Aktien Schweiz Eröffnung: Treten an Ort vor Yellen-Rede - Schwergewichte bremsen

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag kaum verändert in den regulären Handel gestartet. Es sind vor allem die Abschläge in einigen defensiven Schwergewichten, welche den ansonsten zuversichtlich gestimmten Markt zurückbinden. Die US-Vorgaben sind mehr oder weniger neutral ausgefallen. Und in Asien legten vor allem Werte aus dem Technologiesektor zu. Doch generell fehle es an Impulsen, um die Kurse stärker zu bewegen, heisst es im Handel
11.07.2017 09:49

Dies dürfte sich allerdings Verlauf der Woche ändern; Akzente setzen könnten die Quartalsberichte grosser US-Banken wie JPMorgan, Morgan Stanley, oder Citigroup. Zudem würden sich die Blicke der Anleger bereits auf einen Auftritt der Chefin der US-Notenbank Fed, Janet Yellen, vor Vertretern des US-Kongresses am Mittwoch richten. Diese könnte Anhaltspunkte für die erwartete nächste Zinserhöhung liefern.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 09.30 Uhr unverändert zum Vortag bei 8'943,54 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt 0,17% auf 1'442,04 Zähler, während der breite Swiss Performance Index (SPI) sich ebenfalls nicht bewegt und bei 10'172,92 steht. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen je 14 im Plus und im Minus, während zwei Papiere unverändert notieren.

Bewegung in verschiedene Einzelaktien bringen Analystenvoten. So geht es mit Adecco um 1,4% nach unten, nachdem die Deutsche Bank die Aktien des Personaldienstleisters auf "Sell" von "Hold" gesenkt und das Kursziel deutlich reduziert hat. Der zuständige Analyst geht davon aus, dass sich die Personalvermittlungs- und Rekrutierungsmärkte im Laufe des Jahres 2018 verlangsamen dürften.

Ein Ausschlag auf die andere Seite ist bei Clariant zu sehen, die sich um 1,2% verteuern. Denn Kepler Cheuvreux hat das Kursziel für den Spezialchemiekonzern erhöht und die Kaufempfehlung bestätigt. Zudem zählen die Titel neu zu den "Swiss Top Picks". Clariant bleibe nicht nur durch die Fusion mit Huntsman eine sehr interessante Anlagemöglichkeit, so der zuständige Analyst. Die angepeilten Synergien sieht der Experte als zu niedrig an - allein durch die dann verdoppelte Grösse dürfte hier mehr möglich sein.

Gewinne sind auch bei ABB (+0,8%), Kühne+Nagel (+0,3%), Dufry (+0,2%) und LafargeHolcim (+0,4%) zu sehen, mehrheitlich Vertreter aus dem zyklischen Börsensegment. Die Kehrseite der risikofreudigen Anleger: die defensiven Schwergewichte Nestlé (-0,4%) und Novartis (-0,3%) werden verkauft.

Einzig Roche ziehen um 0,3% an. Der Pharmakonzern hatte am Vorabend an einem Fachkongress sehr gute Daten zu seinem Hämophilie-Mittel Emicizumab vorgelegt. Und die jüngst aufgekommenen Sicherheitsbedenken werden von Analysten negiert.

Givaudan (-0,1%) tendieren mit den defensiven Papieren und damit unter dem Markt. Der Aromen- und Riechstoffhersteller übernimmt den niederländischen Anbieter von Nahrungsingredienzen Vika B.V. mit weltweit über 200 Mitarbeitenden. Analysten begrüssen den Kauf des Herstellers natürlicher Aromen, der den Umsatz der Genfer um rund 1,5% wachsen lassen wird.

Credit Suisse (+0,6%) führen den Bankensektor an mit der Aussicht auf steigende Zinsen. UBS (+0,4%) und Julius Bär (+0,3%) liegen etwas im Hintertreffen. Letztere werden kommenden Montag die Halbjahresbilanz vorlegen. Bereits am Donnerstag wird der Privatmarkt-Manager Partners Group (-0,2%) die verwalteten Vermögen zur Jahresmitte nennen.

Am breiten Markt ist eine Reihe von Unternehmen bereits mit vorläufigen Zahlen zum ersten Semester angetreten. So rechnen Energiedienst (+2,3%) und das Messtechnikunternehmen Inficon (+7,2%) mit einem höheren Betriebsgewinn, während beim Online-Reiseanbieter Lastminute.com (Aktie nicht gehandelt) die Abwertung des britischen Pfunds auf die Geschäfte gedrückt hat. Unter dem Strich könnte sogar ein Verlust resultieren.

Der Handels- und Dienstleistungskonzern DKSH (+1,3%) wiederum baut seine Marktpräsenz in Indonesien aus und übernimmt eine Mehrheit von 60 bis 65% an der PT Wicaksana mit Sitz in Jakarta. Damit schafft DKSH den Markteintritt für Konsumgüter und Pharma-Produkte in Indonesien.

Beim Börsenneuling Idorsia (-6,6%) haben Jean-Paul und Martine Clozel in den letzten zwei Wochen weiter zugegriffen. Seit dem 4. Juli liegt die Beteiligung des Ehepaars an der Abspaltung der von Johnson & Johnson übernommenen Actelion bei 25,95%.

ra/cf

(AWP)