Aktien Schweiz Eröffnung: Verschnaufpause - Uhrenwerte fallen zurück

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Mittwoch mit leichten Verlusten gestartet. Grundsätzlich sei die Stimmung unter den Investoren aber weiterhin risikofreudig, heisst es im Handel, da die Nordkorea-Krise und die Sorgen wegen der Hurrikane in der Karibik in den Hintergrund gerückt seien. Zudem herrsche an der Wall Street Optimismus bezüglich der geplanten Steuerreform, was auch hierzulande das Sentiment stütze. Nachdem US-Finanzminister Mnuchin versprochen hatte, dass diese Priorität im Weissen Haus habe, scheine nun Bewegung in die Sache zu kommen.
13.09.2017 10:06

Nach dem relativ starken Anstieg des hiesigen Aktienmarkts an den beiden Vortagen sei nun erst einmal die Luft draussen. Zudem würden Anschlussimpulse fehlen. Frischen Wind könnten Makrodaten aus der EU zur Industrieproduktion sowie in der zweiten Tageshälfte die Produzentenpreise in den USA bringen. Letztere geben einen ersten Hinweis auf die am Donnerstag anstehenden Konsumentenpreisdaten. Inflationszahlen gelten zurzeit als wegweisend für die Geldpolitik der US-Notenbank Fed, weil diese ihr Vollbeschäftigungsziel nahezu erreicht hat, nicht jedoch ihr Inflationsziel.

Der Swiss Market Index (SMI) büsst gegen 09.30 Uhr 0,18% auf 9'036,97 Punkte ein. Am Vortag hatte der Index erstmals seit etwa einem Monat den Sprung über die Marke von 9'000 Punkte geschafft. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt um 0,23% nach auf 1'450,02 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,21% auf 10'318,52. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 20 im Minus und fünf im Plus. Der Rest tritt auf der Stelle.

Im Fokus stehen nach Umsatzzahlen Richemont (-1,4%). Der Luxusgüterkonzern ist in den ersten fünf Monaten des seit April laufenden Fiskaljahres wie erwartet auf den Wachstumspfad zurückgekehrt und hat die Markterwartungen sogar leicht übertroffen. Als stark wird unter Analysten einmal mehr der Umsatzbeitrag aus dem Schmuckgeschäft bezeichnet. Merrill Lynch hat in der Folge das Rating auf "Buy " angehoben. Im Handel werden die Kursverluste auf Gewinnmitnahmen zurückgeführt nach der starken Kursentwicklung der Aktien in den Wochen vor dem Zwischenbericht sowie im bisherigen Jahresverlauf.

Die Aktie der Branchennachbarin Swatch (-1,7%) fällt ebenfalls zurück.

Unter Druck stehen auch die Vortagessieger Partners Group (-1,4%). Der auf Privatmarktanlagen spezialisierte Vermögensverwalter hatte mit den Halbjahreszahlen einmal mehr positiv überrascht. Verluste von über 1% verzeichnen noch Sonova (-1,3%) - auch dies eine Aktie mit einer bislang starken Jahresperformance.

Bei den Gewinnern haben die beiden Grossbankenwerte Credit Suisse (+0,7%) und UBS (+0,3%) die Nase vorn. Die CS-Valoren hatten sich bereits am Vortag relativ stark entwickelt nach einer Kaufempfehlung der Société Générale. Zu Reden geben in der Branche Aussagen von Jamie Dimon, dem Chef der US-Grossbank JPMorgan. Er rechne mit einem mauen Handelsgeschäft im laufenden Quartal, sagte er am Vorabend an einer Investorenveranstaltung. Die entsprechenden Erträge dürften in dem Zeitraum um ein Fünftel einbrechen. Ähnlich hatte sich zum Wochenbeginn die Citigroup geäussert.

Gesucht sind auch Zurich (+0,2%) und auch Swiss Re (unv.) schneiden verhältnismässig gut ab. Die Titel profitieren wie an den beiden Vortagen von den abnehmenden Hurrikan-Sorgen.

Stabilisierend wirken die beiden Pharmaschwergewichte Roche (unv.) und Novartis (-0,1%). Beide Unternehmen veröffentlichten Produktneuigkeiten. Roche legte vielversprechende Daten zu seinem Mittel Esbriet zur Behandlung von idiopathischer pulmonaler Lungenfibrose vor. Novartis wiederum untermauerte die langfristige Wirksamkeit und Sicherheit seines Mittels Cosentyx zur Behandlung von Schuppenflechte durch Langzeitdaten. Am Vortag hatten Novartis noch mit einem Plus von 1,3% den Gesamtmarkt angeschoben.

Am breiten Markt sind AMS mit Kursverlusten von 3,7% im Blick. Im Handel wird auf die neue Iphone-Serie von Apple verwiesen, von der keine positiven Impulse für Zulieferer wie AMS gesehen werden. Mit Dialog Semiconductor steht ein prominenter Apple-Zulieferer an der deutschen Börse unter Druck.

Nach Zahlen etwas im Blick sind die Titel des Versicherers Vaudoise -0,6%. Dormakaba (-1,6%) geben einen Teil der gestrigen Gewinne preis, als der Titel nach der Zahlenvorlage um fast 9% angesprungen war.

cp/ys

(AWP)