Aktien Schweiz Eröffnung: Abwärtstrend ungebrochen - China-Daten belasten

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt steht am Donnerstag im frühen Geschäft unter Abgabedruck und hat dabei vorübergehend auch bereits die Marke von 8'000 Punkten unterschritten. Damit zeichnet sich vorläufig noch kein Ende der seit Tagen andauernden Abwärtstendenz ab. Belastet wird die Stimmung insbesondere von schwachen Exportdaten aus China. Die schlechten Aussenhandelszahlen lassen Sorgen um die Verfassung der chinesischen Wirtschaft wieder in den Vordergrund rücken, was hierzulande unter anderem Swatch belastet.
13.10.2016 10:15

Im Fokus steht aber einmal mehr auch die amerikanische Notenbank. Die Publikation des Sitzungsprotokolls des letzten FOMC-Meetings kostete die US-Aktien am Vorabend einen Grossteil der davor erreichten Gewinne. Die Fed-Minutes hätten ein Auseinanderklaffen der Meinungen innerhalb der einzelnen stimmberechtigten Fed-Mitglieder gezeigt, heisst in Marktkreisen. Letztlich habe sich aber der Eindruck gefestigt, dass die Zinsen bald steigen sollten. Die Risikoaversion der Investoren könnte damit anhalten, zumal auch der Volatilitätsindex VSMI die Schwelle von 15 Punkten wieder überschritten hat.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 09.30 Uhr 0,80% tiefer bei 8'004,21 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 1,02% auf 1'227,23 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,66% auf 8'752,55 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titel notieren alle im Minus.

Mit die stärksten Abgaben verzeichnen UBS (-2,2%) und CS (-1,7%). Am Vorabend geriet die Deutsche Bank mit einer weiteren Busse in den USA ins Visier. Das Bussgeld von 9,5 Mio USD gesprochen von der US-Börsenaufsicht SEC wegen Regelverstössen im Zusammenhang mit der Aktienanalyse ist zwar gering. Die Busse wird aber mitten in den Verhandlungen um einen Milliardenvergleich wegen zweifelhafter Hypotheken-Deals gesprochen und unterstreicht einmal mehr die Anfälligkeit der Banken. Julius Bär (-1,7%) entziehen sich dem Abwärtstrend ebenfalls nicht.

Gedrückt von den schwachen China-Daten leiden insbesondere auch einige konjunktursensitive Aktien wie LafargeHolcim (-1,8%) oder Adecco (+1,5%) sowie die stark in China engagierten Luxusgüterkonzerne Swatch (-1,1%) und Richemont (-1,0%).

Nebst den Bank büssen innerhalb des Finanzsektors auch die Versicherungen an Terrain ein, Swiss Life und Zurich (je -1,5%) etwas mehr als Swiss Re (-1,1%) und Bâloise (-1,3%). Bâloise hat am Morgen den Abgang des langjährigen Finanzchefs German Egloff und des Anlagechefs Martin Wenk auf den kommenden Frühling bekanntgegeben. Beide wolle künftig kürzer treten. Für die ZKB kommen die anstehenden Wechsel auf diesen Positionen nicht überraschend, da beide auf die 60 zugehen. In der heutigen Zeit sei dies ein normales Alter für Rücktritte aus Spitzenpositionen, so die Kantonalbank. Da beide Bâloise massgeblich mitgeprägt hätten, seien die Abgänge aus Investorensicht gleichwohl leicht negativ zu werten.

Auch die Aktien des Waren- und Serviceprüfkonzerns SGS stehen mit ein einem Minus von 1,4% etwas überdurchschnittlich unter Druck. Der Titel werde von einer Rückstufung durch RBC auf "Underperform" etwas gebremst, heisst es im Handel.

Im vorderen Feld der Tabelle zeigen sich Novartis und Roche (je -0,7%) mit immer noch klaren Verlusten. Für die beiden Pharma-Titel hat Jefferies das Kursziel jeweils leicht gekürzt, für beide aber das Rating "Buy" bestätigt.

Im breiten Markt verzeichnen die Aktien des Flughafens Zürich gegen den schwachen Gesamttrend ein Plus von 0,3%. Das Unternehmen hat am Vorabend starke Passagierzahlen für den Monat September vorgelegt und daraufhin die Prognosen für das erwartete Passagierwachstum im Gesamtjahr nach oben revidiert.

Temenos (-0,2%) halten sich immerhin etwas besser als der Gesamtmarkt, gestützt von einer Kurszielerhöhung durch Bryan Garnier verbunden mit einer Bestätigung der Kaufempfehlung. Das Institut geht künftig von einer besseren Margenentwicklung bei Temenos aus.

Auch Rieter (-0,2%) halten sich vergleichsweise stabil. Der Textilmaschinenhersteller hat in China eine Schadenersatzzahlung wegen einer Patentrechtsverletzung zugesprochen erhalten. Diese ist zwar klein, sie kommt aber von einem chinesischen Gericht und könnte deshalb gewisse Signalwirkung haben.

Arg unter Druck stehen dagegen Gurit (-4,8%) nach einer Rückstufung durch die UBS auf "Sell".

cf/ys

(AWP)