Aktien Schweiz Eröffnung: Erholung dank Clinton-Hoffnungen - Anleger atmen auf

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist freundlich in die neue Woche gestartet. Grund dafür sind die jüngsten Entwicklungen mit Blick auf die US-Präsidentschaftswahlen vom morgigen Dienstag. Die Hoffnung, dass Hillary Clinton im Rennen gegen den republikanischen Widersacher Donald Trump am Ende die Nase vorne haben wird, lasse die Anleger aufatmen, heisst es im Handel. Die Demokratin wurde in der e-Mail-Affäre vom FBI entlastet und hatte bereits zuvor in Umfragen leicht dazugewonnen.
07.11.2016 10:31

An den internationalen Finanzmärkten nimmt die Nervosität im Vorfeld der US-Wahl zu, denn sollte Trump an die Macht kommen, rechnen Händler mit deutlichen Verwerfungen an den Börsen. Am Sonntag hat jedoch die Clinton-Kampagne Rückenwind erhalten. Das FBI erklärte nämlich, dass auch eine zweite Runde von Ermittlungen in der e-Mail-Affäre keine Anhaltspunkte für ein kriminelles Verhalten der Demokratin ergeben habe. Ausserdem bleibt auch die US-Geldpolitik Thema an den Märkten. Nach den erneut robusten Arbeitsmarktzahlen vom Freitag, sei ein nächster Zinsschritt im Dezember "nochmals wahrscheinlicher" geworden, hiess es dazu.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert kurz nach 09.30 Uhr um 1,48% höher bei 7'705,51 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 1,62% auf 1'201,76 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,39% auf 8'448,86 Zähler. Die 30 wichtigsten Titel liegen alle im Plus.

LafargeHolcim (+3,3%) führen die Tabelle an und setzen damit die starke Aufwärtsbewegung von Ende letzter Woche fort. Einige Analystenhäuser erhöhten im Anschluss an die Vorlage der Quartalszahlen vom Freitag ihre Schätzungen und Kursziele für den Zementkonzern, während die ZKB gar das Rating auf 'Übergewichten' von zuvor 'Marktgewichten' angehoben hat. Die Gesellschaft habe trotz eines Umsatzrückgangs mit einem starken Margen-Anstieg überzeugt, schreibt der zuständige Analyst.

Auch der Uhren- und Schmuckhersteller Richemont überzeugte am Freitag Analysten und Anleger mit Angaben zur Geschäftsentwicklung - insbesondere zum Monat Oktober - und nun klettern die Aktien (+2,0%) weiter in die Höhe. UBS, Citigroup, Vontobel, Kepler, Deutsche Bank, Barclays, Goldman Sachs oder Bernstein hoben das Kursziel an. Und auch hier erhöhte die ZKB das Rating sowohl für Richemont als auch für Branchennachbar Swatch (+1,4%) auf 'Übergewichten' von 'Untergewichten'. Positiv sei es, dass auch der Grossraum China (Festlandchina mit den bisher schwachen Hongkong und Macao) wieder ein leichtes Wachstum verzeichne, schreibt die ZKB. Wie es scheint, sei das Schlimmste nun wohl ausgestanden.

Actelion klettern mit 2,4% ebenfalls stark in die Höhe. In der Phase II-Studie MERIT hat der Wirkstoff Macitentan bei Patienten mit chronisch thromboembolischer pulmonaler Hypertonie den primären Endpunkt erreicht. Die beobachtete Wirksamkeit sei über alle Behandlungsgruppen hinweg konstant gewesen, hiess es.

Grosse Kursgewinne sind auch bei den Banken UBS (+2,7%) und Credit Suisse (+2,3%) zu sehen. Vor allem die Aktionäre der CS atmen tief durch, nachdem die Titel in der Vorwoche nach Vorlage der Quartalszahlen um über 13% eingebrochen waren. Die Papiere der UBS sind derweil von HSBC in die 'Europe Super Ten'-Liste aufgenommen worden.

Die Schwergewichte Nestlé (+0,9%), Novartis (+1,7%) und Roche (+1,4%) werden auch sehr gut nachgefragt. Dabei dürften die Roche-Genussscheine von der Ankündigung des Starts einer Phase-III-Studie mit Tecentriq und weiteren vielversprechenden Daten zur Behandlung von Hautkrebs profitieren.

Im breiten Markt haben lediglich Beteiligungsgesellschaften wie New Venturetec (Aktie unv.), Pargesa (+1,7%) oder PEH (kein Kurs) Zahlen vorgelegt. Beim Biotechnologie-Unternehmens Molecular Partners (-0,2%) ist CEO und Mitgründer Christian Zahnd aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Die Nachfolge tritt Patrick Amstutz an, der bei Molecular Partners als Chief Business Officer und Chief Operating Officer geamtet hat.

Die grössten Kursverluste gehen auf das Konto von Arundel (-3,5%), demgegenüber klettern Kudelski um 4,3% oder Ypsomed um 4,1% in die Höhe.

mk/ra

(AWP)