Aktien Schweiz Eröffnung: Erholung nach drei negativen Handelstagen

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Donnerstag nach drei negativen Handelstagen in Folge auf Erholungskurs eingeschwenkt. Damit vollzieht er die Bewegung an den US-Märkten nach, wo die Indizes am Vorabend nach Börsenschluss in Europa noch in die Pluszone gedreht hatten. Unterstützung bot der Anstieg der Ölpreise, wie auch die Publikation des jüngsten Protokolls der US-Notenbank Fed. Letzteres stützt diejenigen Beobachter, welche die Wahrscheinlichkeit für eine US-Zinserhöhung in diesem Jahr als gering einschätzen.
07.07.2016 10:15

Seit dem Brexit-Votum sei die Stimmung an den Finanzmärkten insgesamt sehr instabil und auch weiterhin dürfte die Volatilität am oberen Rand der Bandbreite verharren, kommentieren die Analysten der Credit Suisse. Ruhephasen - wie der Zeitraum einige Tage nach der Brexit-Abstimmung - sollten als Ausnahme betrachtet und zur Absicherung des Engagements in Risikoanlagen genutzt werden, empfehlen sie. Im weiteren Tagesverlauf dürften noch Konjunkturdaten aus Europa und den USA das Marktgeschehen beeinflussen.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 9.30 Uhr um 0,92% höher bei 7'970,92 Zählern. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 1,02% auf 1'163,88 und der breite Swiss Performance Index (SPI) legt um 0,95% auf 8'598,66 Punkte zu. Von den 30 Blue Chips liegen 29 im Plus, nur Syngenta notieren schwächer.

Eine klare Erholung zeigen auch die zuletzt stark unter Druck geratenen Grossbanken-Aktien CS (+2,0%) und UBS (+1,7%). Die CS-Aktie notiert mit 10,11 CHF zudem auch wieder über der Marke von 10 CHF, die sie am Vortag unter breitem medialen Echo unterschritten hatte - in mehreren Publikationen wird nun bereits über Wechsel an der Führungsspitze der zweitgrössten Schweizer Bank spekuliert.

Gewinne zeigen auch die Versicherungstitel Swiss Life (+0,9%) sowie Swiss Re und Zurich (je +1,1%). Zurich hat am Morgen den Verkauf einer Tochtergesellschaft in Südafrika bekanntgegeben, nachdem der Versicherer im Vormonat bereits Gesellschaften in Marokko und Taiwan abgestossen hatte. Der Verkauf sei insgesamt wenig bedeutend und sei im Einklang mit der Strategie des Versicherungskonzerns, meint die Bank Vontobel.

Zulegen können auch weitere Zykliker wie LafargeHolcim (+1,7%) oder die in den letzten Tagen unter Druck geratene Adecco-Aktie (+1,5%). Das Aktienresearch von Barclays hat ihr "Overweight"-Rating für die Titel des Personalvermittlers trotz dem sich verschlechternden Umfeld in Europa bekräftigt. Der Warenprüfkonzern SGS (+1,0%) hat derweil in Lateinamerika eine kleinere Übernahme mit einem Umsatz von 14 Mio USD bekanntgegeben.

Zulegen können zudem Actelion (+1,5%). Das Allschwiler Biotech-Unternehmen hat am Morgen den Start einer Phase II-Studie für ein Medikament gegen Schlaflosigkeit angekündigt: Man greife auf "überzeugende Daten aus einem vorklinischen und Phase-I-Programm zurück", so Actelion.

Gestützt werden die Indizes zudem von den defensiven Schwergewichten Roche (+1,3%) sowie Novartis (+1,0%). Die Novartis-Generikatochter Sandoz hat positive Daten zu einem Biosimilar des Schuppenflechte-Medikaments Enbrel veröffentlicht. Leicht fester notieren Nestlé (+0,5%). Die französische Konkurrentin Danone hat am Morgen eine milliardenschwere Übernahme in den USA im Bereich von gesunden Nahrungsmittel angekündigt.

Barry Callebaut (+1,3%) liegen klar im Plus, nachdem der Schokoladekonzern Zahlen für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres bekanntgegeben und nach eigenen Angaben in einem rückläufigen Markt die verkauften Volumen gesteigert. Das Ergebnis lag insgesamt etwas im Bereich der Analystenerwartungen.

Einen Kurssprung gibt es für die Titel des kriselnden Solarkonzerns Meyer Burger (+16,7%). Das Unternehmen hat für das erste Halbjahr 2016 deutlich angestiegene Umsätze sowie die Rückkehr in die schwarzen Zahlen auf EBITDA-Ebene angekündigt. Zudem wurde der Geldabfluss gestoppt. Ein starkes Umsatzwachstum und einen Gewinnanstieg im Halbjahr hat zudem die Comet-Gruppe (+4,4) vermeldet.

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(AWP)