Aktien Schweiz Eröffnung: Etwas fester - Defensive Schwergewichte stützen

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag trotz verhaltener Vorgaben aus den USA mit einem leichten Plus in den Handel gestartet. Politische Risiken sorgen aber weiterhin für eine gewissen Zurückhaltung, heisst es im Handel. In der ersten halben Handelsstunde stützen die defensiven Schwergewichte den Index, derweil die zuletzt auf Hochtouren laufende Berichtssaison eine Atempause einlegt. Daher fehlten auch von dieser Seite Impulse für grössere Bewegungen.
07.02.2017 10:15

Die Politik des US-Präsidenten Donald Trump bleibt Thema. Einem Händler zufolge fahren die Anleger zunehmend "auf Sicht", weil sie nicht wissen, wie sie die wirtschaftspolitischen Entwicklungen und deren Bedeutung für die Märkte einordnen sollen. Nachdem ein Gericht Trumps Pläne für Einreiseverbote durchkreuzt hat, setzte dieser zuletzt seinen Kreuzzug gegen die Richter fort. Sorgen bereitet den auch derzeit die Zukunft des Euroraums.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.30 Uhr 0,13% höher bei 8'341,98 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,04% auf 1'324,89 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) klettert 0,13% auf 9'123,96 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln werden 17 höher, zwölf tiefer und ABB unverändert gehandelt.

Beste Blue Chips sind im frühen Handel Richemont und Swatch (beide +1,0%), die sich von den Abgaben am Vortag erholen. Die Index-Schwergewichte Roche (+0,5%) und Novartis (+0,2%) halten den Index in der Pluszone. Defensive Valoren sind generell gesucht, sodass auch Nestlé (+0,1%) erfreulich in den Handel starten.

Zu den Verlierern gehören Swiss Re (-0,8%), nachdem Konkurrent Munich Re am Dienstagmorgen enttäuschende Geschäftszahlen vorlegte. Der Rückversicherer habe die Gewinnerwartungen im Schlussquartal verfehlt, erklärten Analysten. Der Schweizer Rückversicherer vermeldet seine Ergebnisse in zwei Wochen. Bâloise (-1,0%) und Swiss Life (-0,5%) kommen nicht viel besser weg und Zurich (-0,9%) leiden zusätzlich unter einer Verkaufsempfehlung der Commerzbank. Der zuständige Analyst hält die Valoren für überbewertet.

Die Berichtssaison wirft ihre Schatten voraus: Am Mittwoch werden ABB (unverändert), Swisscom (-0,1%) und Syngenta (+0,3%) ihre Jahreszahlen zeigen. Der Auftragseingang des Elektrotechnik- und Automationskonzerns ABB dürfte laut Analysten weiter rückläufig gewesen sein. Von Swisscom erwarten Analysten einen leicht tieferen Umsatz bei einer höheren Profitabilität. Bei Syngenta hingegen interessieren sich Investoren aber in erster Linie für den Stand der Übernahme durch von ChemChina.

Unter den Blue Chips sind die generell volatilen Titel von Aryzta (-1,0%) der grösste Verlierer. Nachdem die Aktien zu Wochenbeginn ohne Nachrichten markant zugelegt haben, erfolgen nun Gewinnmitnahmen, heisst es aus Händlerkreisen. Zum Verlierertrio gehören auch die Aktien von CS (-0,9%), während dem sich die mehr aufs Vermögensverwaltungsgeschäft fokussierte UBS (-0,1%) besser halten.

Für UBS hat Merrill Lynch Rating und Kursziel erhöht. Es habe zuletzt viele Gründe für die schwächere Kursentwicklung gegeben, wie etwa die niedrigere Bruttomarge und auch die grenzüberschreitenden Abflüsse ebenso wie das minimale Dividendenwachstum. Dies sei aber mittlerweile ausreichend in die Bewertung eingearbeitet.

Überflieger im breiten Markt sind AMS (+15,0%). Das österreichische Unternehmen hat zwar wie erwartet einen deutlich tieferen Umsatz und Gewinn ausgewiesen. Für das laufende Jahr ist das Management aber zuversichtlich, zurück auf den Wachstumspfad zu finden. Vor allem der jüngste Zukauf Heptagon soll sich gut entwickeln.

Bei Bachem (+0,9%) erfreut ein um fünf Jahre verlängerter Liefervertrag mit AstraZeneca für den peptidischen Wirkstoff Goserlin. Die zuständigen Vontobel-Analysten gehen davon aus, dass Goserlin bei Bachem eines der Top 10-Produkte ist und dabei überdurchschnittliche Margen generiert. In der Folge wurde das Kursziel erhöht und die Kaufempfehlung bekräftigt.

pr/ra

(AWP)