Aktien Schweiz Eröffnung: Fester dank Pharmas - ansonsten Stimmung im Keller

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwochmorgen im Einklang mit den anderen Börsen in Europa klar tiefer eröffnet. Allerdings hat der Leitindex SMI dank seiner defensiven Ausrichtung von den anziehenden Pharmawerten profitiert und ist rasch ins Plus gedreht. Dominierend ist zu Handelsbeginn aber auch hierzulande die Konsternation und die Unsicherheit über die Wahl Trumps zum neuen US-Präsidenten. Der Wahlausgang sei zwar bis zuletzt offen geblieben, aber dennoch habe sich eine Mehrheit der Marktteilnehmer auf die Hoffnung gestützt, dass zum Schluss Hillary Clinton das Rennen machen werde. Nun reibe man sich nicht nur in Europa sondern weltweit verwundert die Augen.
09.11.2016 09:30

Die Märkte seien wie schon beim Brexit auf dem falschen Fuss erwischt worden, hiess es unter anderem in Marktkreisen. Die Unsicherheit werde nun weiter anhalten bis klar werde, wohin die Reise wirtschaftlich und politisch gehe. Der Schweizer Franken hat allerdings eine erste klare Stärkephase überwunden. Der US-Dollar notiert bei 0,9722 CHF und damit klar über dem Tiefpunkt von 0,9545 CHF am frühen Morgen und auch der Euro wird mit 1,0815 CHF über dem Tagestief von 1,0752 CHF gehandelt.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 09.15 Uhr 0,79% höher bei 7'805,21 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steht dagegen 0,09% tiefer bei 1'208,12 Punkte. Der breite Swiss Performance Index (SPI) wiederum legt 0,35% auf 8'522,85 Punkte zu. Von den 30 wichtigsten Titeln liegen 23 im Minus und 7 im Plus.

Ein Wahlsieg von Donald Trump dürfte nach Einschätzung der Commerzbank für die Märkte langfristig ein grösseres Problem sein als das Brexit-Votum der Briten. Natürlich könnten sich die Aktienmärkte nach dem unvermeidlichen Ausverkauf wieder rasch erholen, hiess es in einer Einschätzung der Bank. Allerdings gehe die immer noch grösste Volkswirtschaft der Welt unter einem Präsidenten Trump in der Handelspolitik auf Konfrontationskurs. Hinzu komme die monatelange Unsicherheit darüber, was genau Trump tun werde.

Am meisten unter Druck stehen derzeit von einem guten Konjunkturklima abhängige Aktien wie Richemont (-2,5%) und Swatch (-1,9%), LafargeHolcim (-1,8%) oder in diesem Zusammenhang natürlich auf die Banken, von denen UBS (-1,8%) und Julius Bär (-1,5%) etwas mehr an Terrain einbüssen als CS (-1,0%).

Swiss Life halten sich mit einem Minus von 0,8% vergleichsweise gut, dies nach der Präsentation des Neunmonatsergebnisses. Die Versicherungseinnahmen seien schwach gewesen, der Rest aber gut, heisst es dazu in einem ersten Kommentar der Zürcher Kantonalbank. Swiss Life ist aber mit dem starken Heimmarkt Schweiz internationalen Verwerfungen etwas weniger ausgesetzt als andere Unternehmen.

So geben auch Aktien von defensiven und auf Europa oder die Schweiz ausgerichteten Unternehmen wie Geberit (-0,8%) oder Swisscom (-0,1%) unterdurchschnittlich nach.

Die Pharmaschwergewichte Novartis (+3,5%) und Roche (+4,0%) legen in diesem Umfeld gar markant zu, ebenso Actelion (+3,1%) und etwas moderater Actelion (+1,7%) und Sonova (+1,0%). Hillary Clinton hätte als neue US-Präsidentin wegen ihrer Ambitionen, die Pharmapreise zu senken, als wenig förderlich für die Pharmabranche gegolten. In Marktkreisen wurde eine globale Verunsicherung unter einem Präsidenten Donald Trump teilweise aber als mindestens so grosses wenn nicht noch grösseres Übel bezeichnet. Momentan halten sich die Investoren aber an die erste Aussage, wobei nicht nur die Pharmapolitik der USA entscheidend ist, sondern auch die allgemeine Unsicherheit überhaupt, was wiederum Novartis und Roche zu Gute kommt.

Nestlé geben zwar ebenfalls nach, mit einem Minus von 0,1% sind die Abgaben aber ebenfalls eher moderat.

cf/tp/ra

(AWP)