Aktien Schweiz Eröffnung: Freundlicher Wochenstart - Syngenta unter Druck

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist mit festeren Kursen in die neue Woche gestartet, nachdem der Leitindex SMI in der Vorwoche mit dem Druck der defensiven Schwergewichte leicht an Wert eingebüsst hatte. Am Montag erhalten die europäischen Märkte dagegen Unterstützung aus den USA, wo der Future zum Dow Jones seit Europaschluss vom Freitag etwas zulegen kann. Und auch in Asien dominieren zu Wochenbeginn die Gewinner das Bild. Dabei fiel in Japan die Handelsbilanz im September besser als erwartet aus.
24.10.2016 10:15

Wie nachhaltig der derzeit positive Trend allerdings wirklich sei, werde sich im Wochenverlauf zeigen, meinen Händler. In den kommenden Tagen dürften eine Reihe von Wirtschafts- und Unternehmensdaten das Börsengeschehen prägen, darunter Inflationszahlen mehrerer Länder Europas sowie Angaben zum US-BIP am Freitag. Am Berichtstag selber könnten am Morgen allenfalls Daten zum Einkaufsmanagerindex in der Eurozone oder am Nachmittag zum PMI-Index aus den USA für Bewegung sorgen. In der Schweiz büssen derweil Syngenta kräftig an Wert ein.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert bis um 09.30 Uhr um 0,28% höher bei 8'057,61 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,43% auf 1'247,94 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,27% auf 8'805,12 Stellen. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 25 im Plus und fünf im Minus.

Bei den Schweizer Blue Chips brechen Syngenta (-5,2%) entgegen dem allgemeinen Markttrend ein. Für Unruhe hat am Montagmorgen ein Bericht gesorgt. Demnach hat die chinesische ChemChina im Rahmen der Übernahme von Syngenta angeblich keine Zugeständnisse gegenüber den EU-Kartellbehörden gemacht. Am Markt wächst damit die Sorge, dass die Syngenta-Übernahme scheitern könnte.

Weitere Kursverluste sind etwa bei Actelion (-0,6%) zu sehen, die nach verschiedenen Kurszielsenkungen im Anschluss an die Quartalszahlen vom vergangenen Donnerstag weiter unter Druck stehen.

Auf der Gewinnerseite stehen die Papiere der Credit Suisse (+2,3% auf 13,89 CHF) unangefochten an der Spitze, nachdem sie bereits in der Vorwoche kräftig zulegen konnten. Die Titel wurden von Kepler Cheuvreux neu zum 'Kauf' (bisher 'Hold') mit einem Kursziel von 15,30 CHF (12 CHF) empfohlen. Während sich das allgemeine Geschäftsumfeld für die CS entgegen anders lautenden Befürchtungen verbessert habe, würden sich die Sparmassnahmen positiv auf die Profitabilität auswirken, lautet die Begründung.

Zudem wird der Bankensektor Händlern zufolge von einer positiven Einschätzung von JP Morgan zu den Banken der Eurozone gestützt. Davon profitieren auch die Aktien der UBS, die mit 1,5% ebenfalls kräftig an Wert gewinnen. Die Grossbank veröffentlicht den Bericht zum dritten Quartal am kommenden Freitag. Goldman Sachs hat im Vorfeld dazu die Schätzungen für die UBS überarbeitet und das Kursziel leicht angehoben.

Bereits am Dienstag wird Novartis (+0,3%) Geschäftszahlen veröffentlichen und am Donnerstag folgt ABB (+0,8%). Kepler Cheuvreux hat für ABB das Kursziel angehoben und das 'Hold'-Rating bestätigt. Trotz Schwierigkeiten sei der Industriekonzern auf gutem Wege, die Strategie umzusetzen und die Ziele zu erreichen, heisst es im Kommentar dazu.

Die Uhrentitel von Richemont und Swatch (je +1,8) wurden von Bryan Garnier auf 'Buy' von 'Neutral' bzw. 'Neutral' von 'Sell' hochgestuft. Weiter hat der Warenprüfkonzern SGS (Aktie +0,7%) für einmal nicht zugekauft, sondern in Südafrika einen Teil des Bereichs Environment, Health & Safety (EHS) abgestossen.

Im breiten Markt nahmen Gurit (+0,9%) den Handel mit festeren Kursen auf. Der Spezialkunststoff-Hersteller hatte am Freitagabend für die ersten neun Monate 2016 ein Umsatzplus von gut 1% gemeldet und die Prognosen justiert. Die Zahlen bestätigten den soliden Wachstumstrend der Gruppe, allerdings dürfte sich dieser etwas abschwächen, kommentiert ein Analyst. Dagegen hob Gurit die Erwartungen an die Margen-Entwicklung leicht an.

Der Mischkonzern Conzzeta (Aktie: +1,0%) hat derweil die im Kanton Thurgau ansässige FMG Fördertechnik und FMG Verfahrenstechnik übernommen. Dabei handelt es sich aber um einen eher kleinen Zukauf. FMG hat im Jahr 2015 mit rund 20 Mitarbeitern einen Nettoumsatz von 6 Mio CHF erwirtschaftet.

Die auf Cybersicherheitslösungen spezialisierte Wisekey erhielt vom Schweizer Uhrenhersteller Favre-Leuba einen Auftrag zum sicheren Betrieb der NFC-Technologie und die Aktien steigen mit 3,0% in die Höhe.

mk/cf

(AWP)