Aktien Schweiz Eröffnung: Kaum verändert - Bär nach Zahlen grösste Gewinner

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Montag wenig verändert eröffnet. Kurzzeitig durchbrach der SMI zwar die Marke von 8'200 Punkten nach oben, musste sie aber wieder abgeben. Nach einem positiven Lauf hatte der Schweizer Leitindex bereits am Donnerstag und Freitag wenig verändert geschlossen. Auf Wochensicht resultierte ein Plus von 0,5%. Die Wall Street bleibt indes auch zum Wochenauftakt ein eher stützender Faktor. Vor dem Wochenende nahmen Dow Jones Industrial und der marktbreite S&P-500-Index nach einem Tag Pause wieder etwas Fahrt auf. Auch an den Börsen in China und Japan legten Aktien am Morgen weiter zu.
25.07.2016 10:15

Hierzulande stehen Julius Bär mit dem Halbjahresergebnis im Fokus der Aufmerksamkeit. Impulse könnten am Vormittag noch Daten zum ifo-Geschäftsklima in Deutschland liefern. Ansonsten ist die Konjunkturagenda am Montag weitestgehend leer. Auch insgesamt sei eher mit Zurückhaltung der Investoren zu rechnen - bis am Donnerstag, wenn die US-Notenbank Fed tagt, heisst es am Markt.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 9.30 Uhr 0,02% tiefer bei 8'192,95 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,03% auf 1'210,97 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) steht unverändert bei 8'877,32 Punkten. Von den 30 Blue Chips notieren 14 im Minus, zwölf im Plus und vier unverändert.

Grösste Gewinner sind Julius Bär (+1,4%) nach der Zahlenvorlage. Der Vermögensverwalter hat mit den Gewinnzahlen die Markterwartungen übertroffen. Die verwalteten Vermögen stiegen ebenfalls stärker als prognostiziert, und erfahrene Kundenberater konnten eingestellt werden. Damit gibt sich das Management auch zuversichtlich, die Zielgrösse für Neugelder von 4 bis 6% zu erreichen, obwohl das Wachstum im ersten Semester mit annualisiert +3,7% noch darunter lag.

Dank raschen Fortschritten im Zusammenhang mit dem im Mai angekündigten Kosteneinsparprogramm und der Hilfe von Sonderfaktoren seien die Gewinnprognosen deutlich übertroffen worden, heisst es am Markt. Die Kurserholung erfolgt nun auch vor dem Hintergrund der Kursverluste nach dem enttäuschenden Zwischenbericht im Mai.

Mit Blick auf die anstehenden Zahlenvorlagen am Donnerstag bzw. am Freitag sind auch die Grossbanken Credit Suisse (+0,3%) am Donnerstag und UBS (-0,2%) bereits zu Wochenbeginn Gesprächsthema. Sie verzeichnen aber keine auffälligen Aufschläge.

Etwas fester tendieren noch Syngenta (0,3% auf 395,20 CHF). Bernstein bestätigte im Nachgang der Zahlenvorlage vom vergangenen Freitag das "Outperform"-Rating und erhöhte das Kursziel auf 445 von zuvor 440 CHF. Der zuständige Analyst begründet dies damit, dass sich das Management mit Blick auf die Übernahme durch ChemChina zuversichtlich zeige.

Ein geringes Plus verzeichnen unter den Blue Chips zudem Dufry (+0,1%), nachdem die Konzession mit dem Flughafen Zürich (Aktie +1,4%) bis 2028 vorzeitig verlängert wurde. Der neue Zehnjahresvertrag umfasst auch eine Renovation aller Geschäfte innerhalb der kommenden zwei Jahre. Ergebnisse zum ersten Halbjahr legt der Reisedetailhändler am Freitag vor.

Unter den Schwergewichten können Nestlé (+0,1%) leicht zulegen, während Novartis unverändert stehen und Roche (-0,3%) etwas abgeben. Credit Suisse hat für Nestlé das Kursziel etwas nach oben nachgezogen, behält aber das "Underperform"-Rating bei.

Swatch (-0,3% auf 255 CHF) gehören einmal mehr zu den Verlierern. Berenberg senkte das Kursziel auf 278 von 305 CHF, bestätigte aber das Rating "Hold". Swatch habe am vergangenen Donnerstag nun einen realistischeren Ausblick gegeben, heisst es.

Schwächer sind zudem Galenica (-0,6%), Geberit (-0,5%), Swiss Re und Swiss Life (je -0,4%). Swiss Re legen am Freitag zahlen für das zweite Quartal vor. Es sei davon auszugehen, dass das Kennzahlenset deutlich schlechter ausfallen werde als in den Vorperioden, so ZKB.

Am breiten Markt geraten Tornos (-2,0%) nach einer Gewinnwarnung stärker unter Druck. Für das erste Halbjahr wird mit 15% weniger Umsatz und mehr Verlust gerechnet.

Massiv zulegen können dagegen Wisekey (+13%), nachdem das Technologieunternehmen Openlimit bis spätestens Ende Jahr übernommen werden soll. Die Aktionäre müssen allerdings noch grünes Licht geben. Seit Anfang der vergangenen Woche haben die Titel damit fast um die Hälfte zugelegt.

ys/uh

(AWP)