Aktien Schweiz Eröffnung: Freundliche Tendenz - Zurich nach Zahlen leichter

Der Schweizer Aktienmarkt ist fester in den Handel am Donnerstag gestartet, nachdem uneinheitliche Vorgaben vorgelegen hatten. Die Wall Street hatte sich am Vortag schwergetan, eine Richtung zu finden. Die asiatischen Märkte zeigten sich wenig verändert. Dort zogen es die Anleger vor dem am Freitag anstehenden ersten Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Ministerpräsidenten Shinzo Abe vor, an der Seitenlinie zu bleiben.
09.02.2017 10:15

Auf dem Parkett herrscht eine Art Pattsituation und die Anleger halten sich zurück, fassen auch Händler zusammen. Einerseits lasteten Unwägbarkeiten auf dem Markt. Neben dem Unsicherheitsfaktor Trump zählten in Europa ein mögliches Wiederaufflammen der griechischen Schuldenkrise und die französischen Präsidentschaftswahlen dazu, hiess es. Andererseits helle sich die Konjunkturlage vielerorts auf. In der Schweiz steht der Jahresabschluss von Zurich Insurance im Mittelpunkt.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.30 Uhr 0,43% höher bei 8'414,39 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,36% auf 1'332,31 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,39% auf 9'206,86. Von den 30 wichtigsten Titeln werden 25 höher, vier tiefer und die Partizipationsscheine von Schindler unverändert gehandelt.

Die Titel von Zurich Insurance notieren nach Zahlen 1,7% tiefer und bilden damit das Schlusslicht im SLI. Zwar hat sich Erstversicherer im vergangenen Geschäftsjahr deutlich verbessert, hat jedoch die Analystenerwartungen punkto Eigenkapital und Combined Ratio (eingenommene Prämien im Verhältnis zu Schadenszahlungen) verfehlt. Im Vergleich zum Vorjahr kletterten das Betriebsergebnis und der Reingewinn. Etwas enttäuschend sei jedoch die Eigenkapitaldecke, hiess es.

Besser ergeht es den übrigen Versicherungswerten im SLI. Swiss Life (+0,4%) notieren fester. Swiss Re (+0,3%) und Baloise (+0,5%) legen ebenfalls zu. Baloise hat zwei Positionen in der Konzernleitung neu besetzt. So wurde Matthias Henny zum Leiter Konzernbereich Asset Management (CIO) und Carsten Stolz zum Finanzchef ernannt. Beide werden ihre Funktionen am 1. Mai 2017 antreten. Die Personalien kommen für Analysten wenig überraschend.

Stärker tendieren auch die beiden Grossbanken, die am Vortag leichter aus dem Handel gegangen waren. CS (+0,8%) erholen sich, nachdem die Aktien am Vortag unter einem Medienbericht gelitten hatten, wonach die Bank eine interne Überprüfung ihrer Handelsaktivitäten in Moskau eingeleitet haben soll. Auch die Papiere von UBS (+0,7%) kommen gut voran.

Das Kursplus im SMI ist auch den defensiven Schwergewichten zu verdanken, die erneut fester umgehen. Novartis (+0,7%), Roche (+0,6%) und Nestlé (+0,3%) helfen dem Gesamtmarkt. Relativ gewichtig sind zudem die Valoren von ABB (+0,3%), die im Nachgang zu den am Vortag veröffentlichten Zahlen von Kurszielerhöhungen diverser Analystenhäuser profitieren.

Unter Druck stehen die traditionell volatilen Papiere des Backwarenherstellers Aryzta (-1,5%). Händler verweisen auf Gewinnmitnahmen, nachdem die sich die Titel in den Vortagen deutlich vom massiven Kurssturz Ende Januar erholt hatten. Unternehmensspezifische Nachrichten liegen keine vor.

Im breiten Markt legte Belimo (-1,9%) die Jahreszahlen vor. Die Herstellerin von Antriebslösungen für Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik ist im Geschäftsjahr 2016 profitabel gewachsen und hat in allen Regionen zugelegt. Allerdings hat das Unternehmen die Prognosen der Analysten verfehlt. Deutlich mehr verdient als im Vorjahr hat die Also-Gruppe (+0,5%). Der IT-Logistiker möchte eine steuerfreie Ausschüttung aus Kapitalreserven in Höhe von 2,25 CHF pro Aktie auszahlen.

Die auf strukturierte Produkte spezialisierte Leonteq (-1,5%) setzt ihre Talfahrt fort. Der Finanzdienstleister hat im Geschäftsjahr 2016 einen heftigen Gewinnrückgang erlitten und verschärft seine Sparanstrengungen. Das Biotechnologie-Unternehmen Molecular Partners (+1,0%) hat am Donnerstag fürs abgelaufene Jahr einen Verlust kommuniziert. Die Ergebnisse sind von erhöhten Kosten für die Weiterentwicklung der Pipeline-Projekte geprägt.

pr/ra

(AWP)