Aktien Schweiz Eröffnung: Erholung vor US-Arbeitsmarktdaten - Novartis gesucht

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Freitag im Vorfeld des mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktberichts mit etwas festeren Notierungen in Angriff nehmen. Damit kann sich der Leitindex von den Kursverlusten des Vortages erholen. Unterstützung erhalten die europäischen Finanzmärkte am Berichtstag aus den USA, wo sich der Dow Jones sowie der breite S&P 500 nach Europaschluss von den Tiefstständen absetzten und am Ende kaum verändert aus dem Handel gingen. In Asien bewegten sich die wichtigsten Börsen derweil kaum vom Fleck.
02.09.2016 10:15

Seit Tagen warten die Anleger den Jobs Report für den Monat August, der vor allem mit Blick auf die künftige Geldpolitik der US-Notenbank und einen weiteren Zinsschritt grosse Bedeutung geniesst. Sollten die Daten den guten Trend der vergangenen Monaten untermauern, dann dürften die Erwartungen auf eine baldige Zinsanhebung noch zunehmen, meint ein Händler. Grund zur Zuversicht geben etwa die guten ADP-Daten vom Mittwoch sowie die soliden Angaben zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenentschädigung vom Donnerstag.

Der Swiss Market Index (SMI) liegt gegen 09.30 Uhr mit 0,35% im Plus und notiert bei 8'170,78 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,13% auf 1'241,23 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,25% auf 8'884,14 Stellen. Von den 30 wichtigsten Titeln liegen 19 im Plus, während elf Aktien nachgeben.

Zu den Blue Chips gibt es am Berichtstag kaum börsenrelevante News und so dürfte der Handel bis zur Publikation der US-Arbeitsmarktdaten (14.30 Uhr MEZ) mit einer festeren Tendenz in ruhigen Bahnen verlaufen. Auf dem Vormarsch stehen nach den gestrigen Kursabgaben die Papiere des Pharmaschwergewichts Novartis (+1,0%). Novartis hatte am Mittwochabend über die Reorganisation in der Pharmadivision orientiert und Tag darauf an der Börse um 1,7% nachgegeben.

Die beiden weiteren Schwergewichte am Schweizer Aktienmarkt, Roche und Nestlé (je +0,3%), erholen sich nur moderat von den Vortagesverlusten. Dabei hatte Roche am Vorabend den Abbau von 190 Stellen in Basel angekündigt. Der Abbau soll noch dieses Jahr gestartet und 2017 abgeschlossen werden, hiess es.

An der Spitze des SMI stehen ABB (+1,3% auf 21,52 CHF). Exane BNP erhöhte das Rating für den Industriekonzern auf 'Outperform' von 'Underperform' und das Kursziel deutlich auf 24 von zuvor 18 CHF. Er passe seine Aussichten nach oben an, da er nun positiver eingestellt sei gegenüber den Kosteneinsparungen, dem Programm zur Senkung des Umlaufvermögens sowie dem europäischen Strommarkt, begründete der zuständige Analyst.

Auf der Gegenseite geben LafargeHolcim (-1,0%) am stärksten nach, während die Banken UBS (-0,4%), Credit Suisse (-0,5%) und Julius Bär (-0,8%) ebenfalls unter Abgabedruck stehen.

Swiss Re verlieren 0,8%. Société Générale hat die Titel im Rahmen einer Sektorstudie zu den europäischen Rückversicherern auf 'Hold' von 'Buy' abgestuft. Als einen Grund dafür wurde die pessimistischere Einschätzung mit Blick auf den Brexit angeführt. Zudem dürfte mit "Hermine" in den nächsten Stunden erstmals seit 2005 wieder ein Wirbelsturm in den USA auf Land treffen. Experten gehen für die Versicherungsindustrie allerdings von "gut zu bewältigenden" Kosten aus. Und so gewinnen Zurich (+0,1%) oder am deutschen Markt der grosse Swiss Re-Konkurrent Munich Re (+0,5%) an Wert.

Wenig Bewegung ist bei SGS (+0,2%) auszumachen. Der Prüfkonzern wartete am Freitag mit einer weiteren kleinen und das Geschäft ergänzenden Übernahme in Brasilien auf. Derweil hat Galenica (Aktie: +0,4%) die für die geplante Aufspaltung des Konzerns wichtige Übernahme des US-amerikanischen Pharmaunternehmen Relypsa früher abgeschlossen als ursprünglich angekündigt. Die Gewinnprognosen werden daher nun im Oktober erneut angepasst.

Im breiten Markt zieht die Immobiliengesellschaft Plazza (Aktie: -0,1%) die Blicke mit Halbjahreszahlen auf sich. Plazza hat in der ersten Jahreshälfte weniger Ertrag aus den Liegenschaften erzielt und unter dem Strich weniger verdient. Zu schaffen machen die Leerstände bei den Geschäftsflächen. Kudelski verlieren 0,8%. Der Zuzug zweier erfahrenen Cyber-Security-Experten beeinflusst den Kurs kaum.

Ohne News klettern Charles Vögele um 3,6% oder Myriad um 2,5% in die Höhe. Grössere Einbussen sind dagegen bei OTI Energy (-5,8%) oder Newron (-2,0%) zu sehen.

mk/ra

(AWP)