Aktien Schweiz Eröffnung: Kaum verändert - LafargeHolcim unter Druck

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Freitag mit steigenden Kursen in die Sitzung gestartet, hat aber unmittelbar nach der Eröffnung ins Minus gedreht und steht derzeit kaum verändert. Die Vorgaben aus Übersee sind am kleinen Verfallstermin zwar positiv. Nach vier Börsentagen mit moderat steigenden Kursen sei zum Wochenende die Luft aber etwas draussen, hiess es in Börsenkreisen. Überdies sei der Markt weiterhin mit der Einschätzung der neuen Welt unter einem US-Präsidenten Trump beschäftigt, aber auch mit der Referendumsabstimmung in Italien und der Wahl in Österreich von Anfang Oktober, wo weitere Terraingewinne der Rechtspopulisten drohen.
18.11.2016 10:15

Grundsätzlich wird die Börsenstimmung von einer Rede der Fed-Chefin Janet Yellen etwas gestützt. Diese hatte am Vortag in einer Rede die Wichtigkeit der Unabhängigkeit der Notenbank betont und gleichzeitig weitere Zeichen für eine Zinserhöhung im Dezember gesetzt. Auch hatte sie ihren Willen bekräftigt, bis zum Ende ihrer Amtszeit in ihrer Position zu verbleiben. Für Aufmerksamkeit sorgt am Vormittag auch EZB-Präsident Mario Draghi mit einer Rede an einem Bankenkongress in Frankfurt.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 9.35 Uhr 0,02% tiefer bei 7'962,88 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt dagegen um 0,06% auf 1'255,14 Punkte ähnlich minim zu, während der breite Swiss Performance Index (SPI) wiederum 0,04% auf 8'698,89 Punkte gewinnt. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen zwei von drei im Plus.

Im Fokus stehen vor dem Wochenende LafargeHolcim, welche anlässlich eines Investorentages in London volatil in den Tag starten und aktuell 1,7% nachgeben. Nach einem positiven Start ist der Titel rasch ans Tabellenende gefallen. Das Unternehmen hat die bestehenden Ziele bis 2018 teilweise nach unten revidiert, was nach den in den vergangenen Monaten vollzogenen Bereichsverkäufen nicht sehr überraschen kommt. Ob die Anpassung des Zielwerts für den bereinigten betrieblichen EBITDA bis 2018 auf 7 Mrd CHF von zuvor 8 Mrd CHF eine gute Nachricht ist oder nicht, darüber sind sich die Kommentatoren uneins. Gleichzeitig wurde allerdings ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 1 Mrd CHF angekündigt sowie eine deutliche Erhöhung der Dividende für 2016, was positiv kommentiert wird.

Weitere Verlierer sind etwa Aryzta (-0,4%), Roche (-0,4%) oder Novartis (-0,3%). Die Verluste der beiden Pharmawerte sind ausschlaggebend für die verhaltene Performance des Gesamtmarktes. Positive Produktenews haben kaum einen Einfluss auf den Aktienkurs von Novartis.

Nach starkem Start haben auch Credit Suisse (-0,1%) in die Verlustzone gewechselt. Der Titel profitierte nur zu Beginn von einer Aufnahme in die "European Focus List" durch die Citigroup. Diese gewichtet gemäss ihrer Anlagestrategie generell die Banken über, da sich der Sektor aus der "Wertefalle" befreit habe, wie es heisst.

Insgesamt präsentiert sich der Finanzsektor uneinheitlich, so geben Swiss Re (-0,2%) und Bâloise (-0,1%) ebenso nach, wogegen UBS (+0,1%) knapp sowie Swiss Life (+0,3%) und Julius Bär (+0,7%) ein deutlich positives Vorzeichen aufweisen. Julius Bär waren bereits am Vortag im Anschluss an das Interimstatement nach zehn Monaten gesucht.

Auch Zurich (+0,4%) legten bereits am Vortag zu. JP Morgan hat im Nachgang zum Investorentag vom Donnerstag das Kursziel leicht erhöht und gleichzeitig das Rating "Overweight" bestätigt. Gelobt wird dabei die neue attraktive Dividendenpolitik, die ambitiöseren Kostenziele sowie die Reduktion des Anlage-Risikos.

Die grössten Gewinner sind derzeit Sika (+1,3%) und Syngenta (+1,2%), gefolgt von Givaudan (+0,8%).

Im breiten Markt verzeichnen Hügli nach einer Gewinnwarnung am Vorabend ein moderates Minus von 0,6%.

Cembra Money Bank (+1,2%) gewinnen dagegen an Wert, nachdem die Bank die Verlängerung der Kooperation mit der Migros für die Cumulus-MasterCard-Kreditkarte bis 2022 bekanntgegeben hat. Baader Helvea bezeichnet dies in einem ersten Kommentar als positiven Schritt in mehrfacher Hinsicht.

Stärker sind die Avancen von Valartis (+3,7%), nachdem das Kantonsgericht Zug die definitive Nachlassstundung aufgehoben hat. Die Bankengruppe gilt nun als vollständig saniert.

cf/ra

(AWP)