Aktien Schweiz Eröffnung: Deutliche Verluste - Sorgen um Deutsche Bank

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den letzten Handelstag zum Wochenschluss mit deutlichen Verlusten eröffnet. Die Vorgaben aus den USA waren schwach, nachdem die Stimmung von neuen negativen Schlagzeilen über die Deutsche Bank belastet wurde. Einige Hedgefonds haben laut einem Medienbericht offenbar Gelder abgezogen, und die Sorgen hinsichtlich des Zustandes der Finanzbranche insgesamt nahmen zu. Vor allem hätten sich die Marktteilnehmer an der Wall Street erschrocken von den Kursverlusten bei der Deutschen Bank gezeigt, heisst es am Markt.
30.09.2016 09:27

Auch in Asien gaben die Börsen in der Folge mehrheitlich deutlich ab. Zudem fallen die Ölpreise am Freitag wieder: Nach dem starken Preisanstieg im Zuge der überraschend angekündigten Einigung der Opec-Länder auf eine Fördergrenze am Mittwoch, kommt es auch zu Gewinnmitnahmen. Mit dem anstehenden Beginn des vierten Quartals wäre indes eine günstige Zeit für Anleger, Positionen zu überprüfen und sicherzustellen, dass sie mit ihren Portfolios adäquat positioniert sind, heisst es in einem Marktkommentar. Hierzulande bewegt sich zudem der Franken mittlerweile wieder auf höherem Niveau. Seit einem Anstieg des Euro zum Franken im August, hat die europäische Währung mittlerweile wieder nachgegeben und wird für rund 1,082 CHF gehandelt.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert gegen 09.15 Uhr 1,42% auf 8'048,59 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 1,62% auf 1'218,64 ab und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,35% auf 8'782,44 Punkte nach. Die 30 wichtigsten Titel stehen allesamt im Minus.

Credit Suisse (-4,7%) führen die Verlierer mit Abstand an, aber auch UBS (-3,0%) und Julius Bär (-2,9%) geben ab, so auch weitere Finanztitel wie Zurich (-2,2%), Bâloise, Swiss Life (je -2,1%) und Swiss Re (-1,7%).

Auch die hiesigen Werte können sich den Ängsten im Bankensektor nicht entziehen. Die Sorgen um die Deutsche Bank belasten die Stimmung an den europäischen Aktienmärkten schwer. Einige Hedgefonds - Kunden im sogenannten Derivate-Clearing - hätten überschüssige Geldbestände und Positionen reduziert, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Vorabend unter Berufung auf ein ihr vorliegendes internes Dokument der Bank. Das Finanzhaus steht derzeit stark unter Druck, weil ihr von der US-Justiz im Hypotheken-Streit eine Rekordstrafe von 14 Mrd USD angedroht wurde.

Auch wenn Analysten die Finanzlage der Deutschen Bank in einer ersten Reaktion als stabil einstufen, an der Wall Street wie auch am Morgen in Asien zeigten sich die Anleger sichtlich besorgt. Im New Yorker Handel brachen die Papiere der schwer angeschlagenen grössten Bank Deutschlands um 6,7% ein. Im frühen Handel an der Deutschen Börse fielen sie erstmals unter 10 EUR.

Galenica (-2,2%) gehören mit zu den grössten Verlieren, nachdem Credit Suisse das Kursziel für die Aktien gesenkt hat. Nach einer Phase, in der die Bank ein Restricted-Rating hatte, wurde die Bewertung zudem wie zuvor mit Neutral wieder aufgenommen. Der zuständige Analyst führt einige Herausforderungen und Risiken an.

ABB (-1,2%) geben ebenfalls klar ab, aber weniger als der Durchschnitt. Der Technologiekonzern hat das im September 2014 angekündigte Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen und insgesamt 171,34 Mio Aktien für eine Gesamtsumme von 3,5 Mrd USD erworben. Das entspricht rund 7,4% des Aktienkapitals.

Deutlicher tiefer stehen zudem noch LafargeHolcim (-2,4%), Richemont (-2,1%), Adecco und Dufry (-2,0%). Geringere Verluste verbuchen dagegen Syngenta (-0,2%), Givaudan (-0,5%), Lonza, Schindler und Clariant (-0,8%).

ys/ra

(AWP)