Aktien Schweiz Eröffnung: Zaghafter Handel - warten auf Draghi, May und Trump

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Donnerstag mit angezogener Handbremse in den regulären Handel gestartet. Die Anleger hätten am Berichtstag das Trio Donald Trump, Theresa May und Mario Draghi im Fokus, hiess es mit Blick auf die abwartende Haltung der Anleger. Den Anfang macht am Nachmittag EZB-Chef Draghi und die Frage, ob die Währungshüter heute erste vorsichtige Signale in Richtung Ende der ultralockeren Geldpolitik aussenden werden.
08.06.2017 10:10

Die Anhörung des jüngst entlassenen früheren FBI-Chefs James Comey sind von daher von Belang, dass ein Stolpern Trumps in der Russland-Affäre die Wachstumsfantasien der Anleger, ausgelöst von einer Steuerreform und Infrastrukturinvestitionen, verblassen liesse. Die innenpolitisch stark unter Druck stehende britische Premierministerin May will sich heute schliesslich ein starkes Mandat für die bevorstehenden Brexit-Verhandlungen sichern. Mit einem Ergebnis wird allerdings erst in der Nacht zum Freitag gerechnet.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 09.30 Uhr 0,01% höher bei 8'877,31 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,08% auf 1'402,80 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,03% auf 10'126,63 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren sieben im Minus, 20 im Plus und drei unverändert.

Roche notieren 0,2% fester und erholen sich damit nur wenig von den jüngsten Rückschlägen. Im Nachgang enttäuschender Studiendaten zu einer Kombinationstherapie der Brustkrebsmedikamente Perjeta und Herceptin hatten die "Bons" innert zweier Tage um mehr als 6% eingebüsst.

Novartis (-0,1%) profitieren nicht von positiven Studiendaten zu seinem Produktkandidaten CTL019 in der Behandlung von Blutkrebs. Der Pharmakonzern bezeichnet die Ergebnisse in dieser frühen Analyse als "beeindruckend". Bei CTL handelt es sich um eine sogenannte Car-T-Zellentherapie.

Nach oben geht es hingegen mit verschiedenen Finanzwerten wie Swiss Life (+0,8%), Julius Bär (+0,6%) oder Bâloise (+0,2%). Auch Aryzta (+0,8%) und Clariant (+0,7%) ziehen an. Am anderen Ende des Spektrums stehen Lindt&Sprüngli (-0,5%) und Credit Suisse (-0,2%).

Die Grossbank hat ihre zweite milliardenschwere Kapitalerhöhung in nur eineinhalb Jahren unter Dach und Fach gebracht. 99,2% der Bezugsrechte seien ausgeübt worden, teilte die Grossbank am Vorabend mit. Die restlichen Aktien verkauft die Credit Suisse voraussichtlich über die Börse. UBS notieren mit plus 0,1% ebenfalls unauffällig.

Ein positives Votum gibt es von Goldman Sachs für die Aktien der Zurich Insurance Group (+0,1%). Nach einer hauseigenen Branchenkonferenz werden die Titel auf der "Conviction Buy List" mit einem Kursziel von 335 CHF belassen. Demnach dürfte das Erlöswachstum unter Druck bleiben, doch mittel- bis langfristig sei der Versicherer zuversichtlich. Für Swiss Re (-0,2%) hat Goldman Sachs nach der gleichen Veranstaltung das Rating auf "Buy" und das Kursziel bei 99 CHF belassen.

Im breiten Markt steht der Batterienhersteller Leclanché (+2,5%) im Fokus. Dieser verschiebt die ordentliche Generalversammlung auf ein noch unbestimmtes Datum im Juli. Als wichtigsten Grund nannte das Unternehmen das prall gefüllte Auftragsbuch, das eine Wachstumsfinanzierung bzw. eine Kapitalerhöhung erfordere.

Der Versicherer Helvetia (-0,3%) hält derweil am Berichtstag einen Investorentag ab. Dieser hat vor allem die Vertiefung bereits bekannter Themen zum Inhalt, begründen Beobachter die verhaltene Kursreaktion.

Die Schweizer Börse erhält Zuwachs: Die Versandapotheke Zur Rose will sich noch in diesem Jahr einem breiten Publikum öffnen. Beim Börsengang an der SIX Swiss Exchange wird eine Mittelaufnahme von mindestens 200 Mio CHF durch eine Kapitalerhöhung angestrebt.

Bereits im April an die Börse gegangen war der Apothekenbetreiber Galenica, dessen Aktien sich um 0,3% verteuern.

ra/cp

(AWP)