Aktien Schweiz Eröffnung: Kaum verändert - Suche nach Werthaltigkeit beginnt

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt befindet sich zur Wochenmitte weiterhin im Konsolidierungsmodus nach den starken Gewinnen der Vorwoche. Nach einem freundlichen Start schmilzt das Plus im Leitindex SMI noch innerhalb der ersten halben Handelsstunde zusammen. Freundliche Vorgaben aus Übersee vermochten dabei nur kurzzeitig zu stützen. Es mache sich mittlerweile eine gewisse Erschöpfung bemerkbar, heisst es im Handel.
16.11.2016 10:15

Immerhin sei nach wie vor nicht klar, in welche Richtung sich der neu gewählt US-Präsident Donald Trump mit seiner Wirtschaftspolitik bewegen werde. Zwar hoffe der Markt auf deutliche Investitionen, Details seien aber nach wie vor spärlich gesät. Entsprechend überwiege eine gewisse Vorsicht auf Seiten der Investoren. Diese leichte Zurückhaltung mache sich sowohl am Aktienmarkt bemerkbar als auch am Bond-Markt, der sich nach dem Ausverkauf langsam stabilisiert.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 09.30 Uhr mit +0,06% knapp im Plus bei 7'913,73 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,08% auf 1'247,12 Zähler hinzu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,7% auf 8'636,23 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln liegen 18 im Plus, zehn im Minus und die Aktien der beiden Grossbanken UBS und CS sind unverändert.

In einem eher nachrichtenarmen Umfeld ist erneut ein Gefälle zwischen Zyklikern und defensiven Werten zu beobachten. So können sich die Aktien SGS, Geberit (beide +0,5%) und Kühne+Nagel (+0,2%) gegen den Markt behaupten. Mit der Wahl Donald Trumps zum 45. US-Präsidenten habe sich am Markt die Hoffnung auf eine investitionsfreundliche Politik durchgesetzt, was eher Zyklikern und weniger den defensiv eingestuften Papieren zu Gute kommt.

LafargeHolcim (-0,2%) können die anfänglich Kursgewinne nicht verteidigen. Die Nachricht, dass der Baustoffhersteller eine Beteiligung in Indien erhöhe, bezeichnet man bei der ZKB als strategisch zwar sinnvoll, für den Kurs selbst aber eher als neutral.

Dass sich der Markt in einer so engen Spanne um den Vortagesschluss bewegt, liegt in erster Linie an den Kursverlusten der beiden Schwergewichte Roche und Nestlé (beide -0,2%). Etwas abgemildert wird ihr negativer Einfluss durch die Kursgewinne beim dritten Schwergewicht, Novartis (+0,5%). Anfang Dezember würden an zwei wichtigen Branchenkongressen in den USA neue Daten im Zusammenhang mit der Behandlung von Blutkrankheiten und verschiedenen Krebserkrankungen vorgestellt, teilte der Konzern mit. Bereits am Vorabend hatte Novartis vorteilhafte Studiendaten zu seinem Herzmedikament Entresto vorgelegt.

Kursgewinne weisen auch Finanztitel auf, wobei sich die Aktien der Versicherer Zurich Insurance, Swiss Re (beide +0,5%) und Swiss Life (+0,4%) besser schlagen als die der beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS (beide unverändert). Händler verweisen hier auf die Vorgaben aus Asien. Dort hatten Finanztitel zuletzt deutlich zugelegt. Investoren zählen darauf, dass die Branche von den höheren Bond-Renditen profitieren könne.

Ausgeprägte Kursbewegungen sind zur Wochenmitte vor allem aber im breiten Markt zu beobachten, allen voran die Züblin-Aktien (+7,7%). Die Immobiliengesellschaft hat im Ende September abgeschlossenen Halbjahr erstmals seit vielen Jahren den Sprung in die Gewinnzone geschafft.

Klare Gewinne verzeichnen noch Ascom (+4,0%). Bei dem Technologieunternehmen wird es zu einer Veränderung im Verwaltungsrat kommen: Juhani Anttila wird sich an der Generalversammlung im kommenden Jahr nicht mehr als Präsident des Gremiums zur Verfügung stellen. Andreas Umbach werde als sein Nachfolger vorgeschlagen.

Das Gegenstück hierzu bilden die Aktien von Leonteq mit einem Minus von 4,2%. Der auf strukturierte Produkte spezialisierte Finanzdienstleister will Kosten einsparen und gibt sich eine neue Struktur.

Für Gesprächsstoff sorgen auch die Börsenpläne der Immobiliengesellschaft Varia, die ihren IPO für Anfang Dezember plant.

hr/cf

(AWP)