Aktien Schweiz Eröffnung: Wenig verändert nach Verlusten der Vortage

Der Schweizer Aktienmarkt präsentiert sich am Montag zunächst mehr oder weniger stabil. Der SMI schwankte in der ersten halben Handelsstunde um den Schluss vom Freitag, bleib dabei allerdings unter 8'900 Punkten. Während andere wichtige Handelsplätze in Europa Verluste verbuchen, bieten hierzulande besonders die schwergewichtigen Novartis etwas Unterstützung. Insgesamt sei die Stimmung an den Finanzmärkten angesichts Terrorismus und geopolitischen Spannungen nach wie vor getrübt, heisst es. Zudem laste nach wie vor das "gefühlte politische Chaos" im Weissen Haus mit US-Präsident Donald Trump, der immer wieder für Irritationen sorgt, auf dem Sentiment.
21.08.2017 10:15

Ansonsten geht es zum Wochenstart zunächst jedoch eher ruhig zu. Das grösste Event der Woche dürfte das jährliche Treffen der Notenbanker in Jackson Hole sein, das am Donnerstag beginnt. Unter anderem werden Fed-Chefin Janet Yellen und EZB-Chef Mario Draghi sprechen. Allzu viel sollte man jedoch nicht erwarten, so ein Analyst. Was die US-Notenbank betrifft, gebe es nach den zahlreichen Aussagen und dem jüngsten Sitzungsprotokoll kaum mehr Raum für Überraschungen. Gleichzeitig sei es unwahrscheinlich, dass Draghi Aussagen zum Anleihekauf-Programm machen wird.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 09.30 Uhr 0,01% höher bei 8'875,47 Punkten, nachdem es die vergangenen zwei Handelstagen deutlich runterging. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt aktuell 0,06% auf 1'417,28 und der breite Swiss Performance Index (SPI) ebenfalls 0,06% auf 10'129,82 Stellen. Von den 30 SMI/SLI-Titel liegen zur Berichtszeit 16 im Plus, zehn im Minus und vier unverändert.

Lindt&Sprüngli (+1,6% auf 65'300 CHF) sind mit Abstand die grössten Gewinner, nachdem die Namenaktien von der UBS neu zum Kauf empfohlen werden. Das Kursziel erhöhte die Bank deutlich auf 75'000 von zuvor 66'000 CHF. Die Titel hätten sich nun seit zwei Jahren schwächer als der SPI entwickelt, heisst es. 2018 sollte das organische Umsatzwachstum nun jedoch wieder anziehen und zurück in den Bereich der mittelfristigen Ziele des Schokoladenherstellers finden.

Leicht fester werden zudem Dufry (+0,5%) gehandelt. Der Reisedetailhändler teilte mit, dass die chinesische HNA-Gruppe nun als neuer Grossaktionär gewonnen sei, was begrüsst werde. HNA hält, wie bereits bekannt, nun einen Anteil von 20,92% an Dufry. Derzeit würden verschiedene Optionen der Zusammenarbeit geprüft mit dem Ziel, die Marktposition von Dufry in China oder mit internationalen chinesischen Touristen zu stärken, hiess es vom Unternehmen am Montag.

Etwas legen auch Adecco (+0,4%) zu - nach einer Kurszielerhöhung durch Goldman Sachs. Die Einstufung bleibt "Neutral". Im zweiten Quartal habe sich das organische Wachstum zwar nicht beschleunigt, aber der Trend sei stabil geblieben, heisst es. Dieses Tempo dürfte auch im zweiten Halbjahr gehalten werden. Dank Verbesserungen in der Produktivität dürften auch die Margen im zweiten Semester ansteigen.

Fester - ohne besondere Neuigkeiten - stehen zudem Partners Group (+0,9%), Swisscom (+0,6%) und Sika (+0,4%).

Die Schwergewichte tendieren uneinheitlich: Während Novartis (+0,1%) etwas höher stehen und Nestlé unverändert, geben Roche (-0,2%) leicht ab.

Tiefer stehen zudem Vifor, SGS (je -0,5%) und Sonova (-0,3%). In der Vorwoche hatten letztere noch mit guten Produkte-News auffällig gut performt. Bei SGS hat der US-Investor MFS seinen Anteil leicht auf über 3% ausgebaut, wie aus einer Beteiligungsmeldung hervorgeht.

Am breiten Markt konnten derweil Metall Zug (-1,9%) nicht ganz mit dem Semesterergebnis überzeugen. Die Industriegruppe steigerte zwar den Umsatz, erzielte jedoch ein geringeres Betriebsergebnis. Zudem fällt der Ausblick für das Gesamtjahr etwas pessimistischer aus als bisher. Zahlreiche weitere Titel aus der zweiten Reihe folgen in dieser Woche noch mit Halbjahreszahlen.

ys/cf

(AWP)