Aktien Schweiz Eröffnung: Gewinnmitnahmen zum Wochenschluss - Nestlé unter Druck

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt büsst am Freitag im frühen Geschäft an Terrain ein. Nach einer starken Woche kommt es damit zum Wochenschluss zu Gewinnmitnahmen. Nachdem die Woche zu Beginn von einer Gegenbewegung auf die starken Verluste davor und dann von der Erleichterung über die ruhige Hand des Fed geprägt war, fehlen nun impulsgebende Nachrichten weitgehend. Die Luft sei für diese Woche wohl etwas draussen, hiess es in Marktkreisen, deshalb sei auch mit einem unspektakulären Wochenausklang zu rechnen. Den grössten Teil zum schwachen Gesamtmarkt tragen die unter Druck stehenden Nestlé bei.
23.09.2016 10:15

Die Vorgaben aus den USA sind derweil mehr oder weniger neutral, hat sich der Dow Jones doch am Vortag nach Börsenschluss in Europa nicht mehr gross bewegt. Allenfalls kann der Einkaufsmanagerindex PMI in Europa das Sentiment noch etwas beeinflussen. Dieser wird am Vormittag publiziert. Am Nachmittag steht in den USA noch der Markit PMI ebenfalls für das produzierende Gewerbe auf dem Programm.

Der Swiss Market Index (SMI) gibt bis um 09.30 Uhr 0,62% auf 8'256,53 Punkte nach. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,44% auf 1'253,69 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,52% auf 8'995,04 Punkte. Unter den 30 wichtigsten Titel stehen lediglich zwei im Plus, der Rest im Minus.

Gegen den schwachen Gesamttrend ziehen Aryzta um 6,4% markant an und stehen damit mit Abstand an der Tabellenspitze. Am Vorabend hatte der Backwarenhersteller einen Nachfolger für VR-Präsident Denis Lucey bekanntgegeben, es ist Gary McGann. Zudem soll Postfinance-VRP Rolf Watter dem Gremium als neues Mitglied beitreten. Insgesamt werden die Nachrichten klar positiv gewertet, vor allem das externe Kandidaten mit breiter Erfahrung gewonnen werden konnten.

Als zweiter Wert stehen noch Givaudan (+0,2%) knapp in der Gewinnzone.

Nach positivem Start sind die beiden Luxusgüter-Aktien Swatch (-0,6%) und Richemont (-0,3%) in den roten Bereich zurückgefallen. Diese waren in der auslaufenden Woche nach der Publikation überraschend guter Uhrenexportdaten vom vergangenen Dienstag sehr gesucht, nun aber ist die Dynamik verflogen. Allein am Vortag hatten beide Aktien um über 3% zugelegt.

Novartis (-0,6%) fallen im breiten Mittelfeld nicht weiter auf. Der Pharmakonzern hat am Morgen Studiendaten zum Medikament Zykadia bei der Behandlung von Lungenkrebs vorgelegt. Laut einer ersten Einschätzung der Bank Vontobel ergibt sich aus diesen Daten allerdings kein Änderungsbedarf an den Schätzungen. Roche halten sich mit einem Minus von 0,3% etwas besser.

Die grosse Mehrheit der Verlierer wird für einmal von Nestlé (-1,3%) angeführt. In Marktkreisen wurde auf Gewinnmitnahmen zur Begründung verwiesen, im Vergleich zum Schlusskurs vom vergangenen Freitag stehen Nestlé noch immer klar höher.

Dahinter folgen mit CS (-1,1%), Swiss Life (-0,9%) und Schindler (-1,0%) zwei Finanz- und ein Industriewert.

Swisscom (-0,9%) werden derweil von einer Ersteinschätzung durch die Royal Bank of Canada etwas belastet. Diese hat dem Telekomunternehmen das Rating "Underperform" angehängt.

Im breiten Markt gehören Alpiq (+1,0%) zu den nachgefragten Werten. Der Energiekonzern plant im Rahmen der laufenden Portfoliobereinigung die Veräusserung des Gas-Kombikraftwerks Csepel in Budapest und hat sich bereits mit dem staatlichen Energieversorgungsunternehmen Ungarns MVM auf die Bedingungen eines Aktienkaufvertrags geeinigt. Mit dem Erlös aus dem Verkauf soll die Nettoverschuldung weiter reduziert werden.

Sunrise (+1,3%) erhalten von einer Ersteinstufung durch RBC mit dem Rating "Outperform" und dem Kursziel von 85 CHF Support und etwas gesucht sind auch Leclanché (+1,5%). Der Batteriehersteller hatte am Vorabend bekanntgegeben, dass er bis in zwei Jahren deutlich geringere Schwankungen seiner Umsatzzahlen erwarte.

Logitech (-2,5% oder -0,55 CHF) geben dagegen nach, wobei diese Titel Ex-Dividende von 0,56 CHF gehandelt werden.

Unter Druck stehen zudem Von Roll (-2,9%) nach dem Abgang des bisherigen CEO Achim Klotz wegen einer neuen Herausforderung. Zum neuen CEO und zum Delegierten des Verwaltungsrats ist das derzeitige VR-Mitglied Christian Hennerkes gewählt worden. Darüber hinaus gab das Unternehmen die Umgestaltung der Division Composites bekannt.

cf/cp

(AWP)