzeichnen noch die Versicherungswerte Swiss Life (+0,6%) und Zurich (+0,3%), wobei sich letztere am Vortag nach der Zahlenvorlage bereits besser als der Gesamtmarkt entwickelt hatten.

Das Verliererfeld wird von Geberit (-0,8%) angeführt. Seit der Zahlenenttäuschung von Ende Oktober befindet sich der Titel des Sanitärtechnikkonzern im Sinkflug. Auch ABB (-0,7%) müssen Federn lassen. Der Titel hatte bereits am Vortag einen schweren Stand, als schwache Zahlen des Konkurrenten Siemens für schlechte Stimmung im Industriesektor sorgten. Das vor wenigen Tagen markierte Mehrjahreshoch von ABB bleibt aber in Sichtweite.

Grössere Einbussen verzeichnen noch Aryzta (-0,5%). Bei dem Backwarenkonzern steht Jürgen Steinemann überraschend doch nicht als Verwaltungsrat zur Verfügung. Über die Beweggründe ist nichts bekannt. Dies sei sicher nicht positiv zu werten, da er ein klarer Gewinn für Aryzta gewesen wäre, heisst es bei der ZKB. Steinemann ist hierzulande vor allem als langjähriger Chef des Schokolade-Herstellers Barry Callebaut bekannt.

Am breiten Markt rücken Santhera um weitere 4,7% vor, nachdem der Pharmawert bereits am Vortag nachrichtenlos um fast 7% hochgeschossen war. Gesucht sind zudem die Industriewerte Von Roll (+2,9%), Zehnder (+2,5%) oder Dormakaba (+1,3%), wobei letztere von einer Kaufempfehlung von HSBC etwas angeschoben werden.

Bei den Verlierern verzeichnen u.a. Schaffner (-1,5%) etwas grössere Abgaben. Der Elektronikkomponentenherstelle hat den Rechtsfall mit dem konkursiten Unternehmen Sputnik mit einer Zahlung von 250'000 CHF abgeschlossen.

cp/cf

(AWP)