Aktien Schweiz Eröffnung: Weitere starke Abgaben - Schwache Grossbankenwerte

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch im frühen Handel die Abwärtsbewegung vom Vortag nahtlos fortgesetzt. Der Leitindex SMI fällt derzeit in Richtung der Marke von 8'500 Punkten, nachdem er am Dienstagmittag noch die Marke von 8'700 gestreift hatte. Die hiesige Börse folgt damit den Vorgaben der US-Märkte, die am Vorabend den stärksten Kursrückgang seit einem halben Jahr verzeichnet hatte. Auch die Aktienmärkte in Asien haben in der Nacht auf Dienstag deutlich nachgegeben.
22.03.2017 10:15

Immer mehr US-Investoren bezeichneten die Bewertungen der US-Aktien inzwischen als hoch, hiess es am Markt. Zudem beginne man zu hinterfragen, ob US-Präsident Donald Trump die zahlreichen Erwartungen auch einigermassen erfüllen könne, welche die Märkte seit seiner Wahl in ihn gesetzt hätten, so ein Analyst. Nicht nur die Reform von "Obamacare" könnte sich verschieben, sondern auch Projekte wie Steuerentlastungen, angekündigte Infrastrukturausgaben oder die Aufweichung der Bankenregulierung könnten noch viel sehr Zeit in Anspruch nehmen.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 09.30 Uhr 0,92% im Minus bei 8'533,16 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt um 1,06% auf 1'351,75 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) verliert 0,89% auf 9'469,20 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren deren 28 im Minus und nur 2 im Plus.

Die heftigsten Abgaben im SMI erleiden die Grossbankenwerte CS (-2,4%) und UBS (-2,3%). Bereits an den US-Börsen hatten am Vorabend Titel von Grossbanken stark nachgegeben, nachdem das Fed bei den weiteren Zinserhöhungen einen eher langsameren Kurs einschlagen dürfte und die Aufweichung von Bankenregulierungen möglicherweise auf sich warten lässt. CS-Chef Tidjane Thiam hat derweil in einem Interview mit der "Finanz und Wirtschaft" einen Kapitalbedarf seiner Bank eingeräumt, den Börsengang des Schweizer Geschäfts bezeichnete er dabei als eine der Optionen und als "Rückversicherung" für die Investoren.

Überdurchschnittlich unter Druck stehen auch Novartis (-2,0%). Das Pharmaunternehmen hat am Morgen einen Rückschlag in einer Studie mit dem Medikament Serelaxin bei Behandlung von akutem Herzversagen vermeldet. Die meisten Analysten zeigten sich vom negativen Ausgang der Studie enttäuscht. Für das Medikament hatten etwa die Analysten der Bank Vontobel ein jährliches Umsatzpotenzial von bis zu 2 Mrd USD jährlich zugetraut. Die beiden anderen SMI-Schwergewichte Roche (+0,2%) und Nestlé (-0,3%) stehen verhältnismässig leicht im Minus.

Etwas stärker unter Druck stehen dagegen eine Reihe von zyklischen Titeln wie Dufry (-2,1%), Adecco (-1,7%) oder auch LafargeHolcim (-1,9%). Das UBS-Research hat das Rating für die Titel des Zementherstellers erhöht, bleibt aber beim Rating "Neutral" für die Titel. Die Uhrenwerte Richemont (-0,9%) sowie Swatch (-0,7%) geben etwa mit dem Markt nach, nachdem sie am Vortag noch unter schwachen Uhrenexportdaten gelitten hatten.

Als einzige Bluechip können sich die Titel der Chemiekonzerne Givaudan (+0,1%) sowie Syngenta (+0,6%) halten. Für das Agrochemieunternehmen läuft bekanntlich ein Übernahmenangebot von ChemChina.

Am breiten Markt stehen die Titel des Milchverarbeiters Emmi (-3,1%) nach Vorlage des Jahresergebnisses unter Druck, obwohl das Unternehmen dabei die Prognosen der Analysten vor allem beim Gewinn aber auch der Dividende übertroffen hat. Am Markt wurde von Gewinnmitnahmen gesprochen, nachdem die Aktie in den vergangenen Wochen recht stark zugelegt hatte.

Meyer Burger (-1,2%) geben ebenfalls nach. Das seit langem kriselnde Solarunternehmen hat für das Geschäftsjahr 2016 einen Umsatzanstieg und erstmals seit 2011 einen positiven EBITDA vermeldet, unter dem Strich resultiert allerdings weiterhin ein klarer Verlust. Abgaben erleiden zudem die Titel der Immobiliengesellschaft Investis (-1,6%) nach Jahreszahlen 2016.

Klar im Plus notieren dagegen die Aktien des Pharmaunternehmens Newron (+2,3%). Am Vorabend hatte die US-Gesundheitsbehörde FDA dem Newron-Medikament Safinamide grünes Licht für die Behandlung von Parkinson erteilt. Die FDA hatte die Zulassung 2014 wegen formalen Fehlern zunächst abgelehnt.

tp/cf

(AWP)