Aktien Schweiz Eröffnung: Auf Konsolidierungskurs - Actelion einmal mehr gesucht

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag nach einem starken Wochenauftakt auf Konsolidierungskurs eingeschwenkt. Am Montag noch hatten die Anleger den Schock über die abgelehnte Verfassungsreform in Italien schnell abgeschüttelt und der Leitindex SMI hatte letztlich deutlich zugelegt. Nun richteten sich die Blicke der Anleger bereits auf die EZB-Sitzung am Donnerstag, heisst es im Handel.
06.12.2016 10:15

Die systemischen Probleme Italiens schienen trotz Ablehnung des Verfassungsreferendums am Wochenende fürs erste überwiegend eingedämmt, erklärten Experten. Zudem wollten die meisten Italiener in der EU bleiben. Die italienischen Banken blieben aber trotz der Markterholung ein Sorgenfaktor. Im Fokus der Anleger stehen - wie so oft zuletzt - die Aktien des Biopharmakonzerns Actelion.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 9.30 Uhr 0,02% höher bei 7'846,99 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,15% auf 1'256,22 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,03% auf 8'592,93 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 19 im Minus und elf im Plus.

Im Fokus der Anleger stehen einmal mehr Actelion, die um 3,7% anziehen. Das seit rund zehn Tagen anhaltende Spiel "Deal, no Deal, Deal, no Deal" rund um das Johnson&Johnson-Angebot hat von einem Agenturbericht neue Nahrung erhalten: Laut Bloomberg wirft der französische Pharmakonzerns Sanofi nun auch seinen Hut in den Ring. Die Franzosen überlegten sich, eine Gegenofferte einzureichen, hiess es unter Berufung auf informierte Kreise.

Die beiden grosskapitalisierten Pharmawerte Novartis (-0,4%) und Roche (-0,2%) geben derweil etwas Terrain preis. Mit Blick auf Roche stellt der für die ZKB tätige Analyst fest, dass zwei grossen Hoffnungsträgern der Basler zuletzt relativ grosser Widerstand in Expertenkreisen erwachsen sei. Es handle es sich um den bereits zugelassenen Rituxan-Nachfolger Gazyva und den Produktkandidaten ACE910.

Mit den UBS-Papieren geht es derweil um 1,3% nach oben, nachdem Morgan Stanley die Einstufung auf "Overweight" von "Equal Weight" erhöht hat. Die zuständige Analystin sieht ein Aufwärtspotenzial von 25% und nimmt deshalb die Titel auch in ihre "European Bank's Most Preferred List" auf. Kerntreiber seien höhere Zinsen in den USA und eine steilere Zinskurve, die zu höheren Transaktionen und damit Einnahmen im Wealth Management Americas führen würden.

Mit vorsichtigem Optimismus werden auch Credit Suisse (+0,9%) gekauft. An den Investorentag vom morgigen Mittwoch werden von den Anlegern hohe Erwartungen gerichtet. Während sich einige Analysten positive Impulse erhoffen, sind andere eher skeptisch eingestellt. Die Bankaktien hatten bereits am Montag mit Blick auf die mit Italien verbundenen hohen Unsicherheiten einen relativ schweren Stand.

Julius Bär stehen mit -0,1% kaum verändert. Am Morgen war bekanntgeworden, dass die Liechtensteiner Fürstenbank LGT das Vermögensverwaltungsgeschäft von ABN Amro in Asien und im Mittleren Osten mit verwalteten Vermögen in Höhe von 20 Mrd USD übernimmt. Auch Julius Bär war ein Interesse an dem Geschäft nachgesagt worden.

Zyklische Papiere tendieren uneinheitlich. Während Dufry (+0,6%), Kühne+Nagel (+0,5%) und Aryzta (+0,3%) gekauft werden, gibt es in ABB (-0,7%), LafargeHolcim (-0,7%) und Adecco (-0,5%) Abgaben. Defensive Werte wie Nestlé (+0,2%), Givaudan (-0,2%) und Swisscom (-0,2%) bewegen sich derweil wenig.

Die italienische Swisscom-Tochter Fastweb und der italienische Telekomkonzern Tiscali hatten am Montag eine strategische Partnerschaft mitgeteilt. Demnach übernimmt Fastweb von Tiscali die Business-Sparte, die das Grosskundengeschäft und einen Rahmenvertrag mit der Staatsverwaltung umfasst. Analysten bewerten den Deal als "leicht positiv".

Im breiten Markt notieren Schaffner nach Jahreszahlen unverändert. Der Elektronikkomponenten-Hersteller musste einen Umsatzrückgang hinnehmen und der Reingewinn sank im Vergleich zum Vorjahr von 7,7 Mio auf noch 0,4 Mio CHF. Gottex sacken um 8,6% ab. Um die früheren Verluste aus der Bilanz der Gesellschaft zu eliminieren, soll der Nennwert der Aktien von heute 1,00 CHF auf 0,10 CHF gesenkt werden.

Meyer Burger (-0,5%) finden auch nach drei Tagen mit zum Teil starken Abgaben noch keinen Boden. Heute findet die Bezugsrechtsemission für eine geplante Kapitalerhöhung statt. Von dieser hängt die Zukunft der Gesellschaft ab.

ra/tp

(AWP)