Aktien Schweiz Eröffnung: Fester mit neuem Jahreshoch - Gewinnmitnahmen bei K+N

Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Mittwoch mit höheren Kursen eröffnet und knüpft damit an die Gewinne vom Vortag an. Laut Händlern reagiert er dabei vor allem auf freundliche Vorgaben aus Asien. Die dortigen Märkte zeigten sich nach Äusserungen von US-Notenbankern zur künftigen Zinspolitik freundlich. Ein Fed-Mitglied etwa sagte, dass eine Zinserhöhung noch in diesem Monat ernsthaft in Erwägung gezogen werden müsse; ein anderes deutete ebenfalls eine bevorstehende Straffung der Geldpolitik an.
01.03.2017 10:03

Die vielbeachtete Rede des neuen US-Präsidenten Donald Trump brachte derweil kaum neue Impulse. Trump habe einzig die Ecksteine seiner Politik untermauert, heisst es im Handel. Er sei dabei in seiner Rede nicht auf nähere Details zu seinen Haushaltsplänen eingegangen und habe lediglich das Versprechen einer historischen Steuerreform wiederholt. Hierzulande werden bei Kühne+Nagel nach Zahlen leicht über den Erwartungen Gewinne mitgenommen.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.30 Uhr 0,71% höher bei 8'606,44 Punkten; das bisherige Jahreshoch vom 22. Februar bei knapp 8599 Punkten hat er damit hinter sich gelassen. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt um 0,76% auf 1'364,28 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,63% auf 9'425,74 Zähler zu. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen nach einer halben Handelsstunde bis auf zwei alle im Plus.

In Bezug auf Unternehmensnachrichten ist es für einmal relativ ruhig, entsprechend halten sich die Ausschläge auf Titelebene in Grenzen. Eine Ausnahme bilden bei den Blue Chips die Titel von Kühne+Nagel (-2,3%), die nach einem freundlichen Start schnell deutlich ins Minus gerutscht sind.

Der Innerschweizer Transport-Logistiker hat vorbörslich Zahlen präsentiert und dabei etwas besser abgeschnitten als die Erwartungen des Marktes. Analysten zeigen sich in ihren ersten Kommentaren entsprechend angetan. Händler begründen die schnellen Abgaben mit Gewinnmitnahmen, nachdem der Titel am Vortag bzw. in den ersten Handelsminuten auf ein neues Jahreshoch geklettert sei. Am Resultat könne es jedenfalls nicht liegen, dieses sei in Anbetracht des schwierigen Branchenumfelds respektabel. Die ZKB spricht gar von einer einmal mehr eindrücklichen Leistung bei den Frachtvolumen.

An der Spitze stehen derweil angesichts der US-Zinspolitik vor allem die zinssensitiven Finanztitel und Zykliker. Top-Werte sind dabei die beiden Grossbanken CS (+2,1%) und UBS (+1,5%), aber auch die Versicherer Baloise (+1,2%), Swiss Life (+1,1%) sowie Swiss Re (1,0%) und Zürich (+0,9%) sind unter den zehn besten zu finden.

Bei den konjunkturabhängigen Industrie-Titeln liegen LafargeHolcim (+1,3%) vorne. Der Baustoff-Hersteller profitiert laut Händlern von guten Zahlen des irischen Konkurrenten CRH und wird ausserdem am Donnerstag Zahlen vorlegen. Gesucht sind auch die Papiere der beiden Luxusgüter-Hersteller Swatch (+1,2%) und Richemont (+1,0%)) sowie die Titel von ABB (+0,8%), ohne spezifische Firmennews allerdings.

Am Schluss der Blue-Chips Tabelle sind derweil neben Kühne noch Givaudan (-0,1%), Lonza (-0,2%) sowie Dufry (+0,3%) zu finden. Die Index-Schwergewichte Roche (+0,7%), Novartis (+0,5%) und Nestlé (+0,4%) bewegen sich in etwa mit dem Durchschnitt.

Gut gesucht sind im breiten Markt Sulzer (+4,5%) nach Zahlen. Der Winterthurer Traditionskonzern hat beim Reingewinn zwar klar schlechter abgeschnitten als von Analysten erwartet, bei den übrigen Zahlen aber darüber. Investoren schauten eher auf die (guten) operativen Zahlen und den einigermassen freundlichen Ausblick als auf die nicht erfüllten Reingewinn-Erwartungen, so ein Händler.

Mit Georg Fischer (+1,6%) steht ein weiter Industriewert im Fokus der Anleger. Die Aktien des Schaffhauser Konzern hatten am Vortag nach Zahlen bereits rund 4% zugelegt und könnten von Anschlusskäufen und positiven Analystenkommentaren profitieren. Schwach zeigen sich derweil Tecan (-4,9%) nach einer Rückstufung durch die britische Bank HSBC.

Etwas gesucht sind auch Meyer Burger (+1,3%). Der Solarzulieferer hat Aufträge aus einem Rahmenvertrag eines bestehenden chinesischen Kunden im Volumen von rund 24 Mio CHF vermeldet. Gut unterwegs sind auch einige kleine Biotech-Titel wie Addex (+3,8%) und Newron (13,2%). Kaum grosse Wellen wirft derweil der Abschluss der Immobilien-Gesellschaft Intershop (+0,3%).

uh/ys

(AWP)