Aktien Schweiz Eröffnung: Auf Richtungssuche - Zurich top

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Donnerstag wenig verändert gestartet. Die Vorgaben von den wichtigsten Überseemärkten fallen auch eher verhalten aus. So hatte der US-Leitindex Dow Jones Industrial am Vortag seine mehrtägige Gewinnserie unterbrochen, sich seit dem Handelsschluss in Europa per Saldo allerdings kaum von der Stelle gerührt, gleiches gilt für die wichtigsten Handelsplätzen in Asien. Hierzulande fallen Zurich und Julius Bär nach Unternehmensnews positiv auf.
17.11.2016 10:18

Investoren würden sich vor der Anhörung der US-Notenbankchefin Janet Yellen vor dem US-Kongress am späteren Nachmittag zurückhalten, hiess es im Handel. Dies ist ihr erster Auftritt seit der US-Präsidentschaftswahl. Auch gehe das Rätselraten über den zukünftigen Kurs, den Donald Trump als nächster US-Präsident einschlagen wird, weiter. Anleger würden auch deshalb eher zur Vorsicht neigen. Zudem sind die Märkte zuletzt stark gelaufen, womit Rückschläge nicht auszuschliessen seien.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 9.30 Uhr 0,04% höher bei 7'917,42 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,10% auf 1'245,82 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,07% auf 8'647,00 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 18 im Minus, zehn im Plus und zwei unverändert.

Die grossen Gewinner sind Zurich mit +1,6%. Der Versicherer hat am heutigen Investorentreffen ein Versprechen abgegeben: Die Dividende soll nicht - wie am Markt teilweise befürchtet - gekürzt, sondern über die Jahre erhöht werden. Das klare Bekenntnis sei positiv zu werten, da diesbezüglich bisher Unsicherheit an der Börse herrschte, kommentiert die ZKB.

Auch Julius Bär (+0,6%) rücken etwas deutlicher vor. Auslöser für die Anschlusskäufe nach dem starken Kursanstieg der letzten Tage ist der von Analysten als solide bezeichnete Zwischenbericht, den der Vermögensverwalter am Morgen vorgelegt hatte. Per Ende Oktober 2016 wurden Vermögen von 327 Mrd CHF verwaltet, gegenüber 311 Mrd CHF per Ende Juni. Damit wurden die Analystenprognosen leicht übertroffen.

Im Aufwind sind auch einige klassische Zykliker wie Adecco (+0,8%), Swatch (+0,7%) und Sika (+0,4%). Nachgefragt werden zudem eher defensive Werte wie Givaudan (+1,2%), die schwergewichtigen Nestlé (+0,3%) und Swisscom (+0,2%).

Bei den Verlierern fallen nachrichtenlos Aryzta mit -1,3% am stärksten zurück. Dahinter folgen CS (-1,1%) und Actelion (-1,0%). Letztere waren am Vortag nach einem positiven Analystenvotum und im Zuge von Übernahmegerüchten um fast 7% angesprungen, während CS auch da zu den grossen Verlierern zählte.

Auch LafargeHolcim fielen am Vortag deutlicher zurück und sind Morgen weiter im Sinkflug (-0,4%). Im Handel wird aktuell auf schwache Zahlen des irischen Baustoffkonzerns CRH verwiesen. Dessen Geschäftsverlauf habe eine signifikante Abschwächung im dritten Quartal gegenüber dem ersten Halbjahr gezeigt. Am morgigen Freitag führt LafargeHolcim einen Capital Markets Day durch.

Eine grosse Belastung sind die beiden Pharmaschwergewichte Roche (-0,5%) und Novartis (-0,3%).

Am breiten Markt geben Meyer Burger um 3,7% nach. Für schlechte Stimmung im Solarsektor sorgen News aus den USA: Der grösste US-Solaranlagenhersteller First Solar gab bekannt, mehr als ein Viertel seiner Stellen zu streichen. Der Konzern erwartet aufgrund einer schwächeren Nachfrage in China für das kommende Jahr einen überraschend niedrigen Umsatz, wie es hiess.

Grössere Einbussen verzeichnen noch Leonteq (-2,7%), die am Vortag nach dem Zwischenrapport und dem Strategieupdate bereits um über 7% zurückgefallen waren.

Im Gewinnerfeld notieren Gategroup (+1,2%) nach Zahlen fester. Der Airline-Caterer, der kurz vor der Übernahme durch den chinesischen Mischkonzern HNA steht, weist nach neun Monaten einen markant höheren Umsatz aus und hat auch operativ Fortschritte erzielt. Bestätigt wird, dass der Kontrollwechsel voraussichtlich noch im laufenden vierten Quartal erfolgen wird - mit anschliessender Dekotierung der Aktien.

Gesucht sind auch GAM (+1,5%), nachdem mit der Zentralbank Norwegens ein neuer prominenter Aktionär in Erscheinung getreten ist.

cp/ra

(AWP)