Aktien Schweiz Eröffnung: Verschnaufpause zur Wochenmitte

Der Schweizer Aktienmarkt gönnt sich am Mittwoch - zumindest im frühen Handel - eine kleine Verschnaufpause. Der Schweizer Leitindex SMI hatte zuvor vier Handelstage in Folge mit zum Teil deutlichen Kursgewinnen hinter sich und schloss am Vorabend auf einem Jahreshoch. Dies habe die Gefahr von Gewinnmitnahmen erhöht, heisst es im Handel.
04.10.2017 10:15

Abgesehen davon mangle es am Berichtstag an Impulsen; Unternehmensnachrichten sind Mangelware. Frischen Schwung könnten Experten zufolge am frühen Nachmittag aus den USA die ADP-Arbeitsmarktdaten bringen, die einen Vorgeschmack auf den monatlichen Arbeitsmarktbericht vom Freitag geben dürften. Im Verlauf des Vormittags werden zudem in Europa diverse Einkaufsmanager-Indizes publiziert und am Nachmittag folgen entsprechende Daten aus den USA.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert gegen 9.30 Uhr 0,06% auf 9'278,62 Punkte. Der 30 Aktien umfassende und noch stärker gekappte Swiss Leader Index (SLI) notiert 0,14% tiefer bei 1'487,39 Punkten und der breite Swiss Performance Index (SPI) büsst 0,04% auf 10'587,52 ein. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 9 im Plus, 19 im Minus und zwei sind unverändert.

Es sind vor allem Analystenvoten, welche die Kurse bewegen. So haben die Experten der Société Générale ihr Kursziel für Credit Suisse (+0,4% auf 15,53 CHF) um 2 auf 18,50 CHF angehoben und ihre Kaufempfehlung bestätigt.

UBS (-0,5%) geraten im Vergleich dazu etwas ins Hintertreffen. Julius Bär büssen derweil 0,6% ein. Laut Händlern wurden die Aktien aber in den letzten Tagen sehr gut gekauft und erreichten zuletzt ein neues Allzeithoch.

Für die Pharmaschwergewichte Novartis (+0,1%) und Roche (-0,2%) hat die Deutsche Bank jeweils das Kursziel leicht angehoben, die Empfehlung "Hold" für beide Titel aber bestätigt. Nestlé, als drittes Schwergewicht, ziehen um 0,4% an und sind massgeblich daran beteiligt, dass der SMI nicht weiter zurückgeht.

Lonza (+0,7%) meldeten den Kauf einer Fabrik vom britischen Arzneimittelhersteller Shire in den USA. Die kalifornische Fabrik kommt zu weiteren 50 Produktionsstätten Lonzas hinzu. Analysten sprechen von einem guten Schritt, da die eigenen klinischen Anlagen sehr hoch ausgelastet seien.

Der Warenprüf- und Inspektionskonzern SGS (-0,3%) hat derweil erneut zwei kleine Akquisitionen getätigt; diesmal geht es um australische Firmen, die Kurse in Führungs- und Organisations-Trainings anbieten. Seit Jahresbeginn hat SGS damit bereits 13 kleine Akquisitionen getätigt.

Für Kühne+Nagel (-0,7% auf 179,40 CHF) hat Bernstein das Kursziel nachgezogen und auf 181 CHF erhöht. Kühne+Nagel sei eines der profitabelsten und erfolgreichsten Logistikunternehmen der Welt, meint der zuständige Analyst. In der Bewertung der Titel sei dies aber bereits weitgehend reflektiert, weshalb er seine Einstufung "Market Perform" nicht verändere.

Im breiten Markt stechen KTM Industries mit einem satten Kursplus von 10,6% heraus, nachdem die Bank Vontobel das Rating für die österreichische Fahrzeuggruppe auf "Buy" von "Hold" angehoben hat und neu auch ein klar höheres Kursziel setzt.

Cosmo ziehen derweil um 2,1% an. Das Pharmaunternehmen hat mit dem Technologieunternehmen Olympus America einen Vermarktungspartner für sein Mittel Eleview gefunden.

Und mit EFG International geht es um 1,7% nach oben; die Bank erhält mit Giorgio Pradelli ab 2018 einen neuen Firmenchef. Nach der erfolgreichen Integration der in den 1MBD-Skandal verwickelten Tessiner Bank BSI tritt Joachim Straehle per Ende Jahr zurück. Straehle stand knapp drei Jahre an der Spitze der EFG.

Landis+Gyr (+1,3%) sorgen für Gesprächsstoff, nachdem der Grossaktionär Dan Och den Abbau seiner Beteiligung unter die meldepflichtige Schwelle von 3% gemeldet hat. Damit dürfte mit dem jüngsten Abgabedruck nun fertig sein, heisst es im Handel. Die Aktie tendiert aktuell knapp 6% unter dem IPO-Preis.

ra/cp

(AWP)