Aktien Schweiz Eröffnung: Abgaben im frühen Handel - Swiss Life überzeugt

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Freitag etwas schwächer in den Handel gestartet. Belastet haben schwächere Vorgaben von den US-Börsen, wo die Märkte am Vortag nach der Rekordjagd der vergangenen Wochen etwas nachgaben. Die asiatischen Börsenplätze verzeichneten ebenfalls Abgaben, nachdem durchzogene Konjunkturdaten, insbesondere aus dem chinesischen Dienstleistungssektor bekannt wurden.
03.03.2017 10:15

Für einen nachhaltigen Bärenmarkt sei die Stimmung an den Märkten jedoch zu gut, heisst es im Handel. Im Fokus der Anleger ist auch die Geldpolitik. Der Markt sieht die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung Mitte März bei über 80%. Zahlreiche Reden von Notenbankern stehen am Freitagnachmittag auf dem Programm. Am Abend nimmt etwa Fed-Chefin Yellen in Chicago zum Wirtschaftsausblick Stellung. In der Schweiz richtet sich die Aufmerksamkeit auf den Lebensversicherer Swiss Life, der seine Jahreszahlen 2016 präsentiert hat.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert bis um 09.30 Uhr 0,32% auf 8'634,29 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, sinkt um 0,35% auf 1'368,83 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,32% auf 9'503,32 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 23 im Minus und sieben im Plus.

Bei den Blue Chips sind Swiss Life (+0,9%) die grössten Gewinner. Der Lebensversicherer hat einen überzeugenden Leistungsausweis abgeliefert, so der Tenor von Analysten. Begrüsst werden die auf der Kostenseite erzielten Fortschritte, eine ansprechende Anlagerendite sowie die höhere Dividende. Gewinnmitnahmen im Tagesverlauf seien jedoch möglich, schliesslich hätten doch die Papiere alleine seit Anfang August letzten Jahres um rund 50% zugelegt.

Die Verliererseite wird von den Titeln des Index-Schwergewichts Roche (-1,2%) angeführt. Die Titel haben die aussergewöhnlich starken Kursgewinne des Vortags zu verdauen. Am Donnerstag wurde bekannt, dass die lang erwartete und wichtige "Aphinity"-Studie das Studienziel erreicht hatte, worauf diverse Analysten ihre Kursziele erhöht haben. Deutlich besser halten sich die Titel von Novartis (-0,1%), die am Vortag stark sanken, was vor allem auf den Dividendenabgang zurückzuführen war.

Schwach sind auch LafargeHolcim (-1,2%). Der Papiere des Zementherstellers leiden nach am Vortag publizierten Jahreszahlen unter gemischten Analystenkommentaren und unter Gewinnmitnahmen. Die Experten von Kepler Cheuvreux etwa senken das Rating auf 'Hold' von 'Buy', denn nach der starken Entwicklung im vergangenen Jahr sei es nun an der Zeit, abzuwarten und zunächst Gewinne mitzunehmen, so der zuständige Experte.

Unter den allgemein nachgebenden Börsenkursen leiden zudem die Grossbanken: UBS verlieren 0,9% und CS 0,8%. Etwas besser halten sich die Valoren der Privatbank Julius Bär, die um 0,5% nachgeben.

Unter Druck stehen zudem die Luxusvaloren Richemont (-0,7%) und Swatch (-0,5%), was Marktteilnehmer auf den enttäuschenden Caixin-Rapport zum chinesischen Dienstleistungssektor zurückführen. China gehört mit zu den wichtigsten Absatzmärkten der Schweizer Uhrenindustrie.

Im breiten Markt stehen die Papiere von Panalpina (-4,6%) unter starkem Abgabedruck. Der Logistiker hatte am Vortag enttäuschende Jahreszahlen vorgelegt, nun folgen negative Analystenvoten. Gewinnmitnahmen gibt es bei Calida (-1,6%), nachdem die in Restrukturierung befindliche Wäscheherstellerin einen ansprechenden Zahlenkranz für 2016 präsentiert hat.

Dafür klettern die Aktien die Online-Bank Swissquote (+3,5%). Der Zahlenkranz fürs abgelaufene Geschäftsjahr hat die Marktteilnehmer überzeugt. Die Aktionäre sollen wieder eine Ausschüttung von 0,60 CHF pro Aktie erhalten, wovon der der Grossteil als steuerfreie Kapitalrückzahlung erfolgt. Positiv werden auch die Neugelder hervorgehoben. Dieses habe man "deutlich unterschätzt", so Analysten.

pr/ra

(AWP)