Aktien Schweiz Eröffnung: Wenig verändert - Spekulationen um Nestlé-Beteiligung

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Freitag im frühen Handel kaum verändert. Während Spannungen zwischen den USA und Nordkorea die Investoren beunruhigen, stützen vor allem die Avancen des Schwergewichts Nestlé nach Spekulationen um die L'Oréal-Beteiligung die Indizes. Aus Nordkorea trafen in der Nacht Drohungen über einen allfälligen weiteren Test einer Wasserstoffbombe ein. Die Spannungen nähmen nun von Woche zu Woche zu, so ein Händler.
22.09.2017 10:15

Zudem wurde im Markt auch auf eine etwas kritischere Analyse der Fed-Aussagen vom Mittwochabend verwiesen. So machten Marktanalysten auf den geldpolitisch etwas restriktiveren Tenor der US-Notenbank aufmerksam: Die Aussicht auf weiter steigende Zinsen und die gleichzeitige Eindämmung der Liquiditätsflut durch das Fed könnten zum Gegenwind für Aktien werden, hiess es.

Der Swiss Market Index (SMI), neu wird das Gewicht der grössten Titel gekappt, gewinnt bis 09.30 Uhr 0,03% auf 9'136,71 Punkte. Der SPI 20, er entspricht von der Zusammensetzung her dem SMI, enthält aber keine Kappung, steht 0,05% höher bei 9'131,85. Der 30 Aktien umfassende und ebenfalls gekappte Swiss Leader Index (SLI) gibt dagegen um 0,05% auf 1'467,06 Zähler nach, während der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,03% auf 10'413,06 Zähler ansteigt. Von den 30 wichtigsten notieren 19 im Minus, zehn im Plus und einer unverändert.

Gestützt wird der Markt durch die schwergewichtigen Nestlé (+0,7%), die nach dem Tod der L'Oréal-Milliardenerbin Liliane Bettencourt im Blickfeld stehen - der Schweizer Nahrungsmittelkonzern hält rund 23% an L'Oréal. Das Ableben von Bettencourt würde Nestlé nun die Option eröffnen, in frühestens sechs Monaten L'Oréal ganz zu übernehmen, heisst es am Markt. Gleichzeitig wird auch wieder über einen Verkauf der Beteiligung spekuliert. Die ZKB-Analysten etwa erwarten allerdings, dass Nestlé bezüglich der Beteiligung stillhalten wird.

Auf der Gegenseite entfallen die klarsten Verluste unter den Bluechips auf die Titel des Personaldienstleisters Adecco (-1,3%), der in London ein Investorentreffen abhält. Im Vorfeld des Anlasses hat das Unternehmen für die Zeit bis 2020 neue, anspruchsvolle Ziele kommuniziert und auch weiterhin eine "progressive Dividendenpolitik" in Aussicht stellt. Als Grund für die Abgaben werden unter anderem auch Gewinnmitnahmen genannt, denn die Papiere blicken auf einen starken Kursanstieg in den vergangenen Wochen zurück.

Weitere zyklische Titel verzeichnen derweil Kursgewinne, darunter Aryzta (+0,9%), die am Montag Resultate für ihr Geschäftsjahr 2016/17 vorlegen werden. Ebenfalls klar im Plus notieren die Sika-Aktien (+0,7% auf 7'275 CHF). Die Titel des Bauchemiekonzerns erhalten Unterstützung von einer positiven Studie von Kepler Cheuvreux im Nachgang zum Kapitalmarkttag, in der die Analysten ihre Kaufempfehlung bekräftigen und das Kursziel deutlich auf 8'100 CHF erhöhen.

Bei den Bankentiteln geben die Aktien des Vermögensverwalters Julius Bär (-0,2%) etwas ab. Dieser hat am Morgen die Anstellung eines von der UBS abgeworbenen neuen Chief Risk Officers mitgeteilt. Klare Abgaben erleiden derweil die Grossbankentitel UBS (-0,4%) und CS (-0,3%), die am Vortag wegen steigender Zinserwartungen noch deutliche Kursgewinne erzielt hatten.

Belastet wird der Leitindex zudem von Abgaben der Pharma-Schwergewichte. Roche (-0,2%) können dabei nicht von neuen Zulassungen von zwei seiner Medikamente in der EU profitieren. So wird Actemra/RoActemra in der Europäischen Union für die Behandlung der Autoimmun-Krankheit Riesenzellarteriitis verfügbar sein, zudem wird das Krebsmittel Gazyva/Gazyvaro für die Behandlung von Patienten mit Lymphdrüsenkrebs zugelassen. Novartis (-0,1%) geben ebenfalls nach.

Am breiten Markt profitieren Straumann (+1,9%) von einer deutlichen Kurszielerhöhung durch das Vontobel-Research auf 820 CHF. Die zuständige Analysten, die bei ihrer "Buy"-Einstufung bleibt, lobt den Kauf von ClearCorrect, mit dem Straumann in einen bislang nicht vom Unternehmen adressierten Markt eingetreten sei.

tp/ys

(AWP)