Aktien Schweiz Eröffnung: Verschnaufpause nach starkem Wochenstart

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag mit leichten Abgaben in den Handel gestartet. Nachdem der Leitindex SMI die neue Woche stark begonnen und am Montag mit kräftiger Unterstützung des Schwergewichts Nestlé bei 9'149 Punkten ein neues Jahreshoch erreicht hat, fehle es nun an Impulsen für Anschlusskäufe, heisst es im Handel. An der Wall Street hatte sich der Dow Jones Index am Vorabend nach Europaschluss per Saldo kaum mehr von der Stelle bewegt und auch in Asien verlief das Geschäft mit Aktien in ruhigen Bahnen. Nun warten die Anleger auf News zur Geldpolitik und zur Konjunkturlage in den USA.
27.06.2017 10:05

Für Unsicherheit sorgt die Lage am Ölmarkt. Die Ölpreise haben sich zwar vom Rückgang der letzten Woche etwas erholt, auf kräftige Preissteigerungen sollten Anleger aber dennoch nicht setzen. Das Ölkartell Opec und andere wichtige Förderländer hatten die Produktion gekürzt, wegen steigender US-Bohraktivitäten bleibe das Angebot aber gross, so ein Experte. Am Vormittag könnten die Rede von EZB-Chef Mario Draghi neue Hinweise zur geldpolitischen Entwicklung in Europa geben. Später hält auch Fed-Chefin Janet Yellen eine Rede. Und am Nachmittag stehen in den USA Zahlen zum Häusermarkt und zum Konsumentenvertrauen auf dem Programm.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 09.30 Uhr um 0,16% tiefer auf 9'106,48 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,12% auf 1'426,04 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,17% auf 10'340,87 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 21 im Minus, acht im Plus und Roche unverändert.

Unter Druck stehen am Berichtstag Nestlé (-0,6% auf 85,10 CHF). Die Aktien des Nahrungsmittelkonzerns waren am Vortag mit dem Einstieg des aktivistischen US-amerikanischen Investors Daniel Loeb bei 86 CHF auf ein neues Allzeithoch geklettert und schlossen den gestrigen Handel mit 4,3% im Plus ab. Nun werden diese Gewinne teilweise mitgenommen.

Loeb fordert vom Nestlé-Management etwa den Verkauf der L'Oréal-Beteiligung und damit verbunden grossangelegte Aktienrückkäufe. Das Aktienresearch von S&P Global hat das Kursziel nun um 5 auf 95 CHF angehoben, dagegen senkt Société Générale das Rating auf "Hold". Der Einstieg von Third Point ändere nicht viel an der Ausgangslage, zumal die Vorschläge nicht neu seien und bereits geprüft würden, heisst es in der Begründung zur Abstufung.

Die Pharmaschwergewichte Novartis (+0,1%) und Roche (unv.) treten derzeit auf der Stelle. Beide Firmen verbuchen kleinere Erfolge im Produktportfolio. So hat die Novartis-Tochter Sandoz für ihr Nachahmerprodukt des Amgen-Arthritis-Medikaments Enbrel die Zulassung in Europa erhalten. Und das Roche-Mittel Esbriet darf in der EU zur Behandlung der milden bis moderaten Form der idiopathischen Lungenfibrose (IPF) auch in einer neuer Formulierung verabreicht werden.

Grössere Abgaben sind dagegen bei Aktien wie Lindt&Sprüngli (-0,6%), Dufry oder Zurich Insurance (beide -0,5%) zu sehen. Bâloise büssen 0,4% ein. Dabei wurde bekannt, dass die vom Versicherer mehrheitlich übernommene Immobiliengesellschaft Pax Anlage (Aktie unv.) im ersten Halbjahr 2017 wegen Wertberichtigungen mit einem Gewinneinbruch rechnet.

Fester tendieren dagegen die Grossbanken Credit Suisse (+0,4%) und UBS (+0,3%). Bereits am Montag hatte die Staatsrettung zweier italienischer Regionalbanken dem europäischen Bankensektor Auftrieb verliehen. Lonza steigen um 0,1%. Der Pharmazulieferer rechnet mit dem baldigen Abschluss der 5,5 Mrd USD schweren Übernahme des Kapselherstellers Capsugel. Die dazu nötigen Zulassungen hat Lonza mittlerweile alle erhalten.

Im breiten Markt hat Implenia einen weiteren Grossauftrag an Land gezogen, dennoch büssen die Aktien 0,5% ein. Der Baukonzern baut in Zürich-Oerlikon drei Wohnhochhäuser sowie Sockelgeschosse im Volumen von 150 Mio CHF.

Derweil hat der Bauzulieferer Arbonia (+2,9%) den Verkauf des Geschäftsbereichs Beschichtungen abgeschlossen und der Batteriespezialist Leclanché (+0,4%) erhielt von Skoda Electric einen Auftrag. Die Aktien des Automobilzulieferers Autoneum (-0,6%) dürften dagegen unter der Gewinnwarnung des Konkurrenten Schäffler etwas leiden.

mk/tp

(AWP)