Aktien Schweiz Eröffnung: Auf Richtungssuche - Novartis schwach, Schindler top

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag wenig verändert gestartet, dies allerdings mit einem positivem Grundton. Der Leitindex SMI bewegt sich nach drei schwachen Handelstagen in Folge um die derzeit wichtige psychologische Marke von 8'000 Punkten herum. Während die Mehrheit der Blue Chips Oberwasser haben, verhindern insbesondere die nach Zahlen schwachen Novartis-Schwergewichte deutlichere Avancen der Schweizer Börse. Die Vorgaben aus Übersee hielten allerdings kaum Impulse bereit.
25.10.2016 10:15

An der Wall Street hatte der Dow Jones am Montag im Zuge positiver Daten zur Stimmung in der US-Industrie zwar zugelegt, verglichen zum Europaschluss allerdings kaum verändert geschlossen. In Asien zeigte sich kein einheitlicher Trend. Gut lief es in Japan, wo ein schwächerer Yen insbesondere die exportabhängigen Werte stützte. Hierzulande hat die Berichtssaison das Marktgeschehen fest im Griff. Neben Novartis legten auch Syngenta und Schindler sowie weitere Unternehmen aus dem breiten Markt ihre Zwischenergebnisse vor.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert bis um 09.30 Uhr um 0,07% höher bei 7'997,64 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,42% auf 1'242,98 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,03% auf 8'736,73 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 21 im Plus, acht im Minus und einzig die Roche-Genussscheine unverändert.

Eine relativ grosse Belastung sind die schwergewichtigen Novartis, die mit -0,9% unter den Blue Chips auch am deutlichsten zurückfallen. Der Pharmakonzern hat zwar mit dem Quartalsausweis die durchschnittlichen Analystenschätzungen zum Teil übertroffen. Als enttäuschend wird allerdings die Absatzentwicklung der zukünftigen Schlüsselmedikamente Entresto und Cosentyx sowie die Umsatz- und Gewinnentwicklung bei den Töchtern Alcon und Sandoz bezeichnet.

Stark gestartet sind dagegen Schindler (+3,4%). Der Lift- und Rolltreppenhersteller hat sich in den ersten neun Monaten 2016 bei allen wichtigen Kennzahlen gesteigert. Analysten zeigen sich in ersten Kommentaren vor allem von der Ertragsentwicklung überzeugt. Für einmal kamen die Wachstumsimpulse aus Amerika und Europa statt China. Im Gesamtjahr rechnet das Management nun wegen Sondereffekten mit einem höheren Gewinn als bisher.

Auch Syngenta (+1,4%) ziehen an, nachdem der Titel am Vortag wegen Sorgen über Verzögerungen bei der geplanten Übernahme durch ChemChina allerdings heftig unter die Räder gekommen war. Syngenta stellt sich tatsächlich auf Verzögerungen ein, wie der Agrochemiekonzern am Morgen zusammen mit dem Zwischenresultat mitteilte. Der Prozess zum Erhalt der behördlichen Genehmigungen komme zwar voran, neu rechne man aber damit, dass er sich bis ins erste Quartal 2017 erstrecken werde. Bisher hatten sich die beiden Parteien zuversichtlich gezeigt, dass der Deal bis Ende 2016 unter Dach und Fach sein wird. Mit dem vorgelegten Zahlenset hat Syngenta die Markterwartungen knapp verfehlt.

Zu den grossen Gewinnern zählen auch die Aktien des weltgrössten Personalvermittlers Adecco mit +2,0%. Für gute Stimmung sorgen hier die am Morgen vorgelegten Zahlen des niederländischen Mitbewerbers Randstad, welche insgesamt über den Markterwartungen zu liegen kamen. Weitere Zykliker wie Richemont, Swatch (je +1,4%) und LafargeHolcim (+0,8%) sind ebenfalls ganz vorne mit dabei.

Stark schneiden Swiss Re (+1,5%) bei den Finanzwerten ab, und auch die beiden Grossbankenwerte UBS und CS (je +0,7%) knüpfen nahtlos an die positive Entwicklung der vergangenen Tage an.

Auch Julius Bär (+0,8%) sind etwas im Blick. Der Schweizer Vermögensverwalter sowie die Liechtensteiner LGT Bank sind laut Agenturberichten an einer Übernahme des Vermögensverwaltungsgeschäft von ABN Amro in Asien interessiert. Der Deal würde strategisch Sinn machen, kommentiert die ZKB.

Am breiten Markt erleben Ams (-22%) einen veritablen Kurssturz. Die am Vorabend vorgelegten Drittquartalszahlen sind zwar im Grossen und Ganzen Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Mit dem Ausblick auf das vierte Quartal und Bekanntgabe einer laut Analysten teuren und verwässernden Übernahme wurden Investoren offensichtlich vor den Kopf gestossen.

Nach Zahlen schwach präsentieren sich auch Huber+Suhner (-3,8%). Das Unternehmen hat mit den Zahlen zum Umsatz und Auftragseingang nach neun Monaten die Erwartungen der Analysten verfehlt. Zudem wurden die Prognosen leicht nach unten revidiert.

Zulegen können nach Zahlen hingegen Panalpina (+0,8%) und Feintool (+1,0%).

cp/ys

(AWP)