Aktien Schweiz Eröffnung: Etwas fester - Anleger warten vor Trump-Rede ab

Der Schweizer Aktienmarkt hat das Geschäft am Dienstag mit einer leicht festeren Tendenz in Angriff genommen. Allerdings bewegt sich der Leitindex SMI wie schon zu Wochenbeginn kaum vom Fleck. Leichte Unterstützung erhalten die europäischen Börsen von der Wall Street, wo der Dow-Jones-Index am Vorabend zum zwölften Mal infolge einen neuen Rekordstand erreicht hat. Die Lage an den Finanzmärkten bleibt jedoch vor der am Dienstagabend anstehenden Rede des US-Präsidenten Donald Trump vor dem US-Kongress angespannt.
28.02.2017 10:15

Die Anleger hoffen, dass Trump in seiner Kongressrede endlich mit Details zu den versprochenen Steuergeschenken und zu Infrastrukturinvestitionen aufwartet. Vor dieser Rede würden sich die Börsianer wohl nicht zu weit aus der Deckung wagen, meint ein Händler. Am Nachmittag könnten allenfalls weitere wichtige US-Konjunkturdaten (Konsumentenvertrauen, PMI Chicago oder Case-Shiller-Index) für Bewegung sorgen. Sowohl die Stimmung der Konsumenten als auch der Unternehmen dürfte weiter zuversichtlich bleiben, heisst es. Vor allem letztere setzten grosse Hoffnung auf die politische Agenda Trumps.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.30 Uhr 0,12% höher bei 8'531,15 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt um 0,09% auf 1'351,29 zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) um ebenfalls 0,09% auf 9'347,83. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 18 im Plus, elf im Minus und Actelion unverändert.

In der Schweiz hat am Dienstag eine Vielzahl von Unternehmen aus der zweiten Reihe Zahlen zum Geschäftsjahr 2016 vorgelegt, während es bei den Blue Chips ziemlich ruhig zu- und hergeht. Die Banken Credit Suisse (+0,8%), UBS (+0,5%) und Julius Bär (+0,7%) erholen sich leicht von den zuletzt erlittenen Kursabgaben und stehen weit vorne im SMI/SLI-Tableau.

Festere Kurse sind zudem auch bei Aktien wie Geberit, Galenica (je +0,7%) oder ABB (+0,5%) zu sehen, während die Index-Schwergewichte Novartis (+0,2%), Roche und Nestlé (je 0,1%) nicht auffallen.

Die Aktien des Rückversicherers Swiss Re verlieren 0,6% nachdem Société Générale die Titel neu zum Verkauf empfiehlt und die Credit Suisse das Kursziel leicht gesenkt hat. Die Swiss Re habe am vergangenen Donnerstag ein ziemlich schwaches Zahlenset für das vierte Quartal vorgelegt und der Ausblick sei ähnlich düster, wenn nicht schlimmer, urteilt der SocGen-Analyst.

Kurseinbussen von je 1,1% verzeichnen Swisscom infolge einer Kurszielsenkung durch RBC und Sika nach der guten Performance der vergangenen Tage.

Bei Bâloise (+0,2%) bewegt die mit dem Investment- und Beratungsunternehmen Anthemis eingegangene Partnerschaft den Aktienkurs derweil kaum. Jedoch bekräftigt der Versicherer damit die Absicht, verstärkt und "gezielt" in den Fintech-Bereich zu investieren.

Die Musik spielt am Berichtstag am breiten Markt. Der Industriekonzern Georg Fischer (Aktie: +2,7%) etwa steigerte den Gewinn deutlich und lag damit verglichen mit den Vorgaben der Analysten gut im Rennen. Die Aktionäre kommen nun in den Genuss einer höheren Dividende, was an der Börse gut aufgenommen wird.

Demgegenüber brechen Oerlikon um 3,1% ein. Der Industriekonzern hat mit seinem Jahresabschluss zwar die Erwartungen der Analysten gut erfüllt, Fragen wirft aber die künftige Entwicklung der Profitabilität auf. Auch Orior (-1,1%) werden nach Geschäftszahlen abgestossen, wogegen die Aktien von APG (+1,8%) oder Arbonia (+1,2%) gesucht sind. In ersten Kommentaren verweisen die Experten bei Arbonia auf die Fortschritte bei der Transformation.

Bei Barry Callebaut (-1,2% oder -14 CHF) wird die Kursentwicklung am Berichtstag vom Dividendenabgang in Höhe von 15,50 CHF belastet.

mk/ys

(AWP)