Aktien Schweiz Eröffnung: Freundliche Eröffnung - Uhrenaktien unter Druck

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Dienstag mit höheren Notierungen eröffnet. Der SMI überschritt dabei für kurze Zeit sogar die 8'200-Punkte-Marke. Als Gründe wurden die nur noch moderat sinkenden Ölpreise sowie die leicht positiven Vorgaben aus New York angeführt. Von den grössten Unternehmen an der Schweizer Börse liegen kaum Nachrichten vor, viel los ist hingegen am breiten Markt. Die Uhrenaktien sind nach schwachen Exportzahlen gegen den Trend unter Druck.
23.08.2016 10:15

Laut Händlern ist die Stimmung am Markt derzeit von Vorsicht geprägt. Der Grund dafür ist die unklare Entwicklung der US-Zinspolitik, zu der Ende der Woche an der Jackson-Hole-Notenbankerkonferenz Neuigkeiten von Fed-Chefin Janet Yellen erwartet werden. Von Interesse ist in diesem Zusammenhang die Publikation des neusten US-Einkaufsmanagerindexes am heutigen Nachmittag. Stellvertretend für die aktuell vorsichtige Stimmung steht die Einschätzung der CS-Experten: Sie erwarten im Dezember eine Zinserhöhung in den USA und beurteilen daher Aktien für die nächsten drei bis sechs Monate negativ.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 9.30 Uhr 0,32% höher bei 8'183,78 Punkten, wobei das Tageshoch bei 8'201 Stellen markiert wurde. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt um 0,34% auf 1'230,11 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,19% auf 8'893,15 Stellen zu. Von den 30 Blue Chips notieren 21 im Plus, acht im Minus und einer (Bâloise) unverändert.

Neuigkeiten liegen zu den Blue Chips kaum vor, und die Ausschläge halten sich beim Gros der Titel entsprechend in Grenzen. Gewinne von 1% und mehr verzeichnen aktuell nur Dufry (+2,0%), Actelion (+1,3%) und UBS (+1,0%), ohne dass News vorliegen.

Auf der anderen Seite geben die beiden Luxusgüterpapiere von Swatch (-0,9%) und Richemont (-0,7%) deutlich nach. Sie reagieren damit auf die neusten Zahlen zu den Schweizer Uhrenexporten, die im Juli erneut sehr deutlich zurückgegangen sind. So sank das Exportvolumen gegenüber dem Vorjahr um 14%. Bereits in den Vormonaten waren Rückgänge in ähnlicher Grössenordnung verzeichnet worden.

Relativ klar im Minus sind ausserdem nur noch Sonova (-0,8%) und Clariant (-0,4%).

Die Schwergewichte halten sich allesamt im Plus. Novartis tragen mit einer Avance von 0,5% klar zum Plus des Gesamtmarktes bei. Bei Nestlé (+0,2%) setzen sich die Gewinnmitnahmen des Vortages nicht fort. Ein Analystenkommentar gab Gegensteuer: So hält das Institut Berenberg an der Einstufung "Buy" fest und erhöht das Kursziel. Es begründet dies unter anderem mit dem Optimismus des Management zum organischen Wachstumspotenzial in der zweiten Jahreshälfte.

Roche entwickeln sich mit +0,1% etwas schwächer. Der Pharmakonzern lanciert ein neues Blutzuckermesssystem, das mit einer App kombiniert ist und somit Beratung und Unterstützung auch aus der Ferne ermöglicht. Diese Nachricht gilt im Handel aber als nicht marktbewegend.

Unter verstärkter Beobachtung bleiben Syngenta (-0,2% auf 420,50 CHF), die am Vortag um fast 11% zugelegt hatten. Grund war die Genehmigung der US-Behörde CFIUS für den Zusammenschluss mit ChemChina, die im Vorfeld als möglicher, grösster Stolperstein gegolten hatte. Nach wie vor besteht aber eine beträchtliche Lücke zum von ChemChina gebotenen Übernahmepreis in Höhe von 465 USD zuzüglich einer Sonderdividende von 5 CHF je Aktie.

Die Musik spielt am Dienstag am breiten Markt, wo gleich acht Unternehmen Zwischenergebnisse publiziert haben. Sehr gut kommen die Zahlen von Feintool (+4,9%) und Straumann (+3,3%) an. Letzteres Unternehmen hat mit den Halbjahreszahlen die Erwartungen der Analysten übertroffen und erhöht nun die Jahresziele. Ausserdem gab das Unternehmen eine kleine Übernahme bekannt. Auch Orior (+2,1%) hat neben den Zahlen eine Übernahme angekündigt, allerdings eine grössere. Applaus gibt es ausserdem für die Zahlen von Emmi (+2,7%).

Auf der anderen Seite kommen die Zwischenergebnisse von Implenia (-5,8%) und Komax (-2,2%) schlecht an. Beide haben die Prognosen verfehlt, bei Implenia gilt die Guidance zudem als sehr ambitioniert. Die Zahlen des Schraubenhändler Bossard (unv.) und der Luzerner Kantonalbank (ungehandelt) lassen die Investoren unbeeindruckt.

rw/ra

(AWP)