Aktien Schweiz Eröffnung: Wenig verändert - Berichtssaison läuft an

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Donnerstag im frühen Handel kaum verändert, nachdem die Indizes am Vortag nach positiv aufgenommene Aussagen der US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen noch stark zugelegt hatten. Yellen habe den Markt mit überraschend moderaten geldpolitischen Signalen beruhigt, meinte ein Händler. Auch in den USA war der Leitindex Dow Jones am Vortag auf einen neuen Rekordstand gestiegen, allerdings hatte er sich nach dem europäischen Börsenschluss nur noch wenig bewegt.
13.07.2017 10:15

Hierzulande rückt am Donnerstag die Unternehmens-Berichtssaison in den Fokus, nachdem vorbörslich bereits eine Reihe von börsenkotierten Firmen Angaben zum Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr gemacht. Am Nachmittag wird ein Auftritt von Fed-Chefin Yellen vor dem Bankenausschuss erwartet, zudem stehen aus den USA noch einige weitere Konjunkturdaten an.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 09.30 Uhr um 0,06% tiefer bei 9'010,35 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt dagegen um 0,15% auf 1'431,88 Zähler während der breite Swiss Performance Index (SPI) mit 10'252,01 Punkten um 0,02% tiefer notiert. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 19 im Plus und 11 im Minus.

Auf dem SMI lasten nicht zuletzt Abgaben des Börsen-Schwergewichts Novartis (-0,8%), das am Vortag noch deutlich zugelegt hatte. Der Pharmakonzern konnte in der Nacht mit positiven Meldungen aus den USA aufwarten. So hat ein beratender Ausschuss der US-Gesundheitsbehörde FDA die Zelltherapie CTL019 bei Leukämie zur Zulassung empfohlen - die FDA folgt in der Regel den Empfehlungen. Die Titel des Konkurrenten Roche (+0,1%) legen derweil leicht zu, ebenso die Aktien des dritten Schwergewichts Nestlé (+0,1%).

Eher schwach zeigen sich im frühen Handel zudem verschiedene Zykliker wie Kühne+Nagel (-0,7%) oder Adecco (-0,3%). Knapp im Minus notieren auch Geberit (-0,1%). Das Sanitärunternehmen kann nach monatelangen Verhandlungen mit den Gewerkschaften nun zwei Fabriken in Frankreich schliessen. Die Kosten der Schliessung dürften das Geberit-Resultat im zweiten Quartal 2017 mit 44 Mio CHF belasten, was etwas über den Ankündigungen liegt. Deutlichere Abgaben entfallen zudem auf Lonza (-0,8%). Die "Handelszeitung" berichtet am Donnerstag über einen Patentstreit mit Samsung in Südkorea.

Stärkste Bluechip-Werte sind dagegen Partners Group (+3,3%) nach ersten Angaben zum Halbjahr. Der auf Privatmarktanlagen spezialisierte Vermögensverwalter hat deutlich mehr Kundennachfragen verzeichnet als im Vorjahreszeitraum und damit die Markterwartungen übertroffen. Auch die verwalteten Vermögen lagen etwas über den Erwartungen. Zu den Gewinnern gehören auch die Grossbankenwerte CS (+1,0%) sowie UBS (+0,4%), die am Vortag noch schwach notiert hatten.

Leicht im Minus notieren die im breiten Markt kotierten Barry Callebaut (-0,2%) nach Zahlen. Der Schokoladeproduzent hat in den ersten neun Monaten des verschobenen Geschäftsjahres 2016/17 die Verkaufsmenge und den Umsatz gesteigert, wobei er das Wachstum im dritten Quartal noch beschleunigte. Die Mittelfristziele werden vom Unternehmen bestätigt.

Als durchzogen werden am Markt die Zahlen des Handelskonzerns DKSH (-0,3%) eingeschätzt. Dieser hat beim Umsatz und beim Reingewinn die Erwartungen der Analysten verfehlt, während das Betriebsergebnis etwas über den Schätzungen ausfiel. Im Ausblick auf das Gesamtjahr bleibt das DKSH-Management derweil eher vage.

Eine starke Umsatz- und Gewinnsteigerung verzeichnet das Schraubenhandels- und Logistikunternehmen Bossard (Aktien +1,9%), allerdings war dies vom Unternehmen bereits vor Monatsfrist angekündigt worden. Der Umsatz fiel nun knapp unter den Schätzungen der Analysten, der Reingewinn dagegen noch darüber aus. Bereits am Mittwochabend hatte die Hypothekarbank Lenzburg (noch ungehandelt) ihre Halbjahresergebnisse bekanntgegeben.

Beim Börsengang der Versandapotheke Zur Rose (Titel -0,4%) haben die Syndikatsbanken zudem die Mehrzuteilungsoption vollständig ausgeübt. Damit sind im IPO insgesamt 1,8 Mio Aktien oder 29% des gesamten Aktienkapitals platziert worden.

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(AWP)