Aktien Schweiz Eröffnung: Kaum veränderter Wochenstart - Warten auf Impulse

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Montag kaum verändert in die neue Woche gestartet. Insgesamt präsentiert sich die allgemeine Börsenlage dank guter Vorgaben aus den USA und Asien freundlich, jedoch wirft das überraschend deutliche Nein der Schweizer Stimmbevölkerung zur Steuervorlage Fragen betreffend der Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Schweiz auf. Das Geschäft mit Dividendenpapieren dürfte am Berichtstag dennoch in ruhigen Bahnen verlaufen, da impulsgebende Unternehmensnews noch fehlen und gleichzeitig auch keine wichtigen Konjunkturdaten auf dem Programm stehen. Kommt hinzu, dass sich der Fokus der Anleger zunehmend auf die am Dienstag beginnende Anhörung der US-Notenbankchefin Janet Yellen vor US-Parlamentariern richtet.
13.02.2017 10:05

Das bestimmende Thema an der Schweizer Börse ist das Nein zur Unternehmenssteuerreform III. Damit bleibe für Unternehmen hierzulande die steuerliche Planungsunsicherheit bestehen, heisst es in Kommentaren zum Abstimmungssonntag. Ökonomen rechnen vorläufig aber nicht mit einer Abschwächung der Wirtschaftsdynamik. Aufwind gibt es an der Börse dagegen von der Wall Street, wo die Hoffnung auf eine wirtschaftsfreundliche Politik des neuen US-Präsidenten Donald Trump die wichtigsten Indizes am Freitag auf Rekordkurs gehalten hatte. Insbesondere das Versprechen Trumps, in den nächsten Wochen "Phänomenales" zum Thema Steuern anzukündigen, habe gefalle, heisst es. Händler wiesen zudem auf die positiven Signale hin, die Trump nach Japan und China ausgesendet hatte.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 09.30 Uhr minim mit 0,04% höher bei 8'459,55 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,07% auf 1'343,67 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,06% auf 9'261,97 Stellen. Von den 30 wichtigsten Titeln sind 21 im Plus, sieben im Minus und zwei unverändert.

Belastet wird das Sentiment im SMI unter anderem von den leichten Abgaben der Grossbankentitel der Credit Suisse (-0,1%) und der UBS (-0,3%). Die CS wird am morgigen Dienstag die Zahlen zum Geschäftsjahr 2016 vorlegen und über den weiteren strategischen Kurs informieren. Dabei haben die IPO-Pläne für die Credit Suisse Schweiz über das Wochenende im Blätterwald die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Bei der CS selbst verweist man diesbezüglich auf die früher gemachten Aussagen. Man sei mit den Vorbereitung dazu gut auf Kurs, hiess es in einem Statement der Bank.

Zu Reden gibt in der Bankenwelt auch die Restrukturierung der Royal Bank of Scotland (RBS). Die von Milliardenverlusten gebeutelte und verstaatlichte Bank will mit Stellenabbau und Filialschliessungen die Kosten weiter senken. Die Papiere von Julius Bär stehen mit 0,2% im Minus, während die Versicherer Swiss Re (+0,2%) und Zurich (-0,1%) uneinheitlich notieren.

Auch Nestlé (Aktie: -0,3%) wird diese Woche am Donnerstag die Geschäftszahlen vorlegen. Im Oktober hatte der Nahrungsmittelkonzern nach schwierigen neun Monaten den Ausblick auf das Gesamtjahr gesenkt und mit dem organischen Wachstum enttäuscht. Leicht positive Tendenzen sind am Montag bei den Valoren der Pharmaschwergewichten Novartis (+0,1%) und Roche (+0,3%) zu sehen. Am stärksten gewinnen im SMI/SLI Swatch (+0,7%) dazu.

Im breiten Markt sind die Comet-Aktien (+5,4%) die grössten Gewinner. Die auf Röntgen-, Hochfrequenz- und ebeam-Technologie spezialisierte Gruppe hat im Jahr 2016 den Umsatz und die operative Marge deutlicher gesteigert, als noch im vergangenen November anlässlich des Investorentags prognostiziert. Man habe das beste Ergebnis seit Bestehen des Unternehmens erzielt und sei mit der Wachstumsstrategie 2020 auf Erfolgskurs, liess die Gruppe verlauten.

Auch Implenia (+1,2%) werden gut nachgefragt. Der Baukonzern hat von der Norwegischen Strassenbaubehörde (NPRA) einen weiteren Auftrag an erhalten. Das Strassenprojekt hat ein Investitionsvolumen von 38 Mio CHF. Feintool gab die Übernahme eines Umformwerks in China bekannt und avancieren an der Börse mit 0,9%.

Derweil will die Wettbewerbskommission (WEKO) den geplanten Zusammenschluss zwischen Ticketcorner und der Tamedia-Tochter Starticket genauer unter die Lupe nehmen, da es Anhaltspunkte einer marktbeherrschenden Stellung des neuen Ticketing-Unternehmens gebe. Die Aktien von Tamedia wurden bislang noch nicht gehandelt. Unter starkem Abgabedruck stehen derweil die volatilen Banque Profil de Gestion (-16%).

mk/ra

(AWP)