Aktien Schweiz Eröffnung: Auf Richtungssuche

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Montag wenig verändert in die neue Handelswoche gestartet. Das Pharmaschwergewicht Novartis und die Grossbankentitel UBS und CS sorgen mit ihren Abgaben für eine gewisse Belastung im SMI, während die Kursgewinne bei den schwerkapitalisierten Nestlé dagegen halten. Die allgemein freundliche Anlegerstimmung könnte mit Blick auf die weltweiten politischen Risiken einer zunehmenden Vorsicht der Anleger weichen, meinen immer mehr Marktbeobachter.
27.02.2017 10:15

Wenig inspirierend präsentieren sich die Vorgaben aus Übersee. An der Wall Street ist der Leitindex Dow Jones Industrial nach seiner zehntägigen Rekordserie am Freitag kaum vom Fleck gekommen. Und in Asien kam es ebenfalls mehrheitlich zu einer Seitwärtsbewegung, dies allerdings bei negativem Vorzeichen. Im Tagesverlauf könnten die Angaben zum Konsumenten- sowie Wirtschaftsvertrauen in der EU sowie am Nachmittag die Entwicklung der Auftragseingänge bei den langlebigen Gütern in den USA für frischen Wind sorgen.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.30 Uhr 0,09% höher bei 8'533,70 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt um 0,14% auf 1'350,42 zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,11% auf 9'345,73. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 20 im Plus, sieben im Minus und drei unverändert.

Die prozentual grössten Gewinne verzeichnen bei den Blue Chips Dufry mit +1,7%. Unternehmensspezifische News liegen zu dem Reisedetailhändler nicht vor. Die Aktie entwickelt sich seit Jahresbeginn verhältnismässig stark und knüpft damit an die im vergangenen Sommer eingeleitet Aufwärtsbewegung an. Mitte März wird der Konzern das Zahlenset zum vergangenen Geschäftsjahr veröffentlichen.

Auch bei Aryzta (+1,2%), Givaudan, Clariant und Galenica (je +0,5%) sind die Kursgewinne etwas ausgeprägter. Weiterhin nachgefragt werden Sika (+1,1%), dies nach dem bereits starken Lauf am Freitag im Anschluss an positiv aufgenommene Zahlen zum Geschäftsjahr 2016.

Auch Lonza (+0,7%) rücken vor. Der Feinchemiekalienhersteller investiert zusammen mit der französischen Sanofi knapp 300 Mio CHF in die Errichtung einer Anlage für Säugetierzellkulturen zur Herstellung von monoklonalen Antikörpern in der Schweiz. Mit Sanofi erhält Lonza einen starken Pharmapartner und kann damit das Portfolio der Wirkstoffproduktion weiter ausbauen, wie es bei der ZKB heisst.

Die schwergewichtigen Nestlé sind mit Aufschlägen von 0,4% eine grosse Stütze. Die Aktie des Nahrungsmittelmultis hatte sich bereits in der Vorwoche etwas besser als der Gesamtmarkt entwickelt

Die beiden anderen Indexschwergewichte Novartis (unv.) und Roche (-0,1%) bremsen bzw. belasten den Aktienmarkt hingegen. Das vom Pharmakonzern Novartis bei Vorlage des Geschäftsabschlusses 2016 im Januar bekanntgegebene Aktienrückkaufprogramm von bis zu 5 Mrd CHF startet indes am heutigen Montag auf einer separaten Handelslinie an der SIX. Es läuft voraussichtlich bis 2020.

Die grössten Verlierer sind derweil die Bankenwerte UBS (-0,3%) und CS (-0,2%), die bereits in der Vorwoche jeweils rund 2% nachgegeben hatten und damit zu den grossen Verlierern gehörten. Wie es im Handel heisst, sorgte eine Bankenstudie aus dem Hause Kepler Cheuvreux für schlechte Stimmung, in welcher die Analysten den europäische Bankensektor auf "Neutral" zurückstuften.

Am breiten Markt ziehen GAM um 4,9% an. Der Vermögensverwalter hat für die kommende Generalversammlung ein Traktandierungsbegehren vom Hedgefonds RBR erhalten, der 2,1% an GAM hält. So schlägt die Aktionärsgruppe die Wahl von Kasia Robinski, William Raynar und Rudolf Bohli als Mitglieder des Verwaltungsrates vor. Weiter stellt RBR den Antrag, Robinski als Präsidentin des Verwaltungsrates und als Mitglied des Vergütungsausschuss zu wählen. RBR wollte sich zu dem Sachverhalt gegenüber AWP bislang nicht äussern.

Einen Kurssprung legen Kuros (+15%) hin. Das kleine Biotech-Unternehmen hat von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Marktfreigabe für MagnetOs Granulat als Knochenersatz-Extender zur Anwendung an der posterolateralen Wirbelsäule erhalten. Nachgefragt werden u.a. auch Bucher (+2,6%) nach einer Kaufempfehlung durch Baader Helvea.

Myriad fallen hingegen um 7,9% zurück, die am Freitag nach einem enttäuscht aufgenommenen Zahlenkranz zum vergangenen Geschäftsjahr bereits um 20% eingebrochen waren. Zehnder büssen nach weiteren Angaben zum vergangenen Geschäftsjahr 1,0% ein.

cp/ys

(AWP)