Aktien Schweiz Eröffnung: Gut gehalten - Swisscom an der Spitze

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Mittwoch mit kleinen Gewinnen in den Handel gestartet. Händler verweisen dabei auf die US-amerikanischen und die asiatischen Aktienmärkte, die leicht positive Vorgaben liefern. Die fortgesetzte Rekordjagd an der Wall Street helle auch die Stimmung der Anleger hierzulande auf, heisst es. Zudem wiesen steigende Rohstoffpreise auf eine beschleunigte wirtschaftliche Aktivität hin.
08.02.2017 10:15

Ob die zuletzt wieder konstruktive Grundstimmung anhalte, müsse sich aber noch zeigen, so Händler. Bekanntlich waren zuletzt neben der Politik der neuen US-Administration auch die Zukunft der Eurozone und Griechenland ein Thema. Das Geschehen hierzulande steht am Berichtstag derweil ganz im Zeichen der drei Blue Chips, die heute ihren Geschäftsgang für 2016 offenlegen. Es sind dies Swisscom, ABB und Syngenta.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.30 Uhr 0,10% höher bei 8'378,82 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,12% auf 1'331,34 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,11% auf 9'171,96 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln werden 22 höher, sieben tiefer und einer (Kühne+Nagel) unverändert gehandelt.

An der Spitze des SMI-Tableaus stehen die Aktien von Swisscom (+2,7%). Der Telekomriese hat mit seinem Jahresumsatz die Konsens-Erwartungen punktgenau getroffen, EBIT und Reingewinn kamen gar über den Schätzungen zu liegen. Im Markt teilweise vorherrschende Ängste vor einer Ergebnisenttäuschung haben sich damit nicht materialisiert und auch der Ausblick liegt im Rahmen der Konsensschätzungen.

Bei Syngenta (+1,3%) ist der Zahlenkranz eher sekundär; wichtiger ist hier, dass die Übernahme durch ChemChina offenbar auf gutem Weg ist und bald abgeschlossen sein soll. Bislang lägen die Genehmigungen von 13 Aufsichtsbehörden vor, hiess es. CEO Erik Fyrwald gab sich im Interview mit AWP zuversichtlich, dass die Transaktion von allen Aufsichtsbehörden die Freigabe erhalten wird." Die ordentliche Generalversammlung wurde auf den Juni verschoben, zudem soll auf die Ausschüttung einer weiteren Dividende verzichtet werden.

Eher negativ nimmt der Markt die Jahreszahlen von ABB (-2,1%) auf. Der Elektrotechnik- und Automationskonzern hat die Erwartungen der Analysten verfehlt, wobei vor allem die Margenentwicklung enttäuscht hat. Ein gewisser Lichtblick ist die stabilisierte Auftragslage, wenn auch gewisse Analysten an deren Stabilität zweifeln. Mit Blick nach vorne bleibt ABB denn auch weiterhin zurückhaltend und spricht von einem "Übergangsjahr 2017". Als Zückerchen sollen die Aktionäre eine leicht auf 0,76 von 0,74 CHF erhöhte Dividende erhalten .

Adecco (-0,7%) leidet derweil unter der Rückstufung von Jefferies. Das Analystenhaus senkt das Rating für den Zeitstellenvermittler von 'Hold' auf 'Underperform', erhöht aber das Kursziel auf 56 von 53 CHF. Die Titel des Personalvermittlers hätten sich seit dem Sommer um mehr als 50% verbessert, schreibt der zuständige Analyst. Nun sehe sich Adecco strukturellen Schwierigkeiten durch Automation, soziale Medien und Big Data ausgesetzt.

Leicht positiv notieren aktuell die defensiven SMI-Schwergewichte Novartis und Roche (je +0,2%) sowie Nestlé (+0,1%). News dazu gibt es bei Roche: Der Konzern hat in der Schweiz die Zulassung für das Medikament Alecensa bei Patienten mit einer bestimmten Form von Lungenkrebs erhalten. Die Grossbanken zeigen sich derweil uneinheitlich mit UBS (+0,4%) im positiven und CS (-0,1%) im negativen Bereich.

Im breiten Markt legen Bossard (+1,7%) zu, nachdem Baader Helvea das Kursziel auf 180 von 170 CHF erhöht und das Rating 'Buy' bestätigt. Das in der Verbindungstechnik tätige Unternehmen habe die Umsatz-Guidance für 2016 übertroffen.

Auf der negativen Seite stehen Vontobel (-1,3%) nach Jahreszahlen. Analysten sprechen von "soliden" Zahlen, zeigen sich jedoch enttäuscht über die grossen Abflüsse von Kundengeldern im Asset Management. Zahlen präsentiert haben mit der GLKB (-0,2%) und der Bank Coop (ungehandelt) zudem weitere Banken.

pr/uh

(AWP)