Aktien Schweiz Eröffnung: Keine klare Richtung - Warten auf Entscheide

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Mittwoch ohne klare Richtung in den Handelstag gestartet. Die Stimmung der Anleger bleibe von Zurückhaltung geprägt, heisst es am Markt. Weiterhin warten die Anleger auf die EZB-Sitzung vom Donnerstag und auf die US-Arbeitsmarktzahlen vom Freitag, die auch im Hinblick auf die Mitte März anstehende Zinsentscheidung in den USA auf Interesse stossen. Am Nachmittag dürften die ADP-Beschäftigungszahlen erste Hinweise auf den Arbeitsmarktbericht liefern.
08.03.2017 10:15

Es sei nicht verwunderlich, dass die jüngste Rally an den US-Märkten mit den Signalen der US-Fed-Chefin Janet Yellen vom Freitag für eine Zinsanhebung zum Halten kam, meinte ein Kommentator. Die meisten Beobachter rechnen nun fest mit einer US-Zinserhöhung Mitte März - so spricht Morgan Stanley von einer Wahrscheinlichkeit von 80%, die CS gar von "nahe 100%". Hierzulande geht die Berichtssaison mit einer Reihe von Ergebnissen aus dem breiten Markt weiter.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 09.30 Uhr 0,06% im Minus auf 8'618,61 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steht dagegen 0,03% im Plus bei 1'367,35, während der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,07% auf 9'501,41 Zähler abgibt. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 17 im Plus, 12 im Minus und einer (Adecco) unverändert; die Ausschläge bei den einzelnen Titel halten sich dabei in Grenzen.

Die schwergewichtigen Pharmawerte zeigen sich uneinheitlich, nachdem sie am Vortag noch durch einen "Tweet" von US-Präsident Donald Trump belastet worden waren. Roche (-0,4%) geben trotz Unterstützung der Barclays-Analysten nach, die die Abdeckung von Roche neu mit "Overweight" aufnehmen, während die Experten der britischen Bank Novartis (+0,1%) mit "Underweight" bewerten. Société Générale spricht für Novartis allerdings eine "Buy"-Empfehlung aus.

Im Plus notieren auch Actelion (+0,5%). JPMorgan hat das Rating für die Titel des Baselbieter Pharmaunternehmens, für das Johnson&Johnson eine Übernahmeofferte abgegeben hat, auf "Overweight" angehoben und das Preisziel mit 292 CHF über dem offerierten Betrag von 280 USD für die Actelion-Aktien angesetzt; mit weiteren 7 CHF bewerten die US-Analysten den Anteil an der neuen Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft unter Führung von Actelion-CEO Jean-Paul Clozel, den die Aktionäre als Sachdividende erhalten sollen.

Die Grossbankentitel UBS (+0,3%) und CS (+0,2%) erholen sich wieder etwas. Zuletzt hatte die angekündigte Kapitalerhöhung der Deutschen Bank europaweit auf den Grossbanken-Werten gelastet. Auch die Titel des Vermögensverwalters Julius Bär (+0,1) liegen leicht im Plus. Positiver ist die Stimmung auch bei den Versicherungswerten Zurich (+0,1%), Swiss Life (+0,2%) sowie Swiss Life (+0,2%).

Etwas deutlicher zulegen können im frühen Handel zudem die Titel der Uhrenkonzerne Swatch (+0,4%) und Richemont (+0,8%). In dem für die Luxusgüterbranche wichtigen Markt China haben die Exporte im Februar etwas schwächer angezogen als erwartet, die Importe sind allerdings sehr deutlich angestiegen.

Am breiten Markt geben Lindt&Sprüngli (-1,4%) nach, nachdem die Titel des Schokoladeproduzenten am Dienstag nach der Zahlenvorlage noch fester geschlossen hatten. Sulzer (-3,3%) werden von einer Ratingsenkung durch die HSBC auf "Reduce" belastet.

Derweil legen die Aktien des Lagerlogistikers Kardex (+8,0%) und des Industrieunternehmen Bossard (+2,5%) deutlich zu. Die Unternehmen hatten mit ihren am Morgen vorgelegten Jahreszahlen die Gewinnerwartungen übertreffen können. Leicht im Minus notieren nach Zahlen dagegen die Aktien des Kunststoff-Herstellers Gurit (-0,1%) sowie von Feintool (-0,4%).

Das Schliesstechnik-Unternehmen Dormakaba (-2,7%) hat im ersten Halbjahr seines Geschäftsjahres 2016/17 die Erwartungen beim Umsatz leicht übertroffen, punkto Reingewinn allerdings verfehlt. Zudem hat die Walliser Kantonalbank (+0,6%) für 2016 einen gehaltenen Reingewinn ausgewiesen, das operative Ergebnis wurde allerdings durch eine Pensionskassenrückstellung belastet.

tp/rw

(AWP)