Aktien Schweiz Eröffnung: Auf breiter Front fester - einzig Banken unter Druck

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt legt am Montag entgegen den vorbörslichen Indikationen zu. Das Scheitern der Verfassungsreform in Italien und die Ankündigung des Rücktritts von Ministerpräsident Matteo Renzi hat zwar die Aktienmärkte in der Nacht auf Montag vorübergehend unter Druck gesetzt. Zum befürchteten Einbruch kam es aber nicht, wobei in der Schweiz vor allem die defensiven Schwergewichte den Gesamtmarkt stützen. Einzig Bankenwerte stehen etwas unter Verkaufsdruck. Ein Trostpflaster für die Marktakteure ist der Sieg des früheren Grünen-Chefs Alexander Van der Bellen bei der Bundespräsidentenwahl in Österreich.
05.12.2016 09:45

Insgesamt fällt die Reaktion der Aktien auf das "No" der Italiener also positiv aus. Das Nein in Italien sei zwar Wasser auf die Mühlen der Euro-Skeptiker, aber nicht der Anfang vom Ende der Währungsunion, heisst es beispielsweise in einem Kommentar der Zürcher Kantonalbank. Staatspräsident Mattarella werde rasch für Klarheit und für eine Übergangsregierung sorgen und damit für Kontinuität, so der Tenor an den Finanzmärkten. Damit dürfte es nicht zu raschen Neuwahlen kommen, wie die eurokritische Bewegung "Cinque Stelle" bereits gefordert hat. Als Fallschirm für die Märkte wurde zudem die EZB bezeichnet, welche mit Stützungsmassnahmen die Situation jederzeit beruhigen könne.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 9.15 Uhr 0,90% höher bei 7'854,37 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,67% auf 1'251,31 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,81% auf 8'595,74 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln liegen 25 im Plus und fünf Minus.

Zu letzteren gehören die Aktien der Grossbanken UBS (-0,6%) und CS (-0,5%). Diese sind von den mit Italien verbundenen hohen Unsicherheiten am ehesten belastet, denn für italienische Geldinstitute mit ihren milliardenschweren faulen Krediten dürften Sanierungsschritte nun schwieriger werden. CS wird am Mittwoch überdies einen Investorentag durchführen, wobei in der Presse bereits über den Umfang eines möglichen zusätzlichen Stellenabbaus in der Schweiz-Einheit gerätselt wurde.

Actelion (-0,6%) sind ebenfalls unter den wenigen Verlieren zu finden, dies nachdem der Titel vorbörslich noch über 7% im Plus gestanden hatte. Die Spekulationen um eine Übernahme durch Johnson&Johnson gingen am Wochenende weiter, wobei Bloomberg über eine erhöhte Offerte von J&J berichtet. Gleichzeitig hat Novartis-CEO Joe Jimenez in einem Interview verneint, dass Novartis - wie ebenfalls schon spekuliert wurde - an einem Bieterwettbewerb um Actelion teilnehmen würde.

Gute Unterstützung erhält der Gesamtmarkt vor allen von Novartis (+1,3%) und Roche (+1,4%), aber auch Nestlé (+1,0%) werden ihrem Ruf als defensive Versicherung in unsicheren Zeiten gerecht.

cf/ys

(AWP)