Aktien Schweiz Eröffnung: Weitere Abgaben im SMI - Schwergewichte belasten

Der Schweizer Aktienmarkt büsst am Dienstag weiteres Terrain ein. Der Leitindex SMI startete zunächst dank eigentlich guter Vorgaben aus den USA und Asien mit etwas festeren Notierungen in den Handel, rutschte aber bereits kurze Zeit später in die Verlustzone ab. Belastet wird der Index in erster Linie von den Abgaben der Schwergewichte Novartis, Nestlé und Roche, wobei auch die Aktien des Personalvermittlers Adecco nach Zahlen zum dritten Quartal nachgeben.
07.11.2017 10:07

Am Markt ist derzeit wenig Bewegung auszumachen. Die Börsenstimmung sei grundsätzlich gut und werde von der bislang überzeugenden Berichtssaison, robusten Konjunkturdaten und auch von der Aussicht auf eine einschneidende US-Steuerreform getragen, meint ein Händler. Nur werde die Luft auf den derzeit sehr hohen Niveaus allmählich dünn, so ein anderer Experte. Marktbewegende News sind dünn gesät. EZB-Chef Mario Draghi wird in Kürze eine Rede in Frankfurt halten, die aber das Thema Bankenaufsicht zum Inhalt haben dürfte und somit für die Aktienmärkte kaum Brisanz hat.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert bis 09.30 Uhr 0,20% auf 9'270,44 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) büsst 0,13% auf 1'506,55 Punkte ein und der breite Swiss Performance Index (SPI) gibt um 0,22% auf 10'634,02 Zähler nach. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 19 im Minus und elf im Plus.

Adecco büssen mit 1,6% unter den Blue Chips am meisten an Wert ein. Die Gruppe ist zwar im Rahmen der Erwartungen gewachsen, hat allerdings die Vorgaben auf Gewinnstufe wegen eines Abschreibers klar verfehlt. Nach dem Kursanstieg der vergangenen Wochen würden nun Gewinne mitgenommen, heisst es im Handel. Einige Anleger hätten wohl auf ein deutlicheres Umsatzplus gesetzt. Die Wachstumsbeschleunigung zum Quartalsende hin sei jedoch ein Zeichen dafür, dass Adecco noch einen Gang höher schalten könne, ergänzt ein Analyst.

Unter Abgabedruck stehen auch Titel wie jene des Backwarenkonzerns Aryzta (-1,2%) oder der Partners Group (-1,0%). Der Vermögensverwalter gab bekannt, dass man für die Kunden in die auf kosmetische Behandlungen spezialisierte Laser Clinics Australia investiert hat. Dies dürfte allerdings kaum der Grund für den Kursrücksetzer sein, vielmehr dürften auch bei Partners Group Gewinne ins Trockene gebracht werden.

Julius Bär verlieren am Berichtstag weitere 0,4%, nachdem die Titel bereits am Montag zu den grössten Verlierern gezählt hatten. HSBC hat das Rating nach dem zuletzt guten Lauf der Aktie auf "Hold" von bislang "Buy" gesenkt. Der HSBC-Analyst rechnet mit einem starken Zwischenbericht zu den ersten zehn Monaten. Dies sei allerdings bereits in den Markterwartungen berücksichtigt, heisst es. Den Bericht legt Julius Bär in knapp zwei Wochen vor.

Am stärksten lasten Novartis (-0,7%) auf den SMI und auch Nestlé und Roche (je -0,3%) zählen zu den Verlierern. Dabei konnte Roche in den USA mit Krebstherapien Erfolge verbuchen. So gab es für Alecensa die Zulassungserweiterung als Erstlinientherapie zur Behandlung von Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasierendem ALK-positivem nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC). Und Zelboraf wurde zur Behandlung der seltenen Blutkrankheit Erdheim-Chester-Erkrankung zugelassen.

Auf der Gegenseite stehen die Grossbankentitel der UBS und der Credit Suisse mit je 0,5% im Plus. Und auch die Aktien des Rückversicherers Swiss Re (+0,4%) können leicht zulegen.

Im breiten Markt hat der Kolbenkompressoren-Hersteller Burckhardt Compression im ersten Halbjahr 2017/18 die Erwartungen der Analysten nicht erreicht und die Aktie rutscht um 5,0% ab. Dabei sind die Bestellungen leicht zurückgegangen, während die Analystengemeinde mit einem moderaten Anstieg gerechnet hatten. Und auch im Ergebnis kam es zu einem Einbruch anstatt einer Zunahme. Trotz allem sieht sich die Gruppe auf Kurs, die eigenen Geschäftsziele im Gesamtjahr zu erreichen.

Einen Erfolg verbucht Implenia (+1,0%). Der Baukonzern hat den Auftrag zum Bau eines neuen UNO-Verwaltungsgebäudes in Genf erhalten. Das Auftragsvolumen beträgt rund 100 Mio CHF. Steigende Kurse sind derweil ohne News auch bei Edisun (+5,5%) oder Evolva (+3,0%) zu sehen.

mk/cp

(AWP)