Aktien Schweiz Eröffnung: Zögern vor der Fed-Sitzung

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag knapp gehalten gestartet. Die Vorgaben aus Übersee hielten keine Impulse bereit. Der hiesige Markt präsentierte sich entsprechend ein wenig orientierungslos, heisst es im Handel. Zudem würden Investoren vor dem mit Spannung erwarteten US-Leitzinsentscheid zur Wochenmitte nun erst einmal in Wartestellung gehen.
19.09.2017 10:15

Die US-Notenbank habe durchaus Grund, sich etwas optimistischer zu zeigen, heisst es in einem Marktkommentar. Die US-Konjunkturdaten hätten in den letzten Wochen überzeugt. Es sei eher der Rückgang der Inflationsrate, der für Zurückhaltung sorgen könnte. Eine Zinserhöhung im Dezember scheine zurzeit aber wahrscheinlicher als noch vor zwei Monaten.

Der Swiss Market Index (SMI), neu wird das Gewicht der grössten Titel gekappt, büsst bis 09.30 Uhr 0,09% auf 9'040,28 Punkte ein. Der SPI 20, er entspricht von der Zusammensetzung her dem SMI, enthält aber keine Kappung, steht 0,10% tiefer auf 9'037,88.

Der 30 Aktien umfassende und ebenfalls gekappte Swiss Leader Index (SLI) hingegen legt um 0,08% auf 1'454,54 Zähler zu, während der breite Swiss Performance Index (SPI) wiederum 0,08% auf 10'328,44 tiefer notiert. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 16 im Plus, neun im Minus und fünf unverändert.

Unter Abgabedruck stehen mehrheitlich Aktien mit defensiven Eigenschaften. Vor allem die schwergewichtigen Nestlé sind mit Abgaben von 0,4% eine grosse Belastung. Das Nahrungsmittelsegment stehe europaweit unter Druck, heisst es dazu im Handel. Bei Nestlé rückt verstärkt der nächste Woche anstehende Investorentag in den Blick. Investoren wollen vom neuen CEO Mark Schneider wissen, wie er das zuletzt enttäuschende Wachstum des Nahrungsmittelmultis beschleunigen will.

Auch die Pharmawerte Novartis und Roche (je -0,3%) werden verkauft. Roche stehen allerdings mit positiven Produktnews etwas im Fokus. Mit dem Produktkandidaten Venclexta in Kombination mit einem weiteren Wirkstoff zur Behandlung von chronischer lymphatischer Leukämie wurden die Studienziele erreicht.

Die prozentual grössten Verluste verzeichnen die oft volatilen Aryzta mit -3,5%. Kursrelevante News liegen zur Aktie allerdings nicht vor. Nennenswerte Einbussen verzeichnen mit Sonova (-0,4%) und Richemont (-0,3%) auch zwei zyklische Werte.

Bei den Gewinnern haben Givaudan (+1,7%) mit Abstand die Nase vorn. Die Aktie des Aromen- und Riechstoffhersteller ist in der Gunst der Vontobel-Analysten gestiegen. Diese empfehlen den Titel neu zum Kauf. Aufgrund der starken Finanzposition könne Givaudan erheblich in Forschung & Entwicklung investieren, um innovative Produkte zu entwickeln oder um das Produktportfolio durch die Übernahme von Unternehmen abzurunden, heisst es.

Auch Lonza (+1,2%) können sich deutlich vom Gesamtmarkt absetzen. Die Titel des Basler Chemiekonzerns sind auch im bisherigen Jahresverlauf der Überflieger unter den Blue Chips.

Dahinter rangieren mit Schindler (+0,7%), ABB (+0,6%), Adecco (+0,4%) und Kühne+Nagel (+0,5%). Kühne+Nagel werden zur Wochenmitte etwas stärker unter Beobachtung stehen, wenn der Logistikkonzern an einer Investorenveranstaltung neue Mittelfristziele präsentieren wird.

Im Blick sind die Clariant-Anteilsscheine (+0,3%), nachdem die Investorengruppe White Tale ihren Anteil auf 15,1% ausgebaut und ihre Kritik an dem geplanten Zusammenschluss des Basler Konzerns mit dem US-Konkurrenten Huntsman in einem offenen Brief an den Clariant-Verwaltungsrat bekräftigt hat. Clariant solle sich nach Alternativen umsehen, heisst es darin.

Bei den Finanzwerten schneiden Bâloise, UBS und Partners Group mit jeweils +0,4% am besten ab, während Swiss Re um -0,1% nachgeben. Dem Rückversicherer könnte mit dem an Kraft gewinnenden Tropensturm "Maria" in der Karibik neues Ungemach drohen, heisst es im Handel.

Am breiten Markt fallen die Aktien von Wisekey mit Aufschlägen von 12% auf. Das Cybersicherheits-Unternehmen hat den Verlust im Halbjahr im Vorjahresvergleich klar reduziert. Nach Zahlen sind auch Crealogix (+5,0%) etwas im Blick. Der Finanzsoftwareanbieter Crealogix hat im Ende Juni abgeschlossenen Geschäftsjahr 2016/17 markant mehr Umsatz erzielt und unter dem Strich die Rückkehr in die schwarzen Zahlen geschafft.

cp/cf

(AWP)