Aktien Schweiz Eröffnung: Gewinne auf breiter Front

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag mit Gewinnen auf breiter Front gestartet. Schub geben dabei die beiden Pharmaschwergewichte, sehr fest präsentieren sich ausserdem die Uhrenwerte Swatch. Der Leitindex SMI hält damit auf die zuletzt im September gesehene Marke von 8'300 Punkten zu. Die Impulse aus Übersee fallen allerdings verhalten aus. In den USA rührten sich die wichtigsten Indizes nach dem gestrigen Handelsschluss in Europa kaum noch von der Stelle. An der Börse in Japan allerdings sorgte der Entscheid der Notenbank, unverändert bei ihrer extrem lockeren Geldpolitik zu bleiben, für Kursgewinne auf breiter Front.
20.12.2016 10:38

Hierzulande rückt derweil die sich wieder akzentuierende Stärke des Franken zum Euro in den Blick. In den letzten Monaten hatte die Schweizerische Nationalbank den Euro-Wechselkurs über der Marke von 1,07 CHF gehalten. Nun scheine es, dass die Notenbank bereit sei, diese Interventionsgrenze zu senken, falls der US-Dollar weiter aufwertet, heisst es in einem Kommentar der UBS.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt um 9.30 Uhr 0,52% auf 8'277,31 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,46% auf 1'304,87 Zähler zu, und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,47% auf 8'996,49. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 24 im Plus, vier im Minus und zwei unverändert.

Einen starken Start legte die Aktie des Uhrenherstellers Swatch (+2,5%) hin, und auch der Richemont-Valor (+0,8%) legt überdurchschnittlich zu. Die weltweite Nachfrage nach Schweizer Uhren ist zwar weiterhin rückläufig, wie der jüngsten Exportstatistik der Zollverwaltung zu entnehmen ist. Die Ausfuhren schrumpften im November allerdings weniger stark als im Oktober. Dass die Swatch-Aktie stärker als Richemont auf die News reagiert, führte ein Händler auf das grössere Nachholpotenzial der Aktie gegenüber der Konkurrenz zurück.

Fest präsentiert sich auch das Pharmaschwergewicht Novartis (+1,2%). Der Pharmakonzern gab die Übernahme des US-Unternehmens Encore Vision bekannt und stärkt damit seine Augenheilkunde-Sparte. Die Roche-Genussscheine legen um 0,6% zu und sind damit ebenfalls eine grosse Stütze, während das dritte Schwergewichte im Bunde - Nestlé - mit aktuell +0,1% noch auf Richtungssuche ist.

Ganz vorne dabei sind neben Swatch und Richemont weitere Zykliker wie Adecco (+1,2%) und LafargeHolcim (+0,9%), als auch Finanztitel wie Julius Bär (+1,0%), Swiss Re (+0,9%) und Swiss Life (+0,8%). Die Grossbankenwerte UBS (+0,1%) und CS (+0,2%) bleiben derweil zurück. Hier sorgt ein Medienbericht zum US-Hypothekenstreit für Unruhe. Das US-Justizministerium verlangt von der Credit Suisse laut der Nachrichtenagentur Reuters für einen Vergleich eine Zahlung von 5 bis 7 Mrd USD. Die Vorwürfe wegen des Verkaufs fauler Hypothekenpapiere gehen auf die Zeit vor der Finanzkrise zurück und betreffen auch weitere Grossbanken.

Bei Galenica (unv.) lässt eine Beteiligungsmeldung der SIX aufhorchen. Neu halten der Investor Remo und Manuela Stoffel über mehrere Gesellschaften einen Stimmrechtsanteil in Höhe von 10%. Die Aktionärsgruppe Sprint um das Private-Equity-Unternehmen KKR wiederum hat ihren Anteil auf rund 15% von zuvor knapp 21% reduziert.

Grösste Verlierer sind die zuletzt stark volatilen Actelion mit -0,9%. Der Basler Biotechkonzern wird seit Wochen umworben, zuletzt offenbar von der französischen Sanofi. Der Titel hatte bereits am Vortag tiefer geschlossen, notiert aber weiter in der Nähe der Höchstkurse, auf die er durch die Übernahmespekulationen getrieben wurde. Zu den wenigen Verlierern gehören auch SGS und Syngenta (je -0,2%). Für letztere hat der chinesische Staatsbetrieb Chemchina das Übernahmeangebot erneut verlängert, mittlerweile zum fünften Mal. Neu endet die Frist am 2. März 2017. Nach altem Stand hätte die Angebotsfrist am 5. Januar enden sollen.

Am breiten Markt stehen u.a. die Bobst-Aktien (+0,3%) während des heute stattfindenden Investorentags unter Beobachtung. Im Vorfeld der Veranstaltung hat der Verpackungsmaschinenhersteller für das Geschäftsjahr 2017 eine gegenüber dem auslaufenden Geschäftsjahr 2016 stabile Umsatzentwicklung und eine mit 2016 vergleichbare Margenentwicklung aus Stufe EBIT in Aussicht gestellt.

Leonteq (-3,8%) fallen nach dem Kurssturz am Vortag weiter zurück.

cp/rw

(AWP)