Aktien Schweiz Eröffnung: Fester Wochenstart - Pharmas und Banken gesucht

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist nach der kurzen Verschnaufpause vom Freitag mit klar festeren Notierungen in die neue Woche gestartet. Der Leitindex SMI nimmt damit die von der Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten ausgelöste Aufwärtsbewegung wieder auf und steuert auf die Marke von 8'000 Punkten zu. Die europäischen Märkte profitieren am Montag von guten Vorgaben aus den USA und Japan. Hierzulande legen im Rahmen der "Trump-Rally" insbesondere Zykliker, Pharma- und Finanzwerte weiter stark zu.
14.11.2016 10:15

Gute News gab es aus Japan. Dort ist die Wirtschaft dank einer Exportbelebung stärker als von Ökonomen erwartet gewachsen, was den Nikkei-Index in die Höhe schnellen liess. Leicht enttäuschend seien dagegen die Daten zum chinesischen Einzelhandel und zur Industrieproduktion ausgefallen. Doch scheine Chinas Wirtschaft die neuen Massnahmen zur Abkühlung des überhitzten Immobilienmarkts dennoch halbwegs gut zu vertragen, meinten Experten. Der Blick der Anleger bleibe aber nach wie vor auf die USA gerichtet, wo Donald Trump erste Eckpfeiler seiner künftigen Politik präsentierte.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt bis um 09.30 Uhr 1,09% auf 7'966,42 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 1,17% auf 1'248,60 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,97% auf 8'684,71 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln liegen 28 im Plus und nur zwei im Minus.

Derweil schwächelt der Euro zum Franken am Montagmorgen weiter. Die Gemeinschaftswährung ist nach Kursen von über 1,0750 CHF am Freitag nun sogar unter das Niveau von 1,0700 CHF gerutscht und geht mit 1,0689 CHF auf dem tiefsten Stand seit August 2015 um.

Bei den Schweizer Blue Chips befinden sich einige Zykliker und Finanzaktien an vorderster Front. Adecco steigen um 3,5%, nachdem sie in der Vorwoche bereits um über 5% in die Höhe geklettert sind. Noch deutlicher fielen die Kursgewinne der Credit Suisse (+14%) und UBS (+17%) in der letzten Woche aus; sie liegen nun mit 2,0% bzw. 2,2% im Plus. Die Banken erholten sich weiter vom Bewertungsabschlag der vergangenen Monaten, wobei die Aussicht auf weniger Regulierung mit Donald Trump als US-Präsident die Fantasie der Anleger befeuert habe, so ein Händler.

Starke Unterstützung bieten nach wie vor die Pharma-Aktien von Novartis (+1,3%) und Roche (+1,5%), denn sie werden ebenfalls als "Gewinner der Trump-Wahl" gesehen. Auch hat Novartis-VR-Präsident Jörg Reinhardt in einem Interview erklärt, für die mit Problemen behafteten Augenheilsparte Alcon nach Lösungen zu suchen und dabei alle Optionen offen zu lassen. Von der US-Gesundheitsbehörde FDA erhielt der Novartis-Produktkandidat PKC412 (Midostaurin) zudem den "Status Priority Review" zur Behandlung der Leukämieform AML, und eine Studie untermauerte die langzeitige Wirksamkeit des Mittels Cosentyx gegen Schuppenflechten.

Das dritte Schwergewicht im Bunde, Nestlé, liegen mit einem Plus von lediglich 0,4% etwas im Hintertreffen. Und auf die Versicherer Zurich (+0,2%) oder Swiss Re (+0,4%) könnten nach dem Erdbeben in Neuseeland hohe Schadenbelastungen zukommen. Gar im Minus stehen SGS (-1,1%) und Syngenta (-0,2%). SGS wurden von Jefferies abgestuft, während sich Anleger nach neuen Berichten in den Medien um die Syngenta-Übernahme durch Chemchina weiterhin sorgen.

Durchschnittlich starteten Sonova (+0,9%) in die neue Woche. Der Hörsystem-Hersteller hatte im ersten Halbjahr 2016/17 den Umsatz und den operativen Gewinn gesteigert und damit die Analystenvorgaben übertroffen. Gleichzeitig wurden die Ziele für das Gesamtjahr bekräftigt.

Am breiten Markt hat die Ostschweizer SFS Group (Aktie: +0,4%) in den USA einen wichtigen Zulieferer für die Medizinaltechnikindustrie zugekauft. SFS will mit Tegra den Markt- und Kundenzugang in den USA verbessern und das Wachstum vorantreiben. Grösseren Schwankungen sind Wisekey (-4,6%) ausgesetzt, wobei dies nichts mit dem angekündigten Joint Venture in Argentinien zu tun haben dürfte.

An der Schweizer Börse hat zudem die österreichische Fahrzeuggruppe KTM Industries ihr Debüt gegeben. Die KTM-Papiere werden hierzulande erstkotiert und starteten mit 4,90 CHF in den Handel und kosten zum Berichtszeitpunkt bereits 5,22 CHF. Am Freitagabend kostete eine KTM-Aktie an der Wiener Börse 4,39 EUR oder umgerechnet rund 4,70 CHF.

mk/ra

(AWP)