Aktien Schweiz Eröffnung: Im Plus - Opec-Einigung sorgt für gute Stimmung

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Donnerstag mit Gewinnen auf breiter Front gestartet. Im Handel wird auf die Einigung der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) auf eine Förderobergrenze verwiesen. Für viele Marktbeobachter kommt dieser Schritt unerwartet, wurde doch im Vorfeld des gestrigen Opec-Treffens mehrheitlich auf eine Fortsetzung der unbeschränkten Förderung spekuliert. Die Ölpreise schossen daraufhin in die Höhe. Die Neuigkeiten hatten bereits an den wichtigsten Überseebörsen für anziehende Kurse gesorgt.
29.09.2016 10:15

Mit der Aussicht auf höhere Ölpreise erhöhe sich die Risikobereitschaft den Anleger, hiess es. Vor allem Aktien aus dem Öl-Sektor profitierten davon. Im weiteren Handelsverlauf könnten makroseitig die Angaben zur Wirtschaftsstimmung und zum Geschäftsklima in der EU am Vormittag sowie die US-BIP-Zahlen in der zweiten Handelshälfte weitere Impulse bereithalten.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt gegen 09.30 Uhr 0,49% auf 8'260,26 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,65% auf 1'253,66 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,50% auf 9'001,68 Punkte zu. Die 30 wichtigsten Titel stehen allesamt im Plus.

Stark gestartet sind die Grossbankenwerte Credit Suisse (+1,7%), aber auch UBS (+0,6%) legen überdurchschnittlich zu. Die Titel erholen sich damit von den heftigen Kursverlusten zu Wochenbeginn. Sorgen um die finanzielle Lage der Deutschen Bank hatten den Finanzsektor europaweit belastet.

Ein Pressebericht, demzufolge sich die Credit Suisse in Vergleichsverhandlungen mit dem US-Justizministerium um umstrittene Hypothekengeschäfte aus der Zeit vor der Finanzkrise von 2008 befindet, scheint die Investoren kaum zu beunruhigen. UBS-Chef Sergio Ermotti tritt derweil im Moment an einer vielbeachteten Investorenkonferenz in London auf.

Industriewerte wie LafargeHolcim (+1,6%), Geberit (+0,9%), Schindler (+0,9%) und ABB (+0,9%), aber auch jene des Stellenvermittlers Adecco (+0,8%) werden zu den Profiteuren der Opec-Förderbegrenzung gezählt, da mit anziehenden Ölpreisen die Hoffnungen auf eine globale Wachstumsbeschleunigung verbunden seien.

Doch auch weitere Zykliker wie Aryzta (+0,9%) legen im Zuge der höheren Risikoneigung der Investoren etwas deutlicher zu. Sonova (+1,5%) erhalten zusätzliche Impulse von einem positiven Analystenkommentar: Das Aktienresearch der Credit Suisse nimmt die Abdeckung mit "Outperform" auf.

Weniger nachgefragt werden Aktien mit defensiven Eigenschaften wie Swisscom (+0,3%), Nestlé (+0,3%), Roche (+0,4%) oder Novartis (+0,3%). Novartis sind allerdings mit positiven Phase-III-Studiendaten zum Migränemedikament AMG 334 (Erenumab) unter grösserer Beobachtung. Dass die Daten so positiv ausfielen, habe er nicht erwartet, merkt etwa ZKB-Analyst Michael Nawrath an.

Auch Dufry (+0,2%) schneiden vergleichsweise schwach ab. Am Vortag hatte der Titel des Reisedetailhändlers noch von einer besseren Sektorstimmung profitiert und über 3% zugelegt, nachdem der weltgrösste Reisekonzern Tui seine Gewinnprognose angehoben hatte.

Am breiten Markt sind Meyer Burger mit Aufschlägen von 4,2% im Blick. Der Solarzulieferer will die Kosten um knapp ein Viertel verringern. Erreicht werden soll dies mit einem Abbau von rund 250 Stellen, der zu einem Drittel in der Schweiz erfolgen soll. Das Unternehmen sieht die Massnahmen als Voraussetzung für eine Rückkehr in die schwarzen Zahlen.

Die Aktien der beiden stark in der Ölindustrie engagierten Unternehmen Sulzer (+3,1%) und Burckhardt Compression (+7,0%) gehören ebenfalls zu den grossen Gewinnern.

Die im Rappen-Bereich gehandelten Gottex fallen auf der Gegenseite um 3,3% zurück. Der Vermögensverwalter verschiebt die für den Berichtstag vorgesehene Publikation seiner Halbjahreszahlen 2016 auf Oktober.

Verkauft werden u.a. auch die defensiven Nahrungsmittelwerte wie Emmi (-0,7%), Bell (-0,6%) und Hügli (-0,3%). Deutlicher geben noch Carlo Gavazzi (-1,8%) und Cicor (-1,6%) nach.

cp/ra

(AWP)