Aktien Schweiz Eröffnung: Fester - Sorgen wegen Italien bereits abgelegt

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt legt am Montag entgegen den vorbörslichen Indikationen zu. Das Scheitern der Verfassungsreform in Italien und die Ankündigung des Rücktritts von Ministerpräsident Matteo Renzi hat zwar die Aktienmärkte in der Nacht auf Montag vorübergehend unter Druck gesetzt. Zum befürchteten Einbruch kam es aber nicht. Im Gegenteil zogen die Aktien europaweit kurz nach Eröffnung markant an, wobei in der Schweiz vor allem die defensiven Schwergewichte den Gesamtmarkt stützen. Ein Trostpflaster für die Marktakteure ist der Sieg des früheren Grünen-Chefs Alexander Van der Bellen bei der Bundespräsidentenwahl in Österreich.
05.12.2016 10:20

Insgesamt fällt die Reaktion der Aktien auf das "No" der Italiener nun also gar positiv aus. Das Nein in Italien sei zwar Wasser auf die Mühlen der Euro-Skeptiker, aber nicht der Anfang vom Ende der Währungsunion, heisst es beispielsweise in einem Kommentar der Zürcher Kantonalbank. Staatspräsident Mattarella werde rasch für Klarheit und für eine Übergangsregierung sorgen und damit für Kontinuität, so der Tenor an den Finanzmärkten. Damit dürfte es nicht zu raschen Neuwahlen kommen. Als Fallschirm für die Märkte wurde zudem die EZB bezeichnet, welche mit Stützungsmassnahmen die Situation jederzeit beruhigen könne. Spätestens am Donnerstag dürfte sie die Verlängerung des Anleihenrückkaufprogramms bekanntgeben.

Der Swiss Market Index (SMI) zieht bis um 09.40 Uhr um 1,29% auf 7'884,58 Punkte an. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 1,20% auf 1'257,94 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,26% auf 8'633,71 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln liegen bis auf CS alle im Plus.

CS (-0,6%) machen also bis anhin als einzige die Aufwärtsbewegung nicht mit. Zusammen mit UBS (+0,3%), welche nach negativem Start rasch in die Gewinnzone gewechselt haben, standen CS vorbörslich noch am stärksten unter Abgabedruck. CS wird am Mittwoch einen Investorentag durchführen, wobei in der Presse bereits über den Umfang eines möglichen zusätzlichen Stellenabbaus in der Schweiz-Einheit gerätselt wurde.

Zusammen mit den Grossbanken bilden Syngenta, Givaudan und Actelion (je +0,3%) das Schlussquintett. Actelion hatten vorbörslich noch über 7% im Plus gestanden, dies nach weiteren Spekulationen um eine Übernahme durch Johnson&Johnson in der Wochenendpresse, wobei Bloomberg über eine erhöhte Offerte von J&J berichtete. Gleichzeitig hat Novartis-CEO Joe Jimenez in einem Interview verneint, dass Novartis - wie ebenfalls schon spekuliert wurde - an einem Bieterwettbewerb um Actelion teilnehmen würde.

An der Spitze des SMI/SLI stehen derzeit Swatch (+3,8%) und Richemont (+2,8%). Diese werden von positiven Daten aus China getrieben. Dort ist einerseits der Einkaufsmanagerindex für das Dienstleistungsgewerbe auf den höchsten Stand seit beinahe anderthalb Jahren gestiegen, andererseits hellen Berichte über die wieder gestiegene Freude der Chinesen am Einkauf von Luxusgütern die Stimmung auf. Vom positiven Sentiment in China werden auch ABB (+2,0%) gestützt.

Für Swiss Re (+1,9%) hat die UBS das Kursziel bei unverändertem Rating "Neutral" etwas erhöht, während HSBC das Rating auf "Hold" von "Buy" zurückgenommen hat.

Weitere gute Gewinner sind LafargeHolcim (+1,7%) oder Zurich (+1,7%).

Gute Unterstützung erhält der Gesamtmarkt aber vor allem von Roche (+1,6%) und Novartis (+1,4%), aber auch Nestlé (+1,3%) werden ihrem Ruf als defensive Versicherung in unsicheren Zeiten gerecht. Novartis und Roche haben beide übers Wochenende neue Studiendaten publiziert. Novartis dürften aber auch von den Aussagen des CEO im Zusammenhang mit Actelion etwas Rückenwind erhalten.

Im breiten Markt setzen Meyer Burger (-7,4%) ihre seit drei Tagen andauernde Talfahrt im Anschluss an die Bewilligung der Kapitalerhöhung durch die Aktionäre am vergangenen Freitag fort.

Daneben fallen Addex (-8,3%) oder Zwahlen&Mayr (-7,9%) mit massiven Verlusten auf.

cf/ys

(AWP)