Aktien Schweiz Eröffnung: Erholung auf breiter Front - Banken gesucht

Der Schweizer Aktienmarkt ist mit Kursgewinnen auf breiter Front in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Mit den nach Europaschluss deutlich erholten Kursen an der Wall Street und überwiegend freundlichen Aktienmärkten in Asien seien die Vorgaben für den heutigen Handelstag positiv, heisst es im Handel. Die Rede ist von einer Gegenbewegung auf die jüngsten Abgaben.
13.01.2017 10:15

Viele Marktteilnehmer könnten nun aber eine zunehmend abwartende Haltung einnehmen und den Amtsantritt von Donald Trump in der kommenden Woche abwarten, heisst es weiter. Am Freitag gilt die Aufmerksamkeit der Anleger nun den Quartalsergebnissen einer Reihe von US-Banken. Später werden noch die US-Einzelhandelsumsätze im Dezember publiziert.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 9.30 Uhr 0,54% höher bei 8'419,88 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,58% auf 1'337,53 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,45% auf 9'169,03 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 28 im Plus, sowie je einer im Minus resp. unverändert.

Mit deutlichen Aufschlägen notieren die Papiere der Grossbanken Credit Suisse (+1,5%) und UBS (+1,0%). Am frühen Nachmittag öffnen die Bank of America, JP Morgan und Wells Fargo ihre Bücher. Zudem hat laut Händlern Merrill Lynch die CS-Aktien auf ihre "Europe 1"-Liste gesetzt und die Kaufempfehlung bekräftigt. Julius Bär ziehen um 0,7% an.

Bei den Versicherern fallen Swiss Life mit plus 1,0% und Zurich mit plus 0,7% auf. Swiss Re rücken um 1,1% und Bâloise um 0,5% vor. Die HSBC hat im Rahmen einer Branchenstudie die Kursziele aller vier genannten Titel leicht erhöht.

Richemont und Swatch knüpfen mit je +0,4% an ihre deutlichen Vortagesgewinne an - allerdings mit angezogener Handbremse. Richemont hatten am Donnerstag um 8,6% und Swatch um 5,5% zugelegt. Ausgelöst wurde das Rally von unerwartet starken Richemont-Zahlen. Das gute Weihnachtsgeschäft bei den Genfern hat gemäss Marktteilnehmern viele Leerverkäufer auf dem falschen Fuss erwischt. Am Freitag hagelte es nun Kurszielerhöhungen für Richemont.

Actelion (+0,6% auf 230,10 CHF) werden von einem neuen Kapitel der Saga "Johnson&Johnson" gestützt. Denn das US-Finanzportal "StreetInsider.com" hatte am Vorabend berichtet, die Verhandlungen hätten Fortschritte gemacht. Das Portal berief sich auf Quellen aus dem Umfeld und sprach dabei von einem Übernahmepreis von 250 bis 260 USD pro Actelion-Aktie inklusive Spin off des Forschungs- und Entwicklungs-Portfolios.

Deutlich erholt zeigen sich auch die anderen Pharmawerte Novartis und Roche mit je +0,8. Äusserungen von Donald Trump hatten am Donnerstag weltweit für Abgabedruck in der Branche geführt; der gewählte Präsident hatte den Eindruck erweckt, dass er tiefere Medikamentenpreise anpeilen werde. Ebenfalls dem Gesundheitssektor zugerechnet werden Galenica (+0,7%).

Gewinne gehen auch, bisher noch ohne News, auf Adecco mit plus 0,7%. SGS steigen um 1,0% nach einer Aufstufung auf "Equalweight" durch Barclays.

Am anderen Ende der Rangliste finden sich vor allem defensive Papiere wie Nestlé (unverändert), Givaudan (+0,1%) oder Aryzta (-0,3%).

Am breiten Markt kommt die Berichtssaison so langsam ins Rollen: Die Hypothekarbank Lenzburg (+0,5%) hat als erstes kotiertes Finanzinstitut die Jahreszahlen vorgelegt und dabei höhere Gewinnzahlen ausgewiesen. Zehnder (-0,9%) hat die Umsätze 2016 präsentiert; der Heizungs- und Lüftungshersteller wurde insbesondere im zweiten Semester von einer schwachen Nachfrage in Frankreich sowie vom schwachen Pfund nach dem Brexit belastet.

Wisekey (+2,8%) konnte derweil den erfolgreichen Abschluss einer Finanzierungsrunde melden. Dem indischen Joint Venture der Cybersecurity-Firma flossen insgesamt 1,3 Mio USD zu.

U-blox erholen sich mit plus 2,8% etwas von dem herben Rückschlag um 13%, den die Papiere am Donnerstag erlitten hatten. Der Chiphersteller hatte angekündigt, die eigenen Umsatzerwartungen für 2016 zu verfehlen, was äusserst schlecht bei den Investoren ankam.

ra/cp

(AWP)